Tagebuch

Mittwoch … 5/9

Wie ich gestern feststellte, bin ich auf manche Sachen gar nicht vorbereitet. „Mama, kann ich dich mal mit meiner Freundin besuchen kommen?“ … đŸ˜± … Kurze Aussetzer im Denken. Beim Atmen. Beim Herzschlag. Kurz bei allem … đŸ˜±

WĂ€hrend innen, nach dieser Frage, die Alarmanlage losgeht, das rote Warnlicht kreist, lĂ€uft ein panisches MĂ€nnchen im Kreis und mir schießen Sachen wie, „Das geht nicht, du bist erst 14!“ und auch „OmG, was ist mit der VerhĂŒtung?“ durch den Kopf. 1000 andere kommen hinzu.

Und wĂ€hrend das Muttertier so völlig die Fassung verliert, höre ich mich sagen, okay, aber das werden wir zuvor erstmal besprechen mĂŒssen.

Das Muttertier bleibt stehen, mit einem Gesichtsausdruck der klar fragt, was das denn sollte?

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich es nicht. Die Antwort erschien mir die zu sein, die, unbetrachtet vom Muttertier und der Panik, am sinnvollsten und naheliegenden zu sein.

Nach dem Anruf nehme ich mir Zeit, um bewußt ein und aus zu atmen. Um mich, aber vor allem das Muttertier zu beruhigen. Es gibt halt Sachen, da weiß man, das sie kommen. Weil das völlig normal ist. Dennoch … Wenn sie dann vor der TĂŒr stehen, ist man trotzdem nicht drauf gefasst.

Der Junior ist 14. Da gehören langsam, aber sicher, auch MÀdchen zum Alltag. Die sind dann plötzlich nicht mehr alle doof und zickig.

Ganz ehrlich? … Ich will das nicht! Scheixxx drauf, ob normal oder nicht. Wir reden von meinem Junior, meinem Trödler und der kann sich mit 30 oder noch spĂ€ter mit MĂ€dchen beschĂ€ftigen. Ich will das nicht! Und erst recht will ich nicht, das er Sex hat! … 😭😭😭 …

Warum muss das so sein? Was das fĂŒr eine blöde Regelung? Warum bleiben die nicht klein? … đŸ˜± …

Ich lehne mich auf dem Sofa zurĂŒck und versuche ruhig zu atmen. Ich habe das schon mal durch. Mit der Großen. Diese Mischung aus Fassungslosigkeit und Panik. Dem Wunsch, sie gut vorzubereiten und verstĂ€ndnisvoll zu begleiten und dem irrationalen Verlangen, sie im Keller einzuschließen, bis sie 30 oder so ist … 😂😂😂

WĂ€hrend die PubertĂ€t den Junior schon seit geraumer Zeit zum Pubertier gemacht hat, erreicht sie nun das Muttertier und macht es … ??? … Fassungslos? … đŸ€”

Wie auch immer. Nachdem das Muttertier gestern noch heulend da saß und das Taschentuch zerfetzte, damit haderte, das nun ein weiteres Kind dabei ist, sich auf den Weg zu machen, die Welt zu entdecken, grinse ich.

Er erzĂ€hlt mir davon und er möchte sie mir vorstellen. Also habe ich alles richtig gemacht … 😊 … Und das ist es doch, worauf es ankommt, oder?

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7 Kommentare zu „Mittwoch … 5/9

  1. Du hÀltst es sowieso nicht auf, bzw die Hand dazwischen. Muss nicht unbedingt bei dir in der Wohnung sein, da stimme ich dir zu. Das aufgebaute Vertrauen durch ein NEIN aufs Spiel zu setzen, ist allerdings sehr gefÀhrlich.

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  2. Ja, das ist ein Beweis von Vertrauen. Ich kenne diese Schockreaktion bei mir gar nicht. Hab mich immer gefreut, wenn meine Kinder eine vertraute Seele gefunden hatten, der sie auch Dinge gestanden, die sie mir nicht sagten, um mich nicht unglĂŒcklich/trauriger zu machen. Mein Ältester z. B. hatte die panische Angst, so zu sein wie sein Vater. Da ist Gegenrede von außen wichtiger als von einer liebenden Mutter und wird als hilfreicher und glaubwĂŒrdiger empfunden. Ich erinnere mich an einen Satz, der mir das sehr klar gemacht hat, als ich noch meinte, meine absolute BestĂ€rkung bewirke mehr als andere: Ich habe immer gedacht, du sagst das nur, weil du mich so lieb hast. Jetzt weiß ich endlich, dass es wirklich stimmt.

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      1. Oh, nicht falsch verstehen. Es war und ist auch meiner. Dennoch kann ich mich manchmal nicht der Stimmung verwehren, das es mich doch trifft 🙈
        Es gehört zum Leben dazu und ich weiß, sie kommen eh immer wieder, gern und freiwillig.

        GefÀllt 1 Person

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