Tagebuch

Telefongespräche … Die Zweite …

Eine WhatsApp informierte mich darüber, das sie nun gleich mit dem Vater reden wird und ich, wenn er denn anruft, so tun soll, als wüßte ich von gar nichts.

Okay … Ich wartete also. Eine halbe Stunde mußte ich warten, bevor das Handy summte. Ich holte tief Luft und wappnete mich für alles, was da kommen sollte und würde.

Mein Ex war es persönlich. Er begann damit, das er fragte, wie es mir so geht und wie die Reha laufen würde. Ich fragte zurück, was los sei. Er hörte sich seltsam an, als er mir antwortete.

Wenn ich mir seine Stimme nochmal zurück rufe, hörte er sich genauso an, als er mich damals anrief, um mir zu sagen, das seine Mutter gestorben sei. Mühsam beherrscht und den Tränen nah. Ungläubig.

Er sagte, er wüßte nicht, wie er es sagen soll. In dem Moment tat er mir schon leid. Schließlich wußte ich ja, worum es ging.

Seine Formulierung war schon interessant. Er meinte, das er und ich … Holte dann Luft und sagte, also, du und ich werden Großeltern …

Okay … Er hörte sich an, als würde er gleich in Tränen ausbrechen und ich nehm ihm das noch nicht mal übel. Ich war gestern schließlich auch den Tränen nah …

Wir verblieben so, das wir Dienstag nochmal telefonieren. Wenn das alles etwas gesackt sei.

Großeltern … Oma … Mit 45 …

Das war irgendwie nicht der Plan … 🤔

Tagebuch

Die letzten Tage …

… der Reha brechen jetzt an. Eine Woche habe ich nun noch vor mir und nach den gestrigen Ereignissen überlege ich ernsthaft, die Verlängerung sausen zu lassen.

Aber … würde das was nützen? Etwas ändern? Nein, so schlicht und einfach ist die Wahrheit. Weder für Mini, noch für die Große würde es einen Unterschied machen, ob ich nun zu Hause bin oder weiter hier in den Bergen bleibe.

Also atme ich. Ein und aus, kämpfe mit der Enge und versuche, mich an all die tollen Techniken zu erinnern und umzusetzen, um meine Atmung zu verbessern. Natürlich ärgert mich der Infekt, der mir dies Engegefühl beschert und damit diese Reha einschränkt.

Rege ich mich darüber auf? Nö. Wozu auch? Es war doch vollkommen klar und logisch, das diese Reha nicht so laufen wird, wie von mir erwartet und natürlich auch nicht die von mir angestrebten Ergebnisse bringt.

Schließlich ist es hier genauso, wie auch sonst in meinem Leben. Ich möchte dahin … 🌴 … und lande irgendwo in der Pampa … 🌵 … Und nein, ich habe keine Lust zu analysieren, warum das so ist. Es interessiert mich nicht. Genauso wenig interessiert es mich, ob ich es anders oder „besser“ machen könnte. Ich will nichts mehr davon hören. Keine gut gemeinten Ratschläge oder angedeuteten Verbesserungsvorschläge.

Irgendwann heute Vormittag wird mich wohl mein Ex – Mann anrufen. Wenn er nicht einen Herzinfakt oder Schlaganfall erlitten hat … 🤔 … Das war jetzt doch gehässig, oder?

Na ja … sei es drum. Er wird sich sicherlich melden und, auch wenn ich diesen Informationsvorsprung habe, ich habe keine Ahnung was ich sagen soll …

Im Grunde meines Herzens wünsche ich mir die vernünftige Lösung und es frustriert mich schon jetzt, das ich meiner Meinung dazu zwar Wort und Stimme geben kann, sie aber nicht umsetzen kann, weil es letztlich nicht mein Leben und nicht meine Entscgeidung ist.

Es frustriert mich, dazu verdammt zu sein, zusehen, wie etwas, von dem man weiß, das es nicht funktioniert, tatsächlich den Bach runter geht.

Zutrauen? Oh … Das habe ich und von daher, so schlimm sich das vielleicht anhört, weiß ich, das ich sie nicht den nötigen Biß besitzt, beides gewuppt zu bekommen. Ich traue meiner Großen allerhand zu. Sicher könnte sie es schaffen, aber nicht in dem Umfeld. Wo man dann schon beim nächsten Thema ist.

Wie weit würde ich gehen, um ihr beizustehen und zu helfen? Das schlimme ist, das ich ohne zu zögern alle meine Pläne und Zukunftspläne über Bord werfen würde, wenn …

Ich will da nicht drüber nachdenken.

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Seltsam …

vor ein paar Tagen beantwortete ich die Frage, wie alt ich werden möchte, damit, das ich sagte, so alt, um die Enkel noch zu erleben …

Ist das nun Ironie? Oder der komische Sinn für Humor vom Universum? … 🤔 …

Wie dem auch sei, ICH finde es nicht komisch und kann den Humor des Universums und die Kapriolen des Lebens gerade nichts abgewinnen. Außer der dunklen Frage, ob sich damit auch mein Lebensende nährt? … 😨 …

Egal … Laufen war ich, Meter um Meter. Kreuz und quer durch die Gegend. Mit schmerzenden Beinen bin ich zurück gekommen, holte mir einen Kaffee aus dem Automaten und sitze nun in meinem Zimmer.

Ich bin ziemlich gespalten. Einerseits habe ich nicht übel Lust das Mädchen an den Haaren zu ziehen und zu verprügeln und auch den Gegenpart zu diesem Fiasko zu Boden zu schlagen … Natürlich würde es nichts nutzen und auch nichts ungeschehen machen … Aber was soll ich machen? Der Wunsch ist da.

Andrerseits hätte ich sie gern in den Arm genommen. Getröstet. Einfach festgehalten … Das es ihr nicht leicht gefallen ist, damit rauszurücken liegt klar auf der Hand. Und sie ist nunmal meine Große, die Erstgeborene …

Das Muttertier in mir spielt verrückt und ist absolut nicht Zurechnungsfähig. Es pendelt zwischen Beschützermodus und Vorwürfen hin und her. Ab und an brennt sie lichterloh und würde das Kind am liebsten verprügeln …

Tausend Gedanken, die sich alle um das drehen, wenn … Ja, wenn sie das Kind behalten will …

Bin ich jetzt eine schlechte Mutter, weil ich das für die schlechteste Möglichkeit halte? Das ich denke, das dies nicht gut gehen wird? Das ich all die bösen Klischees vor mir sehe? Ohne Ausbildung, ohne Job, ohne alles, aber Kind und Hartz4?

Blabla … Natürlich muss das nicht so sein. Aber Hallo?! … Seien wir doch mal ehrlich … Mit Kind wird es nicht gerade einfacher. Es hört sich ja immer so einfach an, Kind in die Krippe und dann macht man seine Ausbildung. Toll. Und was ist mit dem Rest? Was ist mit all den Dingen, von denen keiner spricht? Wie der Frage, was passiert, wenn das Kind krank ist?

Jaja, vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken und vielleicht sehe ich die Dinge einfach zu schwarz. Und? Das Leben ist halt nicht rosa. Im Gegenteil, es ist schwarz, zäh und wartet nur drauf, das man ins Straucheln kommt, um gnadenlos weiter zuzuschlagen.

Ich will nicht, das sie das Kind behält. Sie wird 18 und hat keine Ahnung vom Leben. Ich will das nicht für sie. Sie soll sich ihr Leben nicht unnötig schwer machen …

Und verdammt noch mal … Ich will nicht mit 45 zur Oma gemacht werden. Und schon gar nicht will ich, das sich die Geschichte wiederholt!

Mein Kopf fühlt sich wie ein wütender Bienenstock an … Und wie so oft frage ich mich, wie gehen andere mit sowas um? Wie erleben andere solche Ereignisse?

Und … würde dies eine Geschichte sein, wäre sie glaubhaft? … 🤔 …

Das Leben schreibt Geschichten, die fallen einem gar nicht ein und wenn, lässt man die Dinge liegen, weil man denkt, es wäre zu viel und überladen und damit nicht glaubwürdig …

Haha … die Schrifsteller haben alle keine Ahnung …

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Telefongespräche …

Eine WhatsApp, „Mama, kannst du jetzt telefonieren?“ … Also rufe ich an. An nichts wirklich denkend. Davon ausgehend, das die Große ihren Geburtstag im Blick hat … Den 18., das Event in jedem jungen Leben …

Warum hätte ich auch an was anderes denken sollen?

Erstaunlich schnell nimmt sie ab. Wie es mir geht und wie die Reha läuft? Ich beantworte die Fragen und frage zurück, was sie so dringendes auf dem Herzen hat, das ich unbedingt anrufen sollte …

Sie druckst etwas rum, windet sich. Es fallen Sachen wie, „Ich muss dir etwas sagen, weiß aber nicht, ob du dich darüber freuen wirst.“ und „Oh man, das ist so schwer …“

Mir wird heiß, kalt und ehrlich? Panik kriecht in mir hoch und nein, ich will das nicht hören! Ich will DAS nicht aus dem Mund meiner Tochter hören …

Wie aus weiter Ferne höre ich „Mama, ich bin schwanger!“ … Ich pfeife, augenblicklich hat es mir die Luft abgeschnürt und ich höre mich flehen, „Das ist nicht wahr, oder? Du machst einen gant blöden Witz mit mir, oder?“

Ich halte mich krampfhaft daran fest, das sie mich hochnehmen will … Auch wenn ich es da schon besser wußte …

Der Rest vom Telefonat? Seltsam verschwommen und in Watte gepackt. Warum und wieso, na ja, was soll man dazu sagen? WIE sowas passiert, weiß wohl jeder. WARUM das passieren mußte? Schuldzuweisungen bringen jetzt wohl auch nichts mehr …

Ich denke sehr praktisch und rational. Sage ihr, das sie noch Zeit hat zum Abbruch, das es besser wäre. Vor allem für sie …

Sie? Lehnt das ab, will daran nicht denken …

Ihr Vater weiß es noch nicht. Sie hat Angst, ihm das zu sagen. Verstehe ich. Er wird nicht ruhig bleiben und das habe ich ihr auch gesagt.

Bevor wir auflegen, sage ich ihr ruhig, sie soll über alle Möglichkeiten nachdenken und was nach ihrer Meinung, das beste ist. Sagte ihr, das ich zu dem stehe, was ich ihr gesagt habe, weil das Alter und die Umstände einfach nicht passen. Sagte ihr auch, das ich sie trotzdem liebe und egal wie oder was, da sein werde …

Stehe draußen und rauche … Fühle mich versetzt in die Rolle eines Beobachters, der seinen eigenen Film sieht. Verstehe gerade gar nichts mehr. Weder das Leben, noch verstehe ich, warum DAS nun auch noch sein muss …

Der Schnee ist zu Regen übergegangen. Auch das interessiert mich nicht. Alles fühlt sich seltsam an. Nicht real. Ich kämpfe … Hoffe, das dies vielleicht ein Traum ist …

Die Ereignisse eilen voraus … und ich komme gerade mit dem Verstehen überhaupt nicht hinterher …

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Alt und Neu …

Das bin ich letztes Jahr im Sommer. Wie man sehen kann mit ziemlich langen Haaren … 😁

😂😂😂 … Tata … Und so seh ich nun aus, nachdem ich mich vom alten Zopf getrennt habe … 😊

Es fühlt sich gut an. Erleichtert. Und da kommt bestimmt noch anderes … 🤗