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Minis Geschichte … Teil 3

Vorweg … Achtung Trigger!

Für alle die schon vorher so nett und fleißig kommentierten … Danke dafür. Auf einzelne Kommentare werde ich auch noch eingehen. Allerdings zu einem späteren Zeitpunkt.

2012 war soweit erledigt. Der Unfall von Mini war quasi das HighLight. Der Schulstart erstaunlich ruhig. Wunderte mich aber nicht wirklich. Mini wollte immer schon zur Schule. Allerdings hatte sie eine ausgesprochene Abneigung gegen Hausaufgaben. Schreiben lernen fiel ihr sehr schwer und sie verweigerte sich dort schnell. Hingegen Mathe, Naturwissenschaften und alle kreativen Fächer lagen ihr und machen ihr auch heute noch Spaß.

Allerdings entwickelte Mini neue Auffälligkeiten. Sie begann damit, sich vor anderen Schülern zu entblößen, was für reichlich Wirbel sorgte. Auch der Art, das ich zum Gespräch in die Schule geladen wurde und es dort mehr als peinliche Fragen zum häuslichen Umfeld gab.

Das ich es als Aufmerksamskeits – Catcher bezeichnete, stieß erst auf Unglaube, stellte sich aber dann als vollkommen korrekt raus. Mini wurde nämlich auch noch „belohnt“, wenn sie sich „nakisch“ machte, indem sie die Pausen drinnen mit der Lehrerin verbrachte. Belohnung pur. Denn die Lehrerin mochte sie besonders gern.

Dies Verhalten hörte schlagartig auf, als jemand anderes die Aufsicht übernahm. Aber auch noch heute nutzt sie dieses Verhalten, um die Menschen um sich herum zu beschämen und zu Reaktionen zu provozieren. Im zunehmenden Alter natürlich so gar nicht ohne, wie man sich denken kann.

Zum Ende des Jahres ging Mini dann in eine Tagesgruppe. Der Vorteil, wenn man eine Schule hat, die einer Trägerschaft angehört, die den gesamten Bereich der Kinder – und Jugendhilfe abdeckt.

2013 …Im Rückblick gab es nur die Trennung vom Ex, die das Jahr beherrschte, auch wenn die Trennung erst im Dezember 2013 geschah. Zwei Wochen vor Weihnachten zog er aus. Ohne vorher ein Wort darüber zu verlieren oder zumindest mich davon in Kenntnis zu setzen.

Ach ja, ich erfuhr es über Facebook, das er sich von mir trennt … Er hatte morgens ein Posting veröffentlicht, in dem er die Trennung von mir bekannt gab …

Na ja, Schwamm drüber … Für die Kinder war das der Super – GAU schlechthin. Vor allem als die Große dann mit ihm auszog. Das er ging, ließ mich völlig kalt, aber das er die Kinder so ins Messer laufen ließ, brachte mich ziemlich auf.

Mini war wie versteinert, bis weit ins neue Jahr hinein. Wenn der Vater kam, wollte sie ihn nicht sehen. Nach der ersten Übernachtung bei ihm, weigerte sie sich, wieder hinzugehen, weil der Papa ja eine Freundin hätte und die sei gar nicht nett.

Mini nässte wieder ein. Aus der Tagesgruppe gab es keine guten Nachrichten. Zu Ostern würde diese Regelung auslaufen, weil es nicht geht.

Und plötzlich stand das Gespenst Wohngruppe wieder im Raum und das greifbar, denn das Jugendamt suchte schon. Die Sachbearbeiterin war super und ließ mir Zeit, mich damit abzufinden. Sie bestärkte mich darin, das richtige zu tun und sagte auch, das ich ganz bestimmt keine Versagerin oder schlechte Mutter sei.

Den Ex und seine Reaktionen klammer ich mal aus, das ist einfach zu dämlich und niveaulos.

Im Sommer dann die Nachricht, es gibt einen Platz. 20 km vom Wohnort entfernt, ziemlich komfortabel. Dennoch für mich zuerst eine gefühlte Ewigkeit weg. Mini übernachtete dort probehalber und war begeistert. Sie sah es als Spaß und Abenteuer. Sich dessen nicht bewußt, was es wirklich bedeutet, dort zu wohnen.

Am 01. September war es soweit. Mini zog in die Wohngruppe und ich? Ich ging am Stock. Am Ende aller Kräfte. Arbeit, der Streß mit dem Ex, der sich so völlig ausgewachsen hatte, der Junior, der total zugemacht hatte und sich total verweigerte und auch in der Schule Auffälligkeiten entwickelte.

Auch in der Wohngruppe zeigte Mini schnell, mit wem sie es zu tun haben und spielte die Reihe der Auffälligkeiten rauf und runter und entwickelte neue. So setzte sie dort das Bad unter Wasser, zerschnitt ihre Kleidung und machte andere dafür verantwortlich. Achtete die Privatsphäre der anderen Kinder überhaupt nicht.

Ein bis zweimal die Woche telefonierten wir. Einmal pro Monat war sie ein Wochenende zu Hause und in den Ferien sowieso.

Ich würde gern sagen, das es zu Hause gut lief. Aber das war selten der Fall. Gut lief es erst, nachdem sie mich ganz allein für sich hatte an den Wochenenden. Solange der Junior da war, gab es innerhalb kürzester Zeit heftigen Streit, weil die Mini dem Junior so zusetzte, bis er wirklich ausflippte und manchmal auch auf die Mini einschlug.

Mir gab sie immer das Gefühl, das sie mich überhaupt nicht vermisst. Aber in der Gruppe sagte sie, das sie mich vermißt und wieder nach Hause zu mir will.

Der Ex war nur Thema, weil er sich an nichts hielt. Er rief die Mini nie an, Besuche wurden kurzfristig abgesagt oder aber es gab gar keine Reaktion. Was natürlich zu Fragen führte und das nicht nur von Mini. Ämter, Wohngruppe und so einige andere, fragten mich, was da los sei.

Bei Mini machte das sehr viel und nichts gutes. Verständlich. Wie würde man sich selbst fühlen, wenn der eigene Vater verspricht anzurufen und es dann doch nicht tut? Immer mit Ausreden kommt? Große Versprechen macht und nichts davon hält?

Mich traf das doppelt. Zum einen, weil ich mit Mini mitlitt und zum anderen, weil ich ihr noch nicht mal plausibel erklären konnte, warum der Papa sich im die Große und auch den Junior kümmert, aber nicht um sie.

Das hat mich wirklich aufgefressen und wenn ich dran denke, kommen mir die Tränen. Und wie oft ich über meinen Schatten gesprungen bin, um ihn dazu zu bewegen, sich um Mini zu kümmern.

Tut mir leid, aber ich brauch erstmal eine Pause.

Teil 4 folgt …

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Tagebuch

Minis Geschichte … Teil 2

Auch hier gilt … Trigger – Warnung.

2011 fuhr ich mit Mini in Reha, allerdings nicht in meine Wunschklinik nach Murnau. Auch hier denke ich, wenn es nach Murnau gegangen wäre, wäre vielleicht alles etwas anders gekommen.

Mini wurde vorzeitig auf Medikamente eingestellt und stundenweise ging es dann auch, aber die Wirkdauer war stark reduziert und auch der positive Effekt blieb bei ihr völlig aus. Die Großen zogen durch das positive Feedback Vertrauen und lernten, sich und ihr Verhalten zu regulieren.

Mini hingegen schien sehr viel länger zu benötigen für sich zu verstehen, was positives und was negatives Verhalten sind. Selbst aus dem I – Kindergarten mußte ich Mini oft vorzeitig abholen, weil es einfach nicht mit ihr ging.

Im Rückblick machten die Großen ihren Weg. Die Große hatte den Wechsel an die weiterführende Schule gut geschafft und war im Fußball ein echtes Talent. Junior hatte den Schuleinstieg ohne größere Komplikationen gemeistert und war in die Klasse integriert und akzeptiert.

Und Mini? Mini war sogar mir ein Rätzel und ich fragte mich, was stimmt da nicht. Was ist da noch? Auch fühlte ich mich unverstanden, wenn ich diversen Ärzten schilderte, wie es ist, wenn Mini ausflippt und ihr Zimmer verwüstet. Ich war schon etwas verbittert, denn ICH hätte es auch nicht .. geglaubt, wenn ich Mini so gesehen hätte. Dieses kleine, schmale Mädchen, mit den vielen Locken und dem einnehmenden, sonnigen Wesen. Die sollte sich innerhalb einer Minute in ein schreiendes, um sich schlagendes Monster werden?

Und nur fürs Protokoll … Zu dieser Zeit gab es den Ex noch im Haus, aber inzwischen schliefen wir getrennt und ich hatte mich innerlich schon von ihm und dieser Ehe entschieden. Es interessierte mich so gar nicht, wann er kam und ging oder was er machte. Der Rest? Hing an mir. Die drei Kids mit ihren vielfältigen Terminen und Aktivitäten, Haushalt und Arbeit. Dazu die vielen endlosen Nächte, die ich wach mit Mini war.

2012 stand auch für Mini die Schulfrage im Raum. Man war sich sehr schnell einig, das Mini nicht auf eine normale Schule gehen kann. Es sollte eine Förderschule mit Schwerpunkt sozio – emotional sein. Das hat mich nicht getroffen, es war okay. Ich hielt es für Mini besser, da sie in Gruppen ja eh immer sehr auffällig war. Da ambulant alle Möglichkeite der Diagnostik ausgeschöpft waren und alle sehr ratlos waren, riet man uns, Mini in einer Kinder – und Jugendpsychiatrie vorzustellen. Aus der Vorstellung wurde dann ein Aufenthalt. 9 Wochen war sie damals dort, die Wochenenden zu Hause. Dort bekam Mini die ersten Dämpfer verordnet.

Das Gespräch, in großer Runde, war aufreibend. ADHS jein, einige Symptome sprachen dafür, andere wieder gar nicht. Bindungsstörungen wurden hinzugefügt. Der Sozialarbeiter hatte damals Glück, das der Tisch so breit war, das ich nicht an seinen Hals kam, als er sagte, man solle sich überlegen, Mini in eine Wohngruppe zu geben …

Das wollte ich nicht. Niemals! Nicht, solange nicht alle ambulanten Hilfen ausgeschöpft waren. Also kam Mini nach Hause und der Schulstart wurde vorbereitet. Die Einschulung verpasste sie …

Den Tag vor der Einschulung hatte Mini einen Autounfall, weil sie ohne zu gucken über die Straße lief … Aber auch hier hatte Mini unerhörtes Glück und viele Schutzengel an ihrer Seite. Sie lief in ein Auto, das abbiegen wollte und schon stark mit der Geschwindigkeit runter war. Sie prallte auf die Motorhaube, prallte dort ab, schliderte über die Gegenfahrbahn und blieb im Grünstreifen liegen. Ihr Glück bestand darin, das zu diesem Zeitpunkt kein Gegenverkehr herrschte! Der Zufall wollte es, das der nächste Fahrer, der kam, ein Rettungssanitäter war. Ende vom Lied, Notarzt, Rettungswagen und der Hubschrauber vor Ort, der mich und Mini in die Klinik flog.

Nachdem alle von dem Ärzteteam nur noch 2 über waren, stand fest, das Mini lediglich eine Gehirnerschütterung und sehr viele Abschürfungen davon getragen hatte … Die Kopfschmerzen die sie hatte, fand ich eine gerechte Strafe.

Bis hierhin zeigte Mini oft und gerne, das sie zielsicher die Stellen fand, andere auf die Palme zu bringen, was sie dann auch immer wieder tat. Es zeigten sich erste Muster. In neuen Gruppen war sie zuerst immer erst zurückhaltend, abwartend und beobachtete. Nach einiger Zeit begann sie dann die bestehende Gruppe zu demontieren, was unglaublich viel Dynamik entwickelte. Kurz, Mini sprengte jede Gruppe. Sie triggerte andere so lange, bis diese entweder weinten oder aggressiv wurden.

Wenn es nicht nach ihren Vorstellungen lief, konnte es passieren das sie Sachen zerstörte von denen, die ihrer Meinung nach nicht machten, was sue wollte. So verzierte sie die Umhängetasche von Adidas, die ihre große Schwester zum Geburtstag bekam und an der sie sehr hing, mit dem Edding und zeigte ihrer Schwester mit breiten Grinsen, was sie getan hatte.

Und doch … Es gab auch die vielen guten Seiten. Mini war immer offen, freundlich und sehr kreativ. Pfiffig und an vielen Dingen interessiert. Um kleinere Kinder kümmerte sie sich rührend. Wenn es einem nicht gut ging, versuchte sie einen aufzumuntern oder zu „pflegen“.

Dennoch fiel es ihr schwer, sich an Regeln zu halten. Sie tat es zwar, aber es schien immer so, das sie nicht tat, weil sie verstanden hatte, warum es diese Regeln gab, sondern um mögliche Konsequenzen auszuschließen.

Ich weiß nicht, ob man nachvollziehen kann, was es bedeutet, wenn das Kind solche Auffälligkeiten zeigt. Für den Alltag, die Familie und einen selbst. Da es nicht blutet und auch äußerlich keine Behinderung zeigt, kann es ja nicht „krank“ sein. Also sjnd die Eltetn Schuld, zu wenig Erziehung, zu wenig „Prügel“ ( Ja, ernsthaft, man hat mir geraten, ihr mal ordentlich den Hinter zu versohlen, dann würde sie schon hören … ). Die Beziehung unter den Geschwistern war auch schwierig und angespannt, da Mini immer im Mittelpunkt stand und auch für die Geschwister unberechenbar war. Jeden Tag der Tanz auf dem Vulkan. Muss ich sie früher abholen? Jedes Klingeln des Handys löste Gedanken aus, wie „Nicht schon wieder!“ . Man ist mit dem Latein am Ende und selbst Fachärzte, die wirklich Ahnung hatten und auch heute noch haben, sagten einem, so ein Fall wäre ihnen noch nie untergekommen …

Teil 3 folgt …

Tagebuch

Minis Geschichte …

Das hier nur mal vorweg. Dieser Eintrag kann Trigger setzen. Hier geht es NICHT um ein gesundes Kind. Und ich garantiere weder eine logische Reihenfolge, noch Vollständigkeit.

Mini ist die dritte meiner Kinder, die jüngste und das Nesthäkchen. Und ein richtiges Mädchen, eines, bei dem meiner Schwiegermutter das Herz erst richtig aufging. Locken, zierlich und liebte Kleider, Glitzer und Rosa.

Geboren wurde sie 2006. Ein Sonntag und … Tag der Fußballweltmeisterschaft. Es war eine Rekord – Geburt. 9 Minuten brauchte ich im Kreißsaal und dann war schon alles vorbei. Die Schwangerschaft? Unauffällig. Nur bei ihr war der Vater meiner Kinder nicht dabei, bei den zwei anderen schon. Er wäre auch dieses Mal dabei gewesen, aber er war beruflich in Spanien.

Ein drittes Kind war natürlich Wahnsinn. Gerade weil sich bei der Großen gerade bestätigte, das sie ein ADHS hat und auch der Junior erste Anzeichen dafür zeigte. Die Ehe? Na ja, zu dem Zeitpunkt dümpelte sie schon mehr oder weniger vor sich hin, aber richtig schlimm wurde es erst noch. Das also war Minis zu Hause und Familie. Immer Jubel, Trubel und Chaos …

Mini entwickelte sich gut. Durch den Rhythmus von Schule und Kindergarten gab es sofort einen geregelten Ablauf und … Mini mußte überall mit hin. Was ihr auch nicht viel ausmachte. Erst schlief sie viel, später beobachtete sie alles und als sie mobiler wurde, merkte ich schnell, das auch hier bei ihr was nicht stimmt.

Und nein, ich bin weder eine überfürsorgliche, noch eine Helikopter – Mutter. Von Haus aus habe ich eine Ausbildung zur Ergotherapeutin gemacht, habe zwar im Erwachsenenbereich gearbeitet, aber gerade der Kinderbereich ist sehr ausführlich in der Ausbildung. Von daher kann ich also Auffälligkeiten von der normalen Entwicklung unterscheiden.

Damals ahnte aber keiner, weder ich, noch die Ärztin, noch die restliche Familie, wie sich diese Auffälligkeiten auswachsen würden.

Mini entwickelte sich schnell und wollte immer mitten dabei sein. Man mußte sie immer im Auge behalten, da die keine Angst zu haben schien. Im Krabbelalter mußte ich sie ständig von Treppen, Möbel und Stühlen runter fischen. Bei ihrer Taufe, mit knapp 2 Jahren der erste Schreck. Sie hat sich davon gemacht. Unbeobachtet von den 15 Leuten hat sie sich aus den Garten, auf die Straße geschlichen und wollte zum Spielplatz. Danach mußte man sie „anbinden“ … Ich ging rein um Wäsche zu holen und komme 3 Minuten später raus und wieder das Kind weg … Beim Einkaufen? Etwas aus dem Regal geholt, umgedreht und das Kind weg … Nebst dem Mini – Einkaufswagen …

Strafen in Form von früher zu Bett ohne Vorlesen oder Verbot von besonderen Dingen? Das schien ihr nie was auszumachen. Stoisch nahm sie die Strafe an und machte prompt am nächsten Tag genau den gleichen Mist.

Mini kam mit 2,5 in die Krippe. Diese war neu eröffnet und dem Kindergarten angegliedert, wo schon die Große war und damals ihr Bruder zu der Zeit. Dieser wiederum sorgte im Kindergarten schon für genug Wirbel. Wirbel der Art, wie es nur ADHS – Kinder können … 😁 … Der Smiley ist bewußt gesetzt. ADHS ist für mich kein Problem. Das Problem ist die Gesellschaft.

Nun, der Kindergarten nahm Juniors Auffälligkeiten gut an und waren mit der Frühförderung stets bemüht in gut zu integrieren.

Bei Mini versagte das. Kurz vor ihrem 3. Geburtstag und dem Wechsel in den Kindergarten, sagte man uns, das man Mini dort nicht aufnehmen würde. Sie zeigte in der Krippe erhebliche Auffälligkeiten und starke Tendenzen zum Weglaufen. Sie hat nie das Gelände verlassen, aber sich zu ihrem Bruder aufgemacht oder spielte mit den andersn Kindern.

Nach ihrem 3. Geburtstag und der glücklichen Suche und erfolgreichen Suche nach einem Kindergartenplatz, kam der 09. August 2009. An diesem Sonntag fiel Mini aus dem Fenster ihres Zimmers im ersten Stock. 4m tief. Und auch heute noch ist es für mich unheimlich, weil ich schon an der Treppe wußte, das sie nicht oben im Zimmer sein würde. Und doch hoffte ich so sehr, das ich mich irrte. Der Anblick des Zimmers, das leere Bett, das geöffnete Fenster und der Berg von Stofftieren und Bettzeug vorm Fenster … Und von unten dies „Mama?“ … Ruhig, ohne Geschrei und ohne Tränen … Die kamen erst, als ihr Vater wie ein Irrer zu ihr stürmte und völlig aufgelöst war. Ich bin von oben runter und zu ihr und sah sofort, das ihr rechtes Bein verdreht war. Kein Blut und Mini wach und soweit klar.

Das Ergebnis? Oberschenkelbruch … Keine weiteren Verletzungen, dafür jede Menge Glück. Sie ist wohl dierekt an der Hauswand runter gefallen und mit den Füßen im 50 cm breiten Blumenbeet gelandet, mit dem rechten auf dem Kantstein und sich so den Stauchungsbruch zugezogen. Wäre sie gesprungen oder auch nur 10 oder 20 cm von der Wand abgekommen, wäre sie auf den Platten gelandet. Was da hätte passieren können, muss ich nicht erwähnen, oder?

Die Entwicklung im Kindergarten? Der erste Kindergarten schloß sie aus, da Mini nicht hörte, störte und sich an keine Regel hielt. Sie zerstörte die Sachen, also Gebasteltes, der anderen Kinder oder schlich sich in die Gardrobe und plünderte ihre Brotdosen. Als der Ausschluß erfolgte, lief schon der Antrag auf einen Integrationsplatz. Mini erhielt zu diesem Zeitpunkt auch schon Frühförderung.

Ihre Geschwister? Die Große kam dank der Medikamente gut in der Schule mit und zurecht. Ansonsten zeigte sie zu Hause oder in der Freizeit wenig Auffälligkeiten. Der Junior bekam Frühförderung hauptsächlich im Kindergarten und befand sich in dieser Zeit in der Diagnostik. Und für mich stand im dem Jahr meine erste Reha an.

Auch zu Hause nahmen langsam Minis Auffälligkeiten zu. Mini zeigte eine verminderte Schmerzfähigkeit und wie erwähnt, Angst vor Höhe oder im allgemeinen für Gefahren schien nur recht schwach ausgeprägt zu sein. Es gab erste Ausraster, in denen sie innerhalb von Sekunden von fröhlich – lachend zu Hulk mutierte, schrie, kreischte, Dinge warf und zerstörte. Auf der anderen Seite verlor sie sich beim malen und kreativen Arbeiten, sortierte stundenlang Perlen oder anderen Krimskrams. Wenn Mini nicht ihren Willen bekam oder im Mittelpunkt stand, suchte sie Wege, diese zu bekommen.

2010 war das Jahr, das alles auf den Kopf stellte. Minis soziale Auffälligkeiten nahmen weiter zu, so das auch hier das Diagnostikverfahren eingeleitet wurde. Mit Junior fuhr ich in die Reha, 6 Wochen nach Murnau. Dort wurde er medikamentös eingestellt und bekam ein Jahr zusätzlich Kindergarten, um in diesem Jahr noch gewisse Defizite aufzuarbeiten.

Mini entwickelte einen verqueren Schlafrhythmus. Sie ging um 19 Uhr schlafen und war dann um 2 oder um 3 Uhr wach, meistens aber zwischen 4 und 5 Uhr. Und wenn ich sage wach, meine ich wach. Hellwach. In der ersten Zeit weckte sie dann ihre Geschwister, was zu mordsmäßig Krach führte. Später hatte ich sie soweit, das sie alle anderen schliefen ließ und mich statt dessen weckte. Zu den sehr langen Tagen kamen nun die kurzen Nächte.

Mein Ex? Na ja, es blieb alles an mir hängen, weil kümmern und Verantwortung noch nie seins waren. Wenn er denn mal Termine wahrnahm, tat er dies immer so, als würde er gerade eine ziemlich lästige Sache erledigen. Nach der Reha mit Junior war Mini recht verändert.

Mini mußte immer häufiger vorzeitig aus dem Kindergarten abgeholt werden, weil sie nicht tragbar war. Der Wechsel in den Integrationskindergarten stand an. Im SPZ entschied man sich, Mini vorzeitig auf Medikamente einzustellen, weil die Auffälligkeiten gravierend waren und ihre soziale Entwicklung gefährdeten. Mini zerstörte mit voller Absicht Dinge von anderen. Sie wußte, das man das nicht macht und tat es trotzdem. Die resultierende Bestrafung nahm sie kühl und zum Teil gelangweilt zur Kenntnis. Es zeigte sich immer mehr, das ihre Impulssteuerung nur mangelhaft funktionierte, was natürlich ihre Weglauf – Tendenzen nicht verbesserten.

Schon da hatte ich manchmal das Gefühl, das neben der wilden, quierligen, aber fröhlichen Mini, manchmal noch eine andere da war. Und diese andere war böse, berechnend und auch verschlagen. Aber das waren immer nur winzige Momente. Heute frage ich mich, ob das die ersten Boten waren und was zum Henker in der Reha zu Hause passiert war…

Teil 2 folgt …

Tagebuch

Bergfest … 09/2019

Schon Mittwoch? Ich hab noch nicht mal meine Motangs – Motivation abgehört … Es kann noch nicht Mittwoch sein … 😂😂😂

Nach dem dämlichen Montag, dem schwankenden Dienstag, bin ich wieder ansprechbar und halbwegs in der Mitte zurück. Gestern und heute waren viele Telefonate fällig, hauptsächlich wegen Mini. Logisch … 🤔

Dazu aber die Tage mehr, wenn weitere Ergebnisse vorliegen. Und … ich bin weit, sehr weit davon entfernt, die Wände hochzugehen oder mich mit Rachegedanken zu tragen. Gerade mit letzterem will ich mich gar nicht beschäftigen. Das sind Gedanken, die die Person und die Situation nicht wert sind. Außerdem vertraue ich auf das Karma … 😁

Und sonst? … 🤔 … Tja, da ist nicht viel passiert. Statt dessen herrscht irgendwie Stillstand. Auto, Wohnung, Job … Und dann ist da noch die Frage, was wird nun mit Mini … 🤔

Essen war die Tage überhaupt nicht gut. Schon spannend, wie sehr mir emotionaler Streß auf den Magen schlägt und dafür sorgt, das ich so gar keinen Hunger habe … 🤔 … Das ist auch etwas beänstigend, weil halt keine Substanz vorhanden ist, sich solche Situationen leisten zu können.

Heute mach ich gar nichts … Außer essen … 😁 … Und wenn ich mich aufraffen kann, kümmer ich mich um meinen Schreibtisch. Oder lass es bis zum Wochenende liegen.

Samstag habe ich noch eine Extra – Schicht übernommen. Warum auch nicht? Ich weiß ja, das mir das früher oder später auch wieder zu Gute kommt.

Jetzt verkrümel ich mich und schau mal, wie weit mein Essen ist … 😁

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Vielen Dank …

für … 🤔

Moment … Ich würde gern schreiben, das das Wochenende toll war und der Tag heute, eben ein Tag wie jeder andere gewesen wäre. Nur mit einem Gerichtstermin halt.

Kann ich aber nicht. Das Wochenende war nett, aber all das Schöne wird von dem heute schwer überlagert.

Es bleibt festzuhalten, das es letztlich egal ist, ob man ein, zwei oder 1000 Messer in den Rücken bekommt. Es zählt doch nur das erste …

Vertrauen“, egal in welcher Form und in welche Person ist Verschwendung. Wen du vertraust, bist du verraten.

Manche Sachen enden nie. Egal wie viel Zeit vergangen ist und Menschen ändern sich auch nicht. Besonders nicht die, die ohne schlechtes Gewissen über Leichen gehen, um persönlich gut da zu stehen oder Ziele zu erreichen. Und manchmal auch nur aus Rache.

Die Wahl zwischen Pest und Cholera? … In beiden Fällen gefällt mir nicht, was dabei rauskommt und doch werde ich mich entscheiden müssen. Nein … Die Entscheidung ist schon gefallen. ICH muss mich jetzt nur noch fügen …

Ich bin seit um 6 Uhr wach … Stand 2 Stunden mit dem Ex im Stau … Ich habe ihn nicht angegriffen und habe auch alles andere, mehr oder minder gefasst getragen.

Vier Stunden Fahrt nach Hause … Das ich tatsächlich angekommen bin, scheint fast ein Wunder zu sein. Die Fahrt selber war ich taub. Im fühlen, denken und auch sonst …

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere … Nur diese ähnelt einer Gefängnistür.

Ich habe Kopfschmerzen, mein Hals tut weh und meine Lunge pfeift. Letzterer habe ich heute extrem Gewalt angetan. Egal …