Tagebuch

Bergfest 22/2019

Schon Mittwoch? Tatsächlich … schon wieder ein Mittwoch.

Morgen ist ein Feiertag. Mini und ich werden heute noch ein paar Kleinigkeiten besorgen, was bestimmt wieder ein lustiges Unterfangen wird. Ein Feiertag? Oh, schnell mal einkaufen, was geht, denn Freitag gibt es nichts mehr zu kaufen … 🤦🏼‍♀️

Ganz ehrlich? Das Phänomen von Einkaufsverhalten und Feiertage finde ich wirklich spannend. Auch schon in der Zeit, als ich zur Aufbesserung des Geldbeutels, in einem Supermarkt gejobbt habe. Inzwischen nehme ich es nur noch zur Kenntnis, frage mich nur noch ab und an, was das soll und takte für gewöhnlich meine Einkäufe so, das ich vor dem Feiertag gar nicht mehr los muss. Erstmal stören mich die Massen an Leuten, sie machen mich nervös und die gereizte Stimmung nervt. Zum anderen schockiert mich, welche Mengen an Lebensmittel gehortet werden und die weiterführende Frage, wie viel davon später in der Tonne landet, lässt leichte Übelkeit zurück.

Automatisch landet man bei der Frage des Konsums. Wie viel braucht man wirklich? Ist weniger manchmal nicht mehr? Und was zum Teufel, konsumiere ich da eigentlich? Massenware? Billigprodukte auf Kosten der Nachhaltigkeit? Alles Bio, oder was? Hat mein Konsum bestimmter Dinge Konsequenzen? Ist Geiz wirklich immer geil? Weiß eigentlich einer von den vielen Leuten, die vor und nach einem selbst, an der Kasse ihre begeehrten Lebensmittel und diversen anderen Kram auf das Band legen, wo das herkommt und wie es hergestellt wird? Gerade letzteres ist ein erschreckendes Thema. Denn das, was Lebensmittelchemiker da aus ein paar Konzentraten und Pülverchen herstellen können, ist atemberaubend. Und hat so gar nichts mehr mit dem zu tun, was man sich unter einem Nahrungsmittel vorstellt …

Einkaufen ist für mich eine Qual. Ist es nicht schon schlimm genug, das ich mich und meinen Kram irgendwie organisieren muss, werde ich in dieser „Welt der bunten Verlockungen“ noch von 1000 und mehr Fragen überrannt. Angefangen über die Pfandabgabe, ( TetraPak, Pet und was ist mit den guten alten Glasflaschen?), über Obst und Gemüse, (Bio in Plastik, warum und wozu braucht man 5 Sorten an Tomaten?), Brotautomaten, (Warum schmeckt das Brot vom Discounter eigentlich nach nichts, egal welche Sorte man nimmt?), Fleisch – , Wurst – und Käsetheke …

Und während ich mich also durch die Gänge schiebe und das in den Wagen lege, was ich, bzw. wir benötigen, sind da immer und immer wieder diese vielen, nicht erklärbaren Fragen. Was regelmäßig dazu führt, das eins zum anderen kommt und ich mir eine Auszeit von den Menschen nehmen muss, weil ich sie über habe. Ihre Blindheit, Dummheit, Kurzsichtigkeit, Ignoranz … einfach alles, was den modernen Menschen so ausmacht. Schneller, höher, weiter, hauptsache billig.

Und wenn das nur das einzigste Thema wäre, das mich beschäftigt, wenn ich mich in der Welt da draußen bewege, wäre ich ja glücklich. Aber es kommt ja eins zum anderen. Behörden, Ämterwahnsinn, Gesundheitswesen, Bildung, Klima, Umweltschutz, Terror, Menschenrechte … etc … und mitten drin das Auge das überhaupt nicht ruhig ist, weil sich im Auge des Fokus der tägliche Wahnsinn namens Lebens abspielt.

Ich brauch einen großen Kaffee. Heute mal wieder schwarz.

22 Kommentare zu „Bergfest 22/2019

  1. *Kaffee rüberschieb* Mmmmmja. Einkaufen mag ich auch nicht, das überlasse ich gerne dem Kronprinzen, der kann sich damit stundenlang beschäftigen.
    Sag mal, unser „Held“, ist der jetzt von allen guten Geistern verlassen? Sagt „Tschüss, danke, das war’s“ und geht…

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    1. Na toll … Ich hab keinen „Kronprinzen“ der das machen könnte *Kaffee schlürft* …
      Aber nur deswegen einen ins Haus holen??? …. Ähhh … Neee …. 😁

      Ich glaub nicht, das der HELD jetzt wirklich dauerhaft verschwunden ist … 🤔

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  2. Danke für deine wunderbare und klare Beobachtung der angesagten Lebensinhalte,
    werte Mijoni.
    Die Qualität der Füllstoffe, der „fleischlichen“, wie geistigen, ist doch ein herrliches Zeugnis für den Stand unserer Hochkultur…(;-)

    Naja, es dauert, bis man merkt, das dann doch weniger mehr ist.
    Genießen wir die Stille,

    Raffa.

    Gefällt 2 Personen

    1. Hochkultur? … Von den meisten sind nur noch Spuren in Stein vorhanden, wenn überhaupt. Ob das ein Omen ist? Ich halte mich an den Spruch, das Geschichte sich ständig wiederholt … 😁
      Für mich war weniger schon immer mehr 🍀

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      1. Hihi hi…,
        die Sache mit den offensichtlichen „Kausal-Ketten“, da scheitern leider immer die hochdekorierten Akademiker —
        denn, wie uns das alte Sprichwort verrät:
        Die „dümmsten“ Bauern ernten die dicksten …

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      2. Na, die „Räppelchen und Bonbons“, die Verführungen führen uns gekonnt weg,
        von dem „Einfachen“, Offensichtlichen …
        und auch aus der Fülle, die da ist (doch für die meisten wohl zu still??)

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  3. Was, am Freitag gibt es noch etwas zu kaufen? Aber sie kaufen doch heute alles weg!
    Auch ich bin meist total genervt vom Einkauf und der gereizten Atmosphäre.
    Ich rede dann mit Obst und Gemüse. Sollte ich vielleicht genauer erklären. Also ich möchte Kräutersaitlinge, schaue auf das Herkunftsland: Südkorea! „Südkorea? Weiter geht wohl nicht? Könnt ihr behalten!“ Oder Äpfel aus Neuseeland. Tolle Avocados – so gesund. Aber nicht für die Menschen, denen für die Monokulturen Land abgenommen wird, die plötzlich nicht mehr freie Bauern, sondern Tagelöhner sind. Vom Einfluss auf die Böden ganz zu schweigen. Ich liebe Avocados, aber kaufe höchstens 4 pro Jahr aus vorgenannten Gründen. Gleiches gilt für Thunfisch, der überfischt wird. Die einzige Milchsorte, die – nachweislich – nur Milch von Kühen auf glyphosatfreien Weiden ankauft, gibt es nicht. Dafür zehn andere. Ich brauch nur wenig Milch für den Kaffee oder wenn ich mal Pudding koche, also sehr wenig. Aber egal. Ich rede mit dem Marktleiter. Mit Erfolg.
    Bei uns gibt es morgen selbstgemachte Pizza.

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    1. 😂😂😂 … Sie waren auch schon fleißig dabei, als wir eben in den Laden gingen. Heute Abend herrscht Kahlschlag … 😱
      Obst und Gemüse ist für mich wirklich ein Problem, denn darauf will ich nicht wirklich verzichten. Beim R*e*w*e gibt es seit kurzem Papierverpackungen und Netze zum verpacken der Bio – Sachen. Ich hab das gelesen und mich lediglich gefragt, warum das so lange gedauert hat? Und warum die alten Netze und Papiertüten, die man benutze, als ich noch klein war, abgeschafft wurden? Oder Brotbeutel?
      Bei vielen anderen Lebensmitteln kann man als „einfacher“ Verbraucher gar nicht feststellen, wo die Zutaten überhaupt herkommen und man kann auch selten erkennen, was eigentlich eine Mogelpackung ist, die billig produziert, aber teuer verkauft wird.
      Und welcher Verbraucher weiß eigentlich, was und wer hinter dieser und jener Marke, Artikel eigentlich steckt und sich damit die Nase vergoldet, wenn sogar Fachleute Jahre brauchten, um sämtliche Verbindungen offen zu legen?
      Bei uns gibt es morgen Cordon bleu, mit Kartoffeln und Bohnen.

      Gefällt 1 Person

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