Tagebuch

Wenn Knoten sich lösen …

Mini ist endlich im Bett, der Abend heute war aufreibend, laut und zehrend. Zeit, Luft zu holen, abzuschalten. Zeit, sich was kaltes zu trinken zu gönnen, auf dem Balkon zu sitzen und auf die Wolken und den „Hügel“ zu starren.

Morgen werde ich etwas Feuer unter unter dem Schulthema machen. Es wird Zeit, das Mini rauskommt und neue Situationen und Kontakte kennenlernt. Und es wird Zeit, das wir nicht mehr 24/7 aufeinander hocken und uns nerven.

So von außen betrachtet, (ja, das kann ich wirklich!), ist die Situation gerade total typisch. Mini erreicht gerade die Phase, in der sie ziemlich grenzwertige Manipulationsversuche anbringt, teilweise mehr als übergriffig agiert und reagiert und sich mehr und mehr auf die emotionale Schiene verlegt.

Ich atme durch und sammel mich. Mache bewußt drei Schritte zurück und sage mir, das der Frust und die Wut, die ich spüre, nicht von mir sind. Ich habe keinen Grund so gefrustet und wütend zu sein. Dennoch ist es schwer, in der akuten Situation immer ruhig und gelassen zu sein und zu bleiben. Nicht auf den Zug aufzuspringen, sachlich zu bleiben, distanziert.

Zunehmend streßt mich das. Hallo? Ich bin Mutter und dann erst Therapeut. Schwer, die eigene Anspannung, die das Verhalten und auch das Gesagte von Mini auslösen, zeitnah wieder loszuwerden. Reden ist momentan schwierig, da Mini ja immer mit muss, bis die Betreuungsfrage geklärt ist. Also schreibe ich, aber das hilft auch nur bedingt, weil es nur einseitig ist.

Teilweise kämpfe ich mit alten und neuen Schuldgefühlen. Denen, die mir Mini vorhält, indem sie mir wütend und zornig vorhält, sie nie gewollt zu haben und auch jetzt wollte ich sie ja nur schnell wieder loswerden.

Und den alten … Die, das ich mich schuldig fühle, das ich mein Kind weggeben habe und nicht genug getan habe. Die, das ich jetzt manchmal denke, das ich die Situation so wie sie jetzt ist, mit 24/7 nicht ertrage, das ich lieber arbeiten gehe, egal was, um dem hier zu entfliehen. Das ich mich schuldig fühle, so wütend auf Mini zu sein, weil sie zum 100, 1000sten Mal dieses und jenes getan hat. Das ich ungeduldig werde, weil sie zum x – ten Mal aus dem Zimmer kommt, um mich zu fragen, was dieses und jenes Geräusch sei …

Meist hilft es mir dann, einen Spatziergang zu machen. Das mache ich, wenn Mini tief und fest schläft. Und dann auch nur die Straße rauf und runter, damit auch nichts passieren kann.

Heute Abend reicht mir der Balkon und das Bier – Mix – Getränk, um etwas zurück zu kommen. Ich gestehe mir zu, das ich mich schuldig fühle. Ich gestehe mir zu, wütend und zornig zu sein. Ich fühle mich hilflos, weil ich Mini nicht „heilen“ kann, egal wie viel ich ihr auch gebe und auch die Masse der Baustellen sind gewaltig. Und sich in sie hineinzufühlen ist erdrückend.

Hach ja … Morgen ist ein neuer Tag.

Tagebuch

Dienstag 22/2019

„Du siehst aber gut aus. Das Nicht – Arbeiten scheint dir gut zu bekommen!“, sagte die Kollegin, mit der ich mir bis vor kurzem das Büro geteilt habe. Für einen winzigen Moment halte ich inne, dann grinse ich. Ich bedanke mich und füge hinzu, das ich mich auch ziemlich gut fühle.

In der Küche habe ich etwas Kuchen und Schokolade platziert, zum Abschied aus den „Heiligen Hallen“. Beschweren dürfte sich keiner, es ist für jeden was dabei. Ich grinse wieder. Auch wenn man mir immer gern und oft unterstellt hat, das ich mich nicht um meine Kollegen schere, weiß ich doch, wer was gerne mag und sich drüber freut.

Die Zeit reichte, ein paar Späße zu machen. Die Kollegin etwas zu ärgern, indem ich ihr sagte, das ich mich morgens gern nochmal umdrehe und dabei an die Kollegen denke … 😂😂😂 …

Die Stimmung ist etwas seltsam, angespannt. Das habe ich für mich noch mitgenommen, als ich die Firma verlassen habe. Und auf dem Weg habe ich mich schon gefragt „Warum“ … 🤔 … Und ich habe mich auch gefragt, ob es erst wieder so ist oder doch schon länger so ist … 🤔 … Aber ehrlicherweise schob ich das ganz schnell wieder beiseite.

Wir besuchten danach noch Chefin Nr.2 und brachten ihr ihre Taschen zurück, plauschten und es gab noch einen Kaffee dazu. Auch hier hörte ich, das ich gut aussehen würde, *Grins*, und die Frage, ob ich auch ans zunehmen denken würde … 🤔 … Ähm, ja … 😂😂😂 … (Habe ich auch, zwar nur 1 Kilo, aber immerhin … 😁)

Chefin Nr.2 überraschte mich zum Abschied mit den Worten, das ich bitte, bitte zurückkommen soll, wenn es möglich ist. Ich würde wirklich fehlen und die Personalfrage? Streßig und nervig und außerdem wären viele, verdammt viele Kunden nicht nur enttäuscht. Sie bot mir sogar Sonderkonditionen an. Ich sagte ihr das, was ich ihr auch schon zuvor sagte, wenn die Betreuung geregelt ist, werde ich mich melden.

Auf dem Heimweg lächel ich noch immer vor mich hin … Finanziell brauch ich mir wirklich keine Gedanken machen … 😊 …

Über den Rest? Da lass ich mich überraschen, was kommt und vor allem, was das Leben mir anbieten möchte … 😁

Tagebuch

Montag 22/2019

Montag … Heute ein wackeliger Tag. Tag des flauen Magens. Der Tag nach dem Daueraufenthalt im Bad, die Nacht zuvor …

Mag ich es sowieso nicht, angeschlagen oder gar krank zu sein, gibt es Krankheitsauswüchse, die mir schlicht zuwider sind. Dazu gehört sich übergeben zu müssen … 🤢 …

So lag ich, nachdem ich mich gefühlte Ewigkeiten im Bad aufgehalten hatte, gequält und mitgenommen auf dem Sofa. Mal dösend, mal den rumorenden Bauch mit Wärme behandelnd. Noch weitere Sprints zum Bad folgen und rubbeln die Nerven blank.

Gegen morgen kehrt langsam Ruhe ein und sogar der Tee bleibt nun unten und verursacht keine Übelkeit mehr … GsD …

Irgendwann taucht die Mini auf und nach nur 5 Minuten haben wir uns in den Haaren … 🤦🏼‍♀️ … Kein Wunder, die Mini noch nicht ganz wach, nöhlte gleich rum und die Mutter? Wackelig auf den Beinen und kurzem Geduldsfaden, explodiert dieses Mal, weil das morgendliche Genöhle nicht zum aushalten war.

Nach weiteren fünf Minuten sind beide versöhnt. Die Mutter liegt wieder auf dem Sofa und die Mini richtet ihr Frühstück.

Irgendwann gegen Mittag fuhren wir einkaufen. Leben am Limit. In der Fülle an Eßbarem revoltierte der Magen auch sofort und erinnerte daran, bloß nichts zu essen. Außer vielleicht Zwieback? … 🤔

Zwieback ging so einigermaßen. Das wackelige Gefühl ist nach etwas Schlaf auch vorbei. Morgen ist dann wieder alles gut, aber der Tag heute wird ersatzlos gestrichen …

Tagebuch

Sonntag 21/2019

Der Tag geht zu Ende und so langsam mache ich es mur wieder drinnen gemütlich. Entgegen der Erwartung war das Wetter heute beständig schön und lockte nach draußen.

Also raus. Zum Wahllokal getappert und die vielen Zettel abgearbeitet. Damit also meiner Bürgerpflicht genüge getan.

Mini erlaubt mit den großen Mädchen abzuhängen, immer mit regelmäßiger Meldung hier zu Hause und selber auf dem Balkon gesessen, gelesen, Sonne genossen, gedöst … Kurz einen ganz chilligen Tag hinter mich gebracht.

Immer wieder sind dabei meine Gedanken zum gestrigen Tag zurück gewandert. Ein Lächeln ist dabei und auch viel nachdenkliches. Das Herz auf der Zunge? Ein wenig. Na gut, reichlich Herz war dabei.

Es war okay. Notwendig? … 🤔 … Kann ich nicht wirklich beantworten. Zum gestrigen Zeitpunkt fühlte es sich gut und richtig an.

So also ging der Tag vorbei. In Ruhe und in Gedanken.

Tagebuch

Oh mein Gott …

Ich kann es noch immer nicht glauben. Bin sprachlos und gleichzeitig völlig geflasht und aus dem Häuschen … 😁

Nee, ich hab nichts gewonnen und auch nicht unverhofft etwas geerbt …

Mini und ich waren heute einkaufen und waren dazu etwas weiter weg von zu Hause. Normalerweise meide ich beim Einkaufen Klamottenläden. Zum einen zu viele Leute, zum anderen zu viel Auswahl und überhaupt … 😱

Heute musste ich. Mini brauchte ein paar Hosen. Welche für den Sommer. Also rein in den Laden, gefühlte Ewigkeit mit Diskussionen verbracht (warum ist es so schwer für Kids ab 12 Klamotten zu finden, die beiden Seiten gefällt? 🤔) und erfolgreich mit 2 Leggis den Laden verlassen.

Während mich Klamotten null reizen, betrete ich Schuhläden nicht, weil Schuhe und Bücher gehen immer. Was ganz furchtbar ist … Gerade bei Schuhen. Da werde ich zur absoluten Frau und würd am liebsten im Schuhladen einziehen … 😂😂😂

Vorm Eingang sagte ich der Mini, das wir heute nur gucken. Aber eigentlich sagte ich es mehr zu mir. Nur gucken, nicht anfassen, nicht anprobieren und schon gar nicht kaufen.

Soweit der Plan und der Vorsatz … Es lief auch ganz gut. Mini entdeckte etwas für sich und ich stöberte weiter. Und dann sah ich sie …

Dachte, das kann es nicht geben. Ach, was soll ich noch lange reden … 😁 … Anprobiert, gelaufen, für gut befunden und mitgenommen ….

Und ja, Schuhe mit Plateausohle … 😍 … Muss man mögen und ich mag sie. Ich hab sogar noch ein Paar im Schrank.

Ich war so perplex, das sie wieder aufgetaucht waren, nachdem sie so lange in der modischen Versenkung verschwunden waren.

Nun, da konnte ich Mini natürlich nicht sagen, du bekommst nichts …

Sie hatte sich diese roten Treter ausgesucht und dann auch bekommen.

Und weil Schuhe ja immer gehen und mir für den Sommer noch eine Sandale fehlt … 😁 …

Gab’s ein paar flache dazu …

Aber um den Schuhladen mach ich erstmal wieder einen Bogen … 😂😂😂