Tagebuch

„Ich habe Feuer gemacht!“ …

So wie Tom Hanks in „Cast Away“ diesen Spruch voller Inbrunst rief, als das erste Feuer loderte, rief ich es gerade, als endlich wieder fernsehen in Minis Zimmer möglich wurde … 😁

Natürlich korrigierte ich mich und machte aus dem „Ich“ ein „Wir“, schließlich hat der Nachbar geholfen … 😁

Aber mit dem Anschließen allein war es dann doch nicht getan … 🙄 … Der Reciver meinte, er würde nur 4 Programme finden. Aha … Sehr interessant.

Interessant war auch mal wieder die Feststellung, das die Bedienungsanleitung nur zum Hintern abwischen taugt, weil nichts, gar nichts drin stand, was hilfreich zur Lösung des Problems gewesen wäre.

Insgeheim bin ich ja der Überzeugung, das dies Absicht ist, damit man entnervt einen Techniker anruft, der dann für teures Geld 2 Knöpfe drückt und fertig ist die Arbeit.

Nach einigem rumprobieren, Knöpfe drücken, Suchlauf starten, erneut Knöpfe drücken … ZACK … Alle Programme da und das in erträglich guter Qualität … 😁

Allerdings darf keiner verlangen, das ich jetzt genau erkläre, was ich da eigentlich gemacht habe … 😳

Ist aber auch egal … Es funktioniert.

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Lieblingsstück …

Hier also ein Bild von meinen „Rotkäppchen“ – Mantel. Er ist sauweich, schmusig flauschig, sehr leicht und herrlich warm … Und das Rot ist genau richtig!

Und das passiert, wenn man etwas präsentieren will … 🙈

Und extra für piri, die ja letztens ihre Schätze gezeigt hat.

Das ist „Gundula“. Eine Erinnerung an meine Mutter.

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Sonntag 43/2019

Der erste Kaffee ist getrunken. Morgendämmerung ist auch schon vorbei, die habe ich beim „zocken“ erlebt.

Jetzt überlege ich, mit was ich den Beitrag fülle. Der Timer tickt. Ich begrenze meine Schreibzeit und vor allem meine digitale Zeit. Ich detoxe jetzt, wie man so schön modern sagt.

Ich detoxe mein Leben, mal sehen mit welchem Erfolg … 🤔

„Du bist aber genügsam.“, hörte ich die Tage, als man mich fragte, was man mir Gutes tun kann und ich lediglich eine Umarmung verlangte.

Nee, weder genügsam, noch bescheiden. Lediglich so vernünftig, nur das zu verlangen, was der andere auch geben kann. Denn weder offensichtliches, Zeit, noch tiefer liegende Wünsche oder gar Sehnsüchte, könnten vom Fragenden erfüllt werden.

Obwohl … na ja doch. Wünsche werden schon bescheiden. So wäre ich schon froh, mal wieder allein zum einkaufen zu fahren oder ungestört in der Wanne zu liegen.

Dann ist mir gerade aufgefallen, das ich hier eigentlich ein bißchen Glück teilen wollte. Bekam ich doch die Tage wieder Klamotten zum durchsehen und fand ein wahres Schmuckstück in der Tasche, das mein Herz hüpfen ließ. Ein roter Kapuzenmantel. Ein Rotkäppchen – Mantel … 😍

Wenn ich später dran denke und vor allem dazu komme, werde ich ein Foto machen. Das Stück ist nun zu meinem Lieblingsstück geworden und ich freu mich, damit beschenkt worden zu sein.

Später hoffe ich, das der Nachbar was an dem noch im Raum stehenden Fernseh – Reciver – Problem machen kann, auch wenn ich mir jetzt nicht wirklich Hoffnung mache. In solchen Momenten fehlt mir mein Vater. Der hätte sicher helfen können. Ach, verdammt … Wieder so ein doofes emotionales Thema.

Die kommende Woche wird schwer. Morgen ist der Todestag meines Vaters und am Donnerstag, der meiner Mutter.

Morgen ist auch noch ein anderer „Jahrestag“, allerdings einer, der nicht gefeiert oder dran erinnert wird. Stillschweigend wird er kommen und vorbeigehen.

Gestern habe ich, als ich Minis Zimmer durchsah, Tabletten gefunden. Ihre Medikation, also tägliche Medikation. Hübsch im Schrank gebunkert. Schlimm genug, das sie ihren Dämpfer weggelassen hat, das sie aber auch eigenmächtig einige ihrer Lithium – Tabletten nicht genommen hat, macht die Situation jetzt nicht besser.

Also gehts die Woche noch zum Arzt, um den Spiegel bestimmen zu lassen und mit Hochdruck darum, bei dem mir am Freitag empfohlenen Kinder – und Jugendpsychiater einen Termin zu ergattern.

Heute herrscht hier Ruhe, sofern es an mir liegt. Ich mag heute so gar nichts machen.

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Samstag 43/2019

Ausgeschlafen scheint anders zu sein. Müde, nicht weil der Schlaf fehlt.

Die Mini schläft und schnarcht auf dem Sofa im Wohnzimmer. Müßte sie eigentlich nicht. Da aber seit gestern fernsehen in ihrem Zimmer nicht mehr möglich ist, ist sie ins Wohnzimmer gezogen.

Nachdem Mini nämlich den Kater zum wiederholten Male, trotz Verbot und schon etlichen Konsequenzen, in ihrem Zimmer eingesperrt hatte, flüchtete vor ihr auf den neuen Kleiderschrank. Dazu nahm er, wie schon zuvor, den Weg über den Fernseher (so ein alter Röhrenkasten) und beförderte, wie auch schon ein paar mal zuvor, den Reciver herunter.

Bisher hat er das immer verziehen und der „Schaden“ ließ sich leicht beheben. Gestern aber … Na ja, was soll ich sagen. Kaputt war das Ding und trotz etlicher Versuche und Tricks, bekam er kein Signal mehr.

Also besorgte ich einen neuen, sehr verärgert darüber, das ich das musste und dann auch noch ein Heidengeld dafür ausgeben musste. Das ich Minis Taschengeld einkassierte, sollte selbstverständlich sein.

Zu Hause angekommen, alles ausgepackt, angeschloßen und … Nichts! Nur der Hinweis, das das „Signal schwach“ sei. … ??? … Wie kann das denn sein?

Trotz der Nöhlerei und Gemecker von anderer Seite, noch ruhig geblieben und alles nochmal durchgeschaut. Nichts. Nada. Sense.

Großes Theater, weil Madame lieber zum Jugendclub wollte, anstatt zu Hause zu sitzen. Noch mehr Theater, weil der Fernseher nicht geht und die Frage sie beschäftigte, was sie heute Abend machen soll …

Entnervt das Kind zum Jugendclub gebracht und ihr gesagt, das ich sie um 18 Uhr wieder abhole und mich zu Hause dem Technik – Problem zugewandt, ohne Erfolg zu haben. Ziemlich viel Frust geschoben, weil ich es nicht verstehe, warum der alte Reciver einwandfrei funktionierte und nun der neue am rumspinnen ist. Helle Wut und Zorn loderten. Am luebsten hätte ich den alten und neuen Reciver, nebst Fernseher aus dem Fenster geworfen.

Allein der Umstand, das ich den Fernseher allein nicht gewuppt bekomme, verhinderte dies.

Noch mehr Frust, weil man nun bei Nachbarn „Bitte,bitte“ machen und schlimmstenfalls ein Techniker kommen muss.

Mit hohen Streßfaktor zum Jugendclub gefahren, um das Kind einzusammeln. GsD gab es keinen Anruf, das was vorgefallen sei … Wie blöd kann man eigentlich sein?

Dort angekommen, wäre ich am liebsten wieder verschwunden. So richtig, also zum Flughafen und mittels One-Way-Ticket so ganz weit weg …

Trotz der Anweisung vom Arzt und auch von mir, das Sport und Laufen tabu sind, ist Mini mit der einen Gruppe zum Sport gegangen. Nee, gebrochen ist nichts, den Op – Narben geht es auch gut und im Krankenhaus musste sie auch nicht bleiben.

Dafür hat sie nun eine Muskelzehrung und ich weitere sinnlose Stunden im Krankenhaus verbracht, weil sie ein dermaßen bühnenreifes Drama daraus gemacht hatte, das alle Umstehenden glaubten, sie hätte sich das Bein gebrochen oder schlimmeres …

Im Krankenhaus, während der Wartezeit und der Fahrt nach Hause, habe ich nicht ein Wort gesagt. Den Drang unterdrückt, loszubrüllen. Immer wieder die Fingernägel in meinen Arm gebohrt, um nicht auszuflippen.

Kaum das wir zu Hause waren, holte sie ihre Decke aus dem Zimmer und machte es sich auf dem Sofa bequem. Auf meine Frage, was da treibt, sagte sie, na fernsehen gucken, geht ja bei mir nicht.

Nein, auch da habe ich nicht losgebrüllt. Statt dessen nahm ich ihre Decke, brachte sie zurück in ihr Zimmer und sagte ihr, da könne sie sich aufhalten, mein Bedarf an ihrer Gesellschaft sei für heute gedeckt.

Jetzt also schläft sie hier und ich gucke mir die Morgendämmerung an und frage mich, welche Katastrophe heute wieder ins Haus steht …

Was als Fazit bleibt? Noch mehr Kontrolle und noch mehr um sie kreisen.

Einen Anruf vom Betreuungsdienst habe ich gestern verpasst. Na toll. Wieder bis Montag warten, bis man erfährt, was möglich ist.

Vielleicht hilft das Wochenende auch, meine Wut auf das Jugendamt etwas zu zügeln, das ein Angebot der Einrichtung vor Ort abgelehnt hat, mit der Begründung, das wäre nicht die Anfrage gewesen … Von dort war das Angebot gekommen, Mini in die Einrichtung zu holen, erstmal stundenweise, um sie schulisch und sozial zu fördern und in die Gruppen zu integrieren.

Ich habe schon wieder Kopfschmerzen. Der Kaffee schmeckt mir auch nicht besonders.

Der innere Flächenbrand ebbt etwas ab. Was bleibt ist Asche und Staub und das Gefühl von „Ist mir egal“ …

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Update Freitag 43/2019

Kann man so voll sein, das einem die Worte fehlen? Kann man so begraben werden unter Gefühlen, Emotionen, Stimmungen und Firlefanz, das man nicht nur glaubt dran zu ersticken, sondern auch zu ertrinken?

Ein gewisser Hang bis zum letzten zu gehen, ist mir eigen. Selbstaufgabe zum Wohl von anderen. Aber wozu? Ist anderen damit geholfen, wenn ich mich wieder Stück für Stück verliere?

Ich merke, wie ich mich nach und nach innerlich zurückziehe und den Posten einnehme, alles um mich herum, aus der Perspektive des unbeteiligten Beobachters heraus zu betrachten.

Dadurch bedingt, das mir meine eigene Emotionalität zuwider ist, mir selbst zu viel ist und mich offensichtlich daran hindert, effektiv an der Situation etwas zu verändern.

Ich rege mich zu viel auf und das bekommt mir nicht. Anderes verdirbt mir den Appetit. Beides Sachen, die so gar nicht gut für mich sind.

Aber was ist eigentlich gut für mich?