Tagebuch

Samstag 48/2019

Ich hätte heute bestimmt sehr viel mehr schaffen können. Hätte.

Aber ich habe nichts geschafft. Wollte ich auch nicht. Nein, Sir, heute nicht. Nope …

Es reichte einkaufen zu fahren. Es reichte vollkommen, den Haushalt zumindest oberflächlich zu erledigen.

Statt dessen rumgelümmelt. Geschlafen. Weiter rumgelümmelt.

Und jetzt? Jetzt bin ich halt noch wach. Ist okay. Morgen kann ich ausschlafen. Habe meine Gedanken soweit es geht sortiert.

Darüber nachgedacht, wie der letzte Monat im Jahr wohl werden wird. Die Rauhnächte stehen vor der Tür und wollen vorbereitet werden.

Das neue Jahr macht sich bereit und läuft sich im Hintergrund schon warm. Das alte hat den Einlauf auf die Zielgerade begonnen.

Was wird das neue Jahr bringen? Weitere 365 Tage mit Überraschungen und Möglichkeiten.

Ich freu mich drauf. Neue Aufgaben, Herausforderungen. Niederschläge und Aufschwung werden wieder dicht beieinander liegen.

Das alte Jahr? Ach ja … Es war so gar nicht so, wie gedacht oder geplant. Aber inzwischen ist es gut so, wie es gekommen ist.

Ein ruhiger Tag geht zu Ende und gleitet in eine ruhige Nacht … 🍀

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Noch immer Freitag …

… und das Antibiotika hat bisher gute Arbeit geleistet.

Heute Nachmittag bekam ich überraschend Besuch von dem netten Herren der ambulanten Betreuung. Nächste Woche Donnerstag kommt er mit der Frau vorbei, die dann ab sofort Mini Nachmittags 2 bis 4 Stunden bereuen kann … 😁

WOW … Was für eine Überraschung am Freitag und zum Wochenende.

Nein, übermütig werde ich nicht. Aber ich freu mich … 😊 … Wie Bolle.

Ist denn schon Weihnachten? … 😁 …

Ich fühl mich beschenkt. Ich kann ruhig durchatmen und ich kann auch wieder Lächeln und Spaß mit der Mini haben.

Die Aussicht, das es bald mit der Maßnahme in der Einrichtung losgeht und jetzt auch die weitere Betreuung steht, entspannt die Lage.

Und dann war da ja noch … Dieser Eine, der mich, egal ob ich schlecht gelaunt oder traurig bin, zum Lächeln bringt. Einfach nur, weil er da ist.

Dich mag ich. Du verstehst mich auch in doof.“ … Und genau das ist es. Er versteht mich auch, wenn ich blöd bin, zickig, aufsässig, schlecht gelaunt, aber auch, wenn ich mitgenommen, traurig und erst recht, wenn ich frech, lustig und vorlaut bin.

Was ich eigentlich sagen will … Wir sind uns schon ähnlich, zumindest aber teilen wir den gleichen, schrägen Sinn für Humor. Der Rest? Ist irgendwie nie klar definiert, da im ständigen Wechsel.

„Den Mensch fürs Leben erkennt man daran, das er so nervt, das man ihn töten könnte, es aber nicht tut, weil man sonst das restliche Leben allein verbringt.“

Und trotzdem … Auch jetzt gibt es noch Dinge, an denen nicht gerührt wird. Die schwer fallen auszusprechen, auch wenn sie völlig normal sind.

Das ist übrigens okay. Man muss nicht aussprechen, was beide wissen und fühlen.

So … Und jetzt kuschel mich ins Bett.

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Freitag 48/2019

Was für eine Woche. Ich bin geschafft, aber zufrieden. Der erste Advent klopft an die Tür und ich habe keinen Adventskranz. Ich will auch keinen. Hatte ich die Jahre zuvor auch nicht. Okay, die Jahre zuvor war ich in dieser Zeit auch immer alleine … 🤔

Es passiert gerade so vieles und ich lass mich gerne von dem Trubel mitnehmen. Richtig glücklich und zufrieden bin ich erst, wenn ich täglich meinen „Teil“ zum Ganzen beitragen kann. Es gefühlt drunter und drüber geht. Mittendrin, statt nur dabei.

Beruhigte es mich zu erfahren, das ich alle möglichen Dinge unter einen Hut bekomme. Joar, war schon ein gutes Gefühl … 😁

Aber … ich will es nicht mehr 7 Tage die Woche. Ich will nicht wieder so ausbrennen, wie schon einmal erlebt. Ist nämlich auch Mist, wenn man nur noch um all die anderen Dinge kreist und man selber irgendwo verloren geht.

Ich hörte die Tage eine Frau sagen, das sie 19 Jahre lang nur Hausfrau und Mutter war. Das sie es gerne war und sich nichts anderes hätte vorstellen können und auch gar nicht anders gewollt hätte. Okay, dachte ich und fragte, ob ihr das nicht zu Langweilig gewesen sei. Ihre Antwort war, nö, was sollte daran langweilig sein?

Das war der Moment wo zweierlei mit mir passierte. Zum einen wurde mir klar, das ich mit diesem Menschen keine weiteren Berührungspunkte habe und Kontakt auf „Guten Tag“ und „Guten Weg“ beschränkt bleibt.

Und zum anderen drängte sich mir die Frage auf, wie man allein mit der Rolle einer Mutter und Hausfrau zufrieden sein kann. Und wie anmaßend es von mir ist, dies in Frage zu stellen.

Allerdings ist das Thema für mich noch nicht vom Tisch. So völlig losgelöst von der persönlichen Seite, fragte ich mich, was den Unterschied ausmacht, zwischen den Frauen, die mit der herkömmlichen, traditionellen Rolle vollkommen zufrieden sind, und denen, denen das nicht reicht und weiter beruflich eingebunden sind oder anderweitig nach Verwirklichung streben.

Welchen Anteil trägt dabei die Gesellschaft oder gar die Frauenbewegung, die für Gleichstellung und Emanzipation die Flagge schwenkten?

Ich für mich weiß, wie es ist „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein. Es war eine interessante Erfahrung, mir aber zu langweilig und nicht die Erfüllung meines Lebens. Es zog mich wieder raus, ins Leben und die Arbeit. Ich wollte mein Leben nicht damit verbringen, Windeln zu wechseln, Kuchen zu backen und die „Mutter von …“ zu sein.

Ich sehnte mich nach anderen Themen, fern dieser Kinder/Haushalt – Geschichte. Ich hatte das Gefühl zu Hause zu verblöden.

Zudem komme ich aus einem Elternhaus, da legte man Wert auf Selbständigkeit. Schule, Ausbildung, Führerschein. Alles Dinge, auf die meine Eltern drängten. Mein Vater selbst brachte mir diverse Dinge bei, „männliche“ Sachen und sagte mir nur, das sollte man auch allein können.

War das der Grundstein dafür, das ich jetzt, heute, zu den Frauen gehöre, die nicht auf einen Mann als „Versorger“ oder „Kümmerer“ angewiesen sind?

Ich weiß es nicht, aber ich habe ja auch noch genug Zeit, darüber nachzudenken … 😁

Wie seht ihr das? Warum ist es für die einen völlig unverständlich, das man „nur“ Hausfrau und Mutter ist, während andere es als Sinn und Bestimmung ansehen? Und warum sind es eigentluch nur Frauen, die zu Hause bleiben? Gibt es vielleicht auch Männer, die mit dieser Rolle als „nur“ Vater und Hausmann glücklich wären?

Oder scheitert dieser Gedanke und Umsetzung an der Gesellschaft? Der Vorstellung daran, wie es sein muss? Wie lange dauert es, bis sich das, was bisher ungewöhnlich und komisch war, zur Normalität in der Gesellschaft wandelt? (So wie Tattoos. Die waren „früher“ verpönt und wurden den Ausgestoßenen der Gesellschaft zugeordnet. Heute? Da ist es eher ungewöhnlich, kein Tattoo zu haben.)

Was ist es letztlich, was darüber entscheidet, ob man mit dem „nur“ zufrieden ist oder weiterhin nach anderen Dingen strebt?

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Donnerstag 48/2019

Hoch die Hände! Wochenende! … 😁 … Zumindest für mich. Bis Sonntag. Morgen mache ich gar nichts. Nichts! Außer vom Sofa in die Küche oder Bad laufen. Hab ich mir verdient.

Zum üben, heute Mittag schon angefangen. Erst das bißchen Haushalt gewuppt, danach den Dreck abgespült und mich dann aufs Sofa gekuschelt … 😁

Gestern war ja der zweite Termin in der Wunscheinrichtung, wo wir nun auch die Betreuerin und Minis zukünftige Lehrerin kennen gelernt haben. Die Lehrerin hat einen riesen Stein bei Mini im Brett und das, obwohl sie nichts weiter getan hat, außer ein paar Fragen zu stellen … 😊

Weiterhin hat Mini recht entspannt auf die Betreuerin reagiert und sie nicht gleich abgelehnt … 😁

Wenn nun die Kostenzusage vorliegt, können wir am 06. Dezember mit der Maßnahme beginnen. 2× die Woche jeweils 4 Stunden, inklusive 2 Schulstunden.

Wenn es gut läuft und Mini sich zügig „anpassen“ kann, steht einer regulären Beschulung ab Frebruar nichts mehr im Weg … 😁

Jetzt hängen sich 3 Leute dran, um die Kostenzusage auf den Tisch zu bekommen, damit es endlich losgehen kann.

Ein Kompliment gab es. Von der Sachbearbeiterin vom Jugendamt. Wenn jemand genau sagen kann, was Mini gerade benötigt und wie man sie am besten führt, wäre ich das.

Der Termin war also erfolgreich und ich freu mich, wenn es nun endlich losgeht.