Tagebuch

Kartengeheimnisse … Die Drei …

1 + 1 ergibt auch manchmal 3 … Obwohl auch hier gilt 3 ist einer zuviel …

Eigentlich hätte sie es ja wissen müssen. Es war einfach zu perfekt, zu ideal, zu … Eben einfach zu gut. Er zu aufmerksam, zu bemüht, zu verschwiegen …

Warum es sie trotz aller Anzeichen so traf, war ihr dennoch ein Rätzel. Verletzt und wütend rannte sie durch die Wohnung. Unfähig einen klaren Gedanken zu fassen.

Oh, es war nicht so, das da keine Gedanken waren. Das ging über den festen Vorsatz, dem Arsch am nächsten Tag in aller Öffentlichkeit eine Scene hinzulegen und damit den Sack zuzumachen. Die Wut loderte lichterloh und die Sachen, die er hier gelassen hatte, flogen quer durch den Flur.

Nachdem der erste Sturm verraucht war, überlegte sie, das es sicher für ihr Ego gut wäre, ihm einen bühnenreifen Auftritt zu liefern, er das aber gar nicht wert wäre. Warum, zum Henker, sollte sie ihn auch noch mit solcher Aufmerksamkeit „belohnen“?

Nö. Ein klarer Schnitt muss her. Sie würde so tun, als sei alles in Ordnung, würde Fragen nach Treffen entschuldigen und still, leise und heimlich den Absprung vorbereiten. Neuer Job, neue Wohnung und Tschau!

Die Idee gefiel ihr ganz gut. Wußte sie doch, das er garantiert nicht so einfach den Rückzug antreten würde und wissen wollen würde, was vorgefallen sei. Und das genau war es, was sie nicht wollte. Weitere Aufeinandertreffen, Erklärungen.

Sie blickte auf das Tablet. Komisch, dachte sie, war das Zufall? Gibt es eigentlich Zufall? Sie wußte, das es da noch eine andere gab, das war auch nie ein Geheimnis. Und es war die erste Zeit auch kein Thema. Sie wollte nichts weiter von ihm, als eine gute Zeit. Das da vielleicht eine andere auf ihn wartete? Und? Das war sein Problem …

Sie wischt die Tränen weg, die inzwischen ihren Weg gefunden hatten. Warum hat es nicht so bleiben können? So unverbindlich, so unbeschwert? Wann verdammt hatte sich das geändert und gedreht? Und warum, verdammt, hat er nichts getan? Sie erinnerte sich, das sie ihm gesagt hatte, das sie mehr will als das, mehr als nur ein paar Stunden, ein Wochenende.

Und er? Er hatte weder was gesagt, noch getan. Statt dessen machte er weiter wie bisher und vermied solche Gespräche.

Jetzt, in dieser Situation, wurde ihr schmerzlich klar, das sie sich hat verarschen lassen. Das sie sein Spiel stets mitgespielt hatte. Er brauchte Ablenkung? Hast du heute Abend Zeit? Er war nicht ausgelastet? Ich könnte mir das Wochenende frei machen …

Oh, das tut verdammt weh. Wie naiv war sie eigentlich? Wie dumm? Vor ihrem Auge sieht sie ihn, wie er ausgelastet und mit sich und der Welt zufrieden, neben ihr auf dem Sofa sitzt und darüber redet, wie anstrengend der Job doch wäre …

Die Vorstellung läßt sie würgen …

Drei sind einer zuviel, in ihrem Fall sind zwei zuviel. Er und die andere. Die, die all das mit ihm teilte, das er ihr vorenthielt.

Spät am Abend tippte sie eine Nachricht, stellte das Handy auf lautlos und verkroch sich in ihrem Bett. Es dauerte lange, bis der Schlaf kam, aber er brachte Linderung und die Hoffnung, das dies vorbei gehen wird.

In ihrer letzten Nachricht an ihn, forderte sie ihn auf, seine Sachen am nächsten Tag zu holen, den Schlüssel auf den Tisch zu legen und sie zukünftig in Ruhe zu lassen. Sie hatte einen Anhang beigefügt, in dem von seinem anderen Leben berichtet wurde und sie wünschte ihm viel Glück.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s