Tagebuch

Montag 26/20

Weiter geht es mit dem Gedankensalat. Einmal querbeet und bitte schön unsortiert. Und wer Fehler findet, darf sie gern behalten … 😁

Gelesen, fĂŒr gut und richtig befunden und „geklaut“ …

Ich ziehe gerade Kraft. Auch wenn im Kopf einiges hin und her geht. Aber das kenne ich schon und ich lebe damit. Manchmal entspringen diesem Chaos echte „Gedankenperlen“ … 😎 … Jaha, diesem Wirrkopf entspringen zuweilen echt intelligente Ideen und Gedanken … 😁

Die Frage nach dem „Sinn“ oder dem „Plan“ vom Leben scheint wieder einige Leute zu beschĂ€ftigen. Auch fĂŒr mich immer wieder spannend. Der Sinn des Lebens? Den Sinn im Leben gibt es nicht, ich finde sowieso, das es die falsche Formulierung ist. Denn ganz platt ist der Sinn des Lebens zu „Sein“. Das aber wĂŒrde zwangsweise zu der Frage fĂŒhren, was das „Sein“ ausmacht oder definiert. Und da wird es sehr subjektiv, denn jeder wird diesen Begriff anders verstehen, wahrnehmen und letztlich erklĂ€ren.

Gibt es den „Plan“ vom Leben? Ist unser Leben vorhergesehen und steht fest irgendwo geschrieben? Ziemlich unwahrscheinlich.

In gewisser Art und Weise folgen wir schon einem „Plan“ und wenn es auch nur der genetische Plan ist oder der, der von Natur aus gegeben ist. Aber einen „schicksalshaften“ Plan? Nein, auch das denke ich nicht.

Bei solchen Fragen tauchen irgendwann Glaubensfragen auf. Glaube ich an Gott? Glaube ich an das Universum? Verneine ich das alles und berufe mich auf das Chaos? (Obwohl dem Chaos auch eine geordnete Struktur zugrunde liegt und damit auch wieder ein „Plan“)

Ich glaube nicht an Gott. Denoch ruht ein Glaube in mir, der unerschĂŒtterlich ist und je mehr daran gewackelt, gerĂŒttelt und in Frage gestellt wird, desto sicherer werde ich und kann darin ruhen. Nein, es macht wahrhaftig nicht alles „Sinn“ was einem so passiert und auch im RĂŒckblick machen gewisse Sachen einfach keinen „Sinn“, aber man hat daraus gelernt, ist daran gewachsen und ist etwas gefestigter als zuvor.

Was, wenn der „Sinn“ darin besteht, solche SchicksalsschlĂ€ge, Katastrophen und falsche Entscheidungen, durchzustehen und das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen? Was, wenn es darum geht, aus den Schatten raus zu treten und solche „Ereignisse“ nicht mehr nur negativ zu erleben.

Zugegeben, beim Tod eines geliebten Menschen ist das schon heftig und schwer. Obwohl ich da meine Zweifel habe, ob es deswegen so schwer ist, weil wir gesellschaftlich so geprĂ€gt sind (der Tod als Tabuthema sagt schon alles ĂŒber die Gesellschaft!) oder ob wir so auf das „Negativ-Erleben“ geeicht sind, das der Tod fĂŒr uns nur mit Verlust behaftet ist.

Sehr schwieriges Thema. Und ich klammer das jetzt auch mal aus. Der plötzliche Tod des Ehemannes meiner Brieffreundin hÀngt mir auch noch in den Knochen. Und ehrlich? Noch nie ist es mir so schwer gefallen, einen Brief zu schreiben.

Also, die Frage nach dem „Sinn“ oder dem „Warum“ sind die, die am wenigsten beantwortet werden können. Ja, ich frage auch zuweilen danach und fĂŒhle mich furchtbar gebeutelt und allein. Ungeliebt vom Leben, dem Schicksal und echt gemobbt von der GlĂŒcksfee. Aber das ist kein Dauerzustand. Meist steh ich am nĂ€chsten Morgen wieder auf, krempel die Ärmel hoch, putz nochmal die Nase und mache weiter. Und warum mach ich das? Weil das Leben eben weiter geht, die Welt sich trotzdem weiter dreht und weil ich entscheide, das ich auch heute, morgen und ĂŒbermorgen mitspielen werde und nicht einfach am Rand sitze und heule und jammer.

Es tut gut, zu dieser in mir ruhenden Kraftquelle wieder Zugang zu haben und sich darauf zu besinnen.

Und ja, auch wenn ich mir meiner StĂ€rke und Zuversicht bewußt bin, darf ich zuweilen auch heulen und jammern und das Leben dĂ€mlich finden … 😉

Zur Ruhe kommen … Die Überdosis Mini loswerden, die alles ĂŒberlagert. Ich habe verdammt viel geschlafen die letzte Woche. Irgendwie bin ich bei jeder Gelegenheit eingeschlafen. Heute ist der erste Tag, an dem ich Mittags kein SchlĂ€fchen gemacht habe, sondern mich um die Schreiben an die Krankenkasse gekĂŒmmert habe.

Mit erstaunen festgestellt, das ich gestern auf der Arbeit nicht wie sonst, mein Spray benutzen musste und auch sonst benötige ich es nicht mehr so oft. Ich könnte wetten, das mein Cortisolpegel wieder im Normbereich liegt … đŸ€” … Die innere Unruhe lĂ€sst sehr schnell nach und ja, der Gedanke der sich aufdrĂ€ngt, ist mir auch schon gekommen. Aber ich möchte lieber glauben, das es daran liegt, das ich seit einer Woche konsequent ein Nikotinpflaster trage.

Und sonst? Ist es ruhig. Oder ruhiger, wenn man den inneren Zustand betrachtet … 😊

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3 Kommentare zu „Montag 26/20

  1. So viele Fragen, die ich sehr gut kenne. So wenig, wie ich Antworten weiß – allenfalls eine Ahnung von ihnen habe. Glaube – du bist ein spiritueller Mensch, liebe Steffi. Nenn`ihn/sie/es, wie du möchtest, es ist wurscht. Unsere höhere Macht… und ja, auch im Chaos ist Ordnung.

    Den großen Plan, das wĂ€re schön. Wenn ich mich umdrehe, sehe ich, was bis dahin draus geworden ist, und oft bin ich dann dankbar und immer wieder ĂŒberrascht, heute so leben zu dĂŒrfen, allen Stimmungen zum Trotze. Nach vorne schauend gibt es wieder nur Ahnung, Glaube – verbunden fĂŒr mich mit der Bitte um FĂŒhrung. Ein dynamischer Prozess, verbunden mit unserer seelisch-geistigen „Grundausstattung“. Das Ergebnis hĂ€ngt immer wieder davon ab, welchen „Wolf“ in mir ich fĂŒttere, lasse ich mich von Schatten oder von Licht treiben.

    Schon interessant, in welchem Maße du besser atmen kannst, wenn fĂŒr eine Weile der Druck nachlĂ€sst. ES wird sich finden, in einigen Jahren schaust du zurĂŒck und siehst es, erkennst den „Plan“ 🙂 Der Rest ist Geduld, Vertrauen, Beharrlichkeit, tĂ€gliches sich-wieder-neu-richten. Und mit anderen teilen, das Ganze. Damit du nicht platzt …

    Liebe GrĂŒĂŸe!

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  2. Und wieder treffen deine Worte ins Schwarze 😊
    Es ist im Grunde egal, ob ich an Gott, das Universum oder das Chaos glaube. Der Akt des Glaubens an sich ist es.
    Oh ja, die Geschichte der beiden Wölfe liebe ich auch, auch wenn mir dazu immer wieder einfĂ€llt, wo Licht, da auch Schatten und ohne Schatten, kein Licht. Hier halte ich es mit der Balance, auch wenn meine Waage oft mal ins Extreme ausschlĂ€gt … 🙄
    Ja, es ist schon offensichtlich wie sehr mir Druck die Luft zum Atmen nimmt. Schon sehr oft festgestellt.
    Ob es sich finden wird? Bestimmt, mit etwas Zeit und Geduld. Minis Psychiater ist auch so jemand, der uns durch die Zeit „begegnete“ und sich als wahrer GlĂŒcksgriff erwiesen hat und so hoffe ich auch, wird es mit der zukĂŒnftigen Einrichtung fĂŒr Mini sein.
    Die Krise von Mini hat auch etwas gutes, es zeigte mir nochmal sehr deutlich, was wichtig ist und was in Zukunft tatsĂ€chlich zum Teufel gehen kann. Ich hoffe, dies auch fĂŒr lĂ€ngere Zeit beizubehalten und nicht erneut ins Hamsterrad zu steigen.

    GefÀllt 3 Personen

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