Tagebuch

Update Montag 36/20

Der Tag hat sich als völlig okay entpuppt. Zumindest als die Kopfschmerzen weg waren. 2 Stunden Schlaf und die Tablette bewirkten einen schmerzfreien zweiten Start.

Fenster putzen wurde kurzerhand verschoben. Es regnete, mal mehr, mal weniger. Die Tage wird sich sicherlich noch eine Gelegenheit ergeben, die Fenster wieder zum strahlen zu bringen.

Neben dem üblichen Putzturn, diverse Anrufe angenommen und geführt. Der erste kam aus der Klinik. Mini wird morgen entlassen, mit einer Medikamentenempfehlung, um ganz sicher zu gehen, das sie keine paradoxe Wirkung auf das Medikament hat. Der Sozialdienst hat das zuständige Jugendamt von der vom Klinikchef angedachten Einrichtung informiert, zumindest das klappt.

Der nächste Anruf kam überraschend von der mir und Mini bekannten Sommerbetreuung. Sie wird die von Mini gewünschte „Familienhilfe“ übernehmen und wird morgen gleich zum ersten Termin auf der Matte stehen … 😊 … Ich freu mich. Wirklich, diese Betreuung hat Feuer im Arsch und von Anfang an einen guten Draht zu Mini.

Ich bin schon jetzt gespannt, was Mini morgen sagen wird, wenn sie die Tür öffnet.

Das Jugendamt vor Ort ist informiert, das ich eine Ausweichmöglichkeit für Mini suche, wenn der Junior seine Besuchswochenenden hier hat. In diesem Punkt ist auch wieder einmal, wie eigentlich immer, wenn es um Mini geht, Kreativität und Ideenreichtum gefragt. Aber ohne handfestes Ergebnis lass ich sie nicht mehr von der Angel.

Der Kinder – und Jugendpsychiater ist auch über die Neuigkeiten informieet und nochmal dran erinnert worden, ob er eventuell noch in Frage kommende Einrichtungen kennt. Ich überforder den Guten gleich wieder, indem ich doch 2 Termine mit ihm möchte. Einen mit und einen ohne Mini, um bei diesen unbefangen reden zu können. Er versprach, sich morgen zu melden.

Irgendwann machte ich mir auch was zu Mittag. Beim Essen schrieb ich erst den Ex an und brachte ihn auf den neuesten Stand, danach war die Große dran. Ich schickte ihr die ersten Lieferdaten der Geschenke für Mini und erinnerte sie an die erste Rate und den Beitrag zum Handy.

Bevor ich die Mail an die Kostenstelle fertig machte, führte ich noch ein Gespräch mit der Wohngruppe vom Junior, weil es da einige Sachen zu klären gab und der Junior hatte dann auch noch Gesprächsbedarf.

Nachdem das alles geklärt war, konnte ich nämlich alle strittigen Fragen den Junior betreffend auch gleich in die Mail mit einbringen. Das ist wirklich der Vorteil, wenn beide Kids von einer Sachbearbeiterin betreut werden … 😁

Das Fazit vom Tag? Der Schreibtisch ist aufgeräumt, der Schreibkram erledigt. Die Wohnung ist wieder sauber und aufgeräumt (bis auf die Fenster 😂😂😂). Anrufe sind auch erledigt und es sind diverse Dinge angeschoben wurden.

Jetzt geht’s in die Falle … Damit ich morgen fit bin, wenn ich Mini aus der Klinik hole … 😉👍

Tagebuch

Montag 36/20

Bäh … Es ist Stockduster und kalt. Alter, was das denn?! Erster Gedanke beim Verlassen vom Bett. Der Wunsch wieder unter die warme Decke zu kriechen ist riesig.

Der Kopf pocht. Na toll. Da trink ich mal einen Wein und dann das. Ich bin so semi begeistert. Besser kann der Tag ja wohl kaum anfangen (doch, kann er, aber nicht hier und nicht heute).

Kater füttern, wieder über einen von beiden leicht ärgern, weil er Futterallüren entwickelt (Mimimi, das Nassfutter fress ich nicht, Mimimi, das ist nicht die gewohnte Sorte).

Warten, das der Kaffee durchgelaufen ist (dauert das immer so lange?), in der Zwischenzeit eine Schmerztablette raussuchen. Immer noch nicht fertig?

Ich zieh mir eine Jogginghose an, einen dicken Pulli und Socken. „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren!“ … Du hast gar keine Ahnung, lieber Karl. Wenn man Jogginghosen trägt, hat man noch nie irgendwas kontrolliert. Schon gar nicht sein Leben.

Endlich mit Kaffee bewaffnet geht’s ins Wohnzimmer und dort nehme ich auch die Tablette.

Der pochende Kopfschmerz wird bald ein Ende haben. Und ich denke an Kontrolle und an Sicherheit. Alles noch etwas schwerfällig heute Morgen.

Montag. Wochenstart und Monatsletzter. Heute steht einiges auf der Liste und ich habe keine Lust. Nö. Nicht im geringsten.

Schon gar nicht darauf, mich wieder mit dutzenden Leuten auseinander setzen zu müssen. Für einen Moment spiele ich mit dem Gedanken, mich einfach tot zu stellen. Wird nur nicht funktionieren. Nicht bei mir.

Ich werde mich nochmal hinlegen. Es ist mir zu dunkel und die Motivation? Scjläft auch noch.

Vielleicht ist der Tag später etwas weniger blöd. Mal gucken …

Tagebuch

Sonntag 35/20

Eigentlich wollte ich heute Vormittag in der Wohnung werkeln und etwas putzen. Eigentlich …

Uneigentlich läuft der zweite, frische Kaffee durch und verbreitet schon seinen Duft. Ich pfeif heute auf den Haushalt (was für einen Haushalt? Ich bin allein!), statt dessen erledige ich ein paar andere Sachen. Der Schreibtisch will aufgeräumt werden, Papiere abgeheftet und Überweisungen vorbereitet werden.

Bei der Gelegenheit werde ich meine Finanzen mal überschlagen und etwas hin und her rechnen und sehen, was unterm Strich stehen bleiben wird. Dabei fällt mir ein, das ich demnächst wohl Post vom Rententräger bekomme, bezüglich meiner Weiterbewilligung der Rente.

Geschenke wollen noch bestellt werden. Für Minimi. Bettenset, Spannbettlaken und ein oder zwei Garnituren gehen dann raus an mein Enkelkind.

Ein Anruf in der Wohngruppe vom Junior ist fällig. Zum einen sind ein paar organisatorische Fragen zu klären und natürlich das Gespräch mit dem Junior. Ich möchte schon wissen, wie sein Schulstart war … 😉

Heute Nachmittag besuch ich eine ehemalige Kollegin und bin gespannt, was sie so alles zu berichten hat. Bei ihr standen ja auch einige Veränderungen an und ich bin gespannt, wie das bei ihr nun fortgeschritten ist.

Und sonst? Gönn ich mir eine Pause. Morgen kann und muss ich mich auch wieder um die „brennenden“ Themen beschäftigen, aber erst morgen …

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Anrufe …

Für gewöhnlich bekomm ich schon Magenschmerzen, wenn ich die Nummer der Klinik sehe.

Vorsichtiges horchen, nachdem ich mich gemeldet hatte. Entwarnung. Mini wollte mit mir reden, ob das geht?

Nach dem „Ja“ dauert es nur einen Augenblick und ich höre mein Kind.

Nach einer mehr oder minder höflichen Frage, was ich gerade mache und wie es mir geht, platzt sie mit dem raus, was sie gerade bewegt.

„Ich möchte nächste Woche nicht nach Hause. Ich möchte hier in Therapie gehen. Und außerdem … „

Sie holt tief Luft und ich merke, es fällt ihr schwer.

„Ich glaube nicht, das das klappt. Ich werde so wütend, wenn ich dich sehe und deswegen will ich nicht nach Hause. Aber lieb hab ich dich trotzdem!“

Ich könnte heulen … Nein, nicht deswegen, das sie nicht nach Hause will. Sondern eben weil sie es formuliert hat, warum sie es nicht will.

Ich warte auf den Rückruf der Oberärztin, die heute Dienst hat. Es könnte auch morgen erst was werden mit dem Telefonat. Egal. Aber das muss besprochen werden …

Und ja … es ist ein Fortschritt.