Tagebuch

28. Oktober … ein vielbedeutendes Datum

28.10.2003

Der nun Ex – Mann hat Geburtstag. Abends rief meine Mutter an. Nach dem Gespräch reichte er mir den Hörer mit den Worten „Deine Mutter will dich noch sprechen!“ und zuckte die Achseln.

Ich wollte dir nur sagen, das ich dich ganz dolle lieb habe, egal was passiert!“

Zu ihrem Schwiegersohn hatte sie nach der Gratulation gesagt, das sie ihn auch lieb hätte. Es war das erste Mal, das sie das gesagt hatte.

Ich dachte nach dem Telefonat, das sie, wieder einmal besoffen sei. Zumindest auf dem Weg dahin.

Am 31. Oktober wurde mir bewußt, das dies ihre letzten Worte waren …

28.10.2009

Wieder ein Geburtstag und ich bin mit dem Noch – Ehemann und Schwiegervater im Auto zur Reha unterwegs. Ich darf nach Norderney.

Nachmittags, als ich mich zu Hause melde, sagt mir mein Noch – Ehemann, ich soll bitte meine Oma anrufen.

Ich habe ein ungutes Gefühl. Drei Monate zuvor erfuhr ich das er Krebs hat. Ursprünglich Magenkrebs, der in die Knochen gestreut hatte. Unheilbar.

Seit dem Tod meiner Mutter und ein paar häßlichen Begebenheiten danach, hatte ich keinen Kontakt mehr zu ihm. Die Kinder, seine Enkel, kennen ihn alle nicht.

Der Anruf bringt Gewißheit. Mein Vater ist die Nacht im Krankenhaus verstorben. Ich hatte ihm durch meine Oma angeboten, ihn zu besuchen und mich mit ihm auszusprechen. Er starb ohne davon Gebrauch zu machen.

Zur Beerdigung fuhr ich nicht. Ich war ja in Reha. In der Todesanzeige, die dann erhielt, war mein Name nicht aufgeführt …

28.10.2014

Dieses Mal ist mir der Geburtstag egal. Der Ex ist nun offiziell ein Ex, da wir uns im Trennungsjahr befinden.

Eigentlich verbringe ich diesen Tag immer damit, meinen Gedanken nachzuhängen. Nur nicht dieses Mal.

Seit kurzem gibt es da jemand, der etwas verschoben, schräg, einfach anders ist und spontan fragt, ob er mich nicht heute besuchen könnte.

Ich bin überrumpelt und stimme auch aus Neugier zu …

28.10.2020

Wieder dieser Tag. Wieder diese vielen Gefühle.

11 Jahre ist mein Vater nun tot. 17 Jahre werden es bei meiner Mutter. Es schnürt mir die Kehle zu, noch immer. Ich war heute schon im Friedwald, um kurz für mich zu sein und hemmungslos zu weinen. Darüber, das sie mir so fehlen. Darüber, das meine letzten Gedanken an meine Mutter so negativ waren. Darüber, das ich mit meinem Vater unversöhnt auseinander ging.

6 Jahre begleitet mich nun die schräge Person. Danke, das du das damals so gemacht hast. Danke für alles, was du in der ganzen Zeit für mich getan hast. Danke, das du zu einem Vertrauten wurdest. Ich ❤ dich … So wie du bist.

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Dienstag 44/20

Ahh … zunehmender Mond. Kein Wunder, das Mini so angekratzt ist und auch ich schlafe wieder unruhig.

Sei es drum. Ein kurzes Zwischenspiel und dann noch etwas Schlaf auf dem Sofa.

Der gestrige Montag war ein wirklich guter Start in die Woche. Mini war mit der Betreuung unterwegs, holte die Medikamente ab und besorgte sich ein paar Anhänger und Perlen. Für Mini ist der Laden eine wahre Schatzkiste und Fundgrube. Für kleines Geld bekommt man dort allerlei Deko und Bastelzeug.

Ihre Betreuerin war positiv überrascht von dem ruhigen Morgen und lobte Mini auch. Zu mir sagte sie noch, das Mini seit langem jetzt wieder mal offen war und sich ohne Widerstand auf alles einlassen konnte. In einer solchen Verfassung seien dann auch wieder Einheiten in der Einrichtung möglich.

YEAH … Das sollte das Ziel sein. So langsam denke ich, das das neue Medikament wirklich eine gute Entscheidung war.

Mit der zweiten Betreuungskraft gestern noch ein Termin zum Gespräch am Mittwoch abgesprochen, um ein paar organisatorische Dinge zu besprechen und die momentane Lage zu thematisieren.

Und mit ihr besprochen, das sie heute etwas früher kommt. Ich muss ja zum Arzt und deswegen zeitig los.

Mini möchte heute backen. Wenn ich also später wiederkomme, kann ich Kekse probieren.

In der Zeit in der Mini gestern außer Haus war, habe ich dann die Wohnung „durchgewirbelt“. Zwischendrin noch zwei Telefonate geführt. Ich hatte gestern Morgen zwar gesehen, das mich am Abend zuvor die Wohngruppe versucht hatte anzurufen, mir aber nichts dabei gedacht.

Dann rief der Ex an. Ob mich die Wohngruppe schon angerufen hätte? Junior sein Medikament zur Nacht sei verschwunden und wenn er es nicht bei mir vergessen hätte, hätte er es wohl verkauft und dann wäre er raus aus der Gruppe … 🙄

Yeah, Drama, Baby, Drama … 🤦‍♀️

Das Ende vom Lied? Junior hat am Morgen seine Tabletten abgegeben, nachdem er sie nach nochmaligen Suchen doch noch in seiner Tasche wieder fand. Und es fehlt nichts, was nicht auch fehlen sollte.

Klar das die Gruppe mißtrauisch ist, es geht hier auch nicht um Baldriantabletten. Aber die Reaktion vom Ex? Na ja, lassen wir das.

Juniors Betreuerin sagte ich nur trocken, das, wenn es darum ginge, die Medis zu „verticken“, dann würde er sich Minis Medikamente schnappen. Und davon ist nichts verschwunden.

Also für einen Montag mehr als genug an Aufregung und Spannung.

Beim späteren Wocheneinkauf, dann noch das hier mitgenommen …

Der ist für Minimi …
Dieser für die Große …
Und dieser für Junior … 😁

Mini wollte keinen. Zumindest keinen mit Schokolade. Sie möchte einen mit Schminke und Wellness – Artikeln. Dafür will sie auch nichts zum Nikolaus. Schließlich sei der teuer genug, belehrte sie mich. Kleines Klugscheißerchen … 😂😂😂

Und jetzt lehn ich mich zurück und trinke noch einen … ☕

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Netzfund …

ARSCHLOCHZEIT 😉

Weisst du liebes Arschloch,
jetzt bist du einfach
einen Schritt zu weit
gegangen.

Dein nicht fühlen, was
ich nicht hören will, dein nicht
wahrnehmen, was mich
verletzt, und deine
Überheblichkeit mir dadurch
zeigen zu wollen, dass
ich nicht wirklich frei bin,
haben den Topf zum Überlaufen
gebracht.

Dein Gegockel mit wem
du schon was und wann
und wie gehabt hast,
dein Drang mir zu sagen
was andere Frauen in
dir auslösen, und deine
analytischen Worte nachdem
wir uns liebten, dass es
dieses mal nicht so perfekt
war wie auch schon,
haben mich vorerst
verstummen lassen.

Von dem Ausruf,
nachdem du sofort
dein Handy gecheckt hast:
„Was will meine Ex den
nun schon wieder!!“
ganz zu schweigen.

Du sagst du siehst meine
Grösse, du sagst du hast
keine Angst vor mir,
du sagst du kannst mit
meinen Emotionen umgehen,
du sagst, wenn ich nicht
so ne Zicke wäre, würde
vielleicht noch mehr gehn????

Das alles kommt tatsächlich
aus deinem Munde. Dem
Mund, den ich liebte zu
küssen, dem Mund
der mich zum Lachen
bringt, dem Mund der
mich berührte, weich und
warm und würdig.

Du sagst, eine Nähe wie mit
mir hättest du so noch nie
erlebt, so innig, so voller
Hingabe, so voller Sanftheit
und Lust. Du sagst die
Gespräche mit mir, sein
schön und tief und
bereichernd, von meiner
Schönheit die dich berührt,
ganz zu schweigen.

Und dann, was machst
du.. liebes Arschloch? Du sagst,
aber es ist halt nicht ganz
perfekt, es ist halt nicht
ganz 100%. Es ist halt
nicht die grosse Liebe.
Und ich seh noch wie
froh du bist, über deine
„Ehrlichkeit“. Und ich seh
noch, wie du meine
Tränen wie eine Kette
um deinen stolzen
Hals legst, und dann
gehst.

Weisst du, liebes Arschloch,
ich sehe dein Herz, ich sehe
deinen Schmerz, ich sehe
deinen Selbstbetrug, ich seh
deine verleugnete Angst,
ich sehe wo ich dir den
Atem nehme und ich seh
wovor du dich versteckst.

Was du nicht siehst, das
sehe ich. Und darum musst
du die Waffe ziehen und
mich an meiner Archillessehen
treffen. Mit Manipulation,
mit Kälte, mit Unnahbarkeit,
mit Rückzug.

Liebe Arschloch, du bist
nicht alleine. Du hast
Gesellschaft. Es gibt viele
von dir. Überall. Ich würde
mal sagen, ihr seid sogar
in der Überzahl.

Doch von uns gibt es auch
viele. Immer mehr. Und wir
kommen zusammen, wir
verbittern nicht, wir berauben
uns nicht der Liebe, nicht
der Lust und nicht der
Hoffnung. Denn wir haben
unser bestes geben, ohne
Mühe, ohne Anstrengung,
weil es unserem Wesen
entspricht.

Ja manchmal sind wir naiv,
ja manchmal sehen wir mehr
in euch, als ihr jemals sein
werdet. Aus dem einfach
Grund, weil ihr es nicht wollt.

Wut ist gut. Ich liebe sie,
die Wut. Die vor der du Angst hast,
die für die du dich selber schämst,
und darum Unterdrückst. Immer
schön lächeln, immer schön
positiv denken, immer schön auf
das Ziel gerichtet bleiben.

Und Traurigkeit ist schön. Ich liebe
sie. Und auch vor ihr weichst
du zurück. Zu tief, zu tief, zu
tief… das letztemal als du
zu tief gefühlt hast, hat sie
dich fallen lassen. Die Liebe
deines Lebens. Und ein
Held verbrennt sich niht
zweimal. Nun bist du
gerüstet im wahrsten Sinne
des Wortes.

Doch deine Rüstung glänzt
schon lange nicht mehr.
Du vermeindlicher Held,
bist eines von vielen
Arschlöchern.

Doch die Liebe, die ich
sehe, kannst du nicht
verbergen. Egal wie
du dich benimmst.
Aber jetzt bleib
mir aus den Augen,
und geh mir aus den
Sinn, bis du bereit
bist .. bis du
bereit bist.

BängBäng


PS: mir war mal wieder nach einem Arschlochtext. 😝 Der Text ist fiktive und frei erfunden. Sollte sich jemand damit identifizieren, auf weiblicher oder männlicher Seite übernehme ich keine Haftung, dies basiert auf reinem Zufall.

Pic: Unknown Text: Moskau Devi

Tagebuch

Montag 44/20

Wieder einmal vorm Wecker wach. Noch nicht ganz wach. Gut, das der Kaffee gleich fertig ist. Auch gut, das ich so früh am morgen nichts entscheiden mussdas wäre dann wohl eine Katastrophe … 😁

Aha, der Humor ist also auch schon wach. Ich grinse bei der Vorstellung, welche Entscheidung man ohne Kaffee wohl so völlig in den Sand setzen würde und wie das Ergebnis mit Kaffee aussehen würde. In meinem Kopf erscheint das Bild als Comic, so einmal „ohne Kaffee“ und „mit Kaffee“. Der Hauptdarsteller ist karikierter Trump. Jetzt kicher ich wirklich …

Der Wahnsinn läßt grüßen. Macht nichts. Ist auch ein alter Freund des Hauses und darf immer gern vorbei schauen. Jessas, Kaffee! Mach gefälligst deinen Job!

Die Betreuung von Mini kommt heute wieder ins Haus. Toll. Ich bin so semi begeistert. Zwar hat Mini schon einen Plan, aber für mich das nicht Gelbe vom Ei. Mini selbst möchte die Pfandflaschen wegbringen und sich von dem Geld noch Perlen für ihre Armbänder besorgen. Ist jetzt zur Zeit ihr neuestes Hobby. Armbänder. Ist zwar schön, das sie was gefunden hat, mich nervt es, das die Betreuung wieder hier statt findet.

Da wird wohl ein Gespräch fällig sein. Orrr, als wenn ich da so Lust drauf habe … 🙄 … Als wenn das irgendeinen interessiert.

Im übrigen Gespräche. Die Liste derer, die ich wegen Mini führen muss, ist um einiges länger, als meine persönliche Gesprächsliste. Da läuft doch was verkehrt, oder? … 🤔

Pünktlich zum morgigen Termin beim Lungenfacharzt, stellt sich der Infekt ein. Der, der die ganze letzte Woche einen auf sich zierende Jungfrau machte. Nee, ich komm jetzt doch nicht. Mimimi, jetzt zeig ich mich nicht, aber ich lass mal etwas etwas Kurzatmigkeit da … 🙄🤦🏼‍♀️ … Meine Werte werden also morgen zum Teufel sein. Sind sie zwar sowieso, aber mit Infekt sind sie so übel, das man am besten gar nicht drüber redet. Andrerseits … 🤔 … Solche Werte für den Rententräger bestimmt gut sind, wo er doch meint, mein gesundheitliches Befinden könnte sich doch … Ach, lassen wir das. Nachher unterstellt man mir noch, ich würde rumjammern. Oder gar, das ich es schlechter darstelle, um bloß nicht arbeiten zu gehen.

Bäh, der Zyniker ist also auch schon wach … 🙄 … Als wenn ich den jetzt gebrauchen könnte … 🤦🏼‍♀️

Der Ausblick auf die neue Woche ist … 🤔 … Irgendwie langweilig. Ja, es gibt einiges zu tun und es gibt auch den einen und den anderen Termin, aber nichts, was einen jetzt vom Hocker reißt oder besonders spannend wäre. Dank der steigenden böse „C“ – Zahlen und dem sich häufenden schlechten Wetter, bleiben also nur wieder Indoor – Aktivitäten.

Auch emotional ist der Ausblick auf die Woche jetzt nicht so prickelnd, die Totestage meiner Eltern liegen direkt vor mir. Und auch wenn ich mit ihnen selbst meinen Frieden geschlossen habe, triggern diese Tage immer wieder das Thema Familie, Verlust und Geborgenheit.

An solchen Tagen und diesen speziellen Momenten frage ich mich, ob das jemals aufhört. Ob ich überhaupt darüber hinweg komme. Das dies dämliche sehnen aufhört. Es frustriert mich. Macht mich auch ziemlich wütend, das im Innern noch immer diese verdammt, verkackte Hoffnung blüht und sich immer wieder ins Gedächtnis bringt, obwohl die Realität doch immer wieder den Irrtum offenbart, was Familie und Co. angeht.

Lassen wir das. Lieber noch einen Kaffee … ☕