Tagebuch

Dienstag 04/21

Ich bin noch immer neben der Spur. Gestern schon und heute scheint sich das fortzusetzen. Toll. Ganz toll. Nicht immer ist es schön da, neben der Spur. In diesem Fall ist es steinig, schmutzig, schlammig, zäh und zugewuchert.

Mini nervt extrem und ich frage mich, nervt sie mich, weil ich so neben der Spur bin oder nervt sie, weil sie tatsächlich nervig ist?

Ihre Betreuung Nr. 1 hat sich Sonntag noch weiter krank gemeldet und Betreuung Nr. 2 gesellte sich gestern dazu. Hurra! Wenn schon, denn schon. Das hebt die Stimmung so richtig.

GsD hat die „Neue“ gerade sehr viel Zeit. Gestern war sie hier und nahm Kontakt zu Mini auf. Allein und bei einem Spaziergang. Heute werden die beiden einkaufen fahren und anschließend hier kochen.

Zudem werde ich heute zusehen, das Mini ihr Schulzeug ausgetauscht wird. Ihr Belohnungsheft abgeben, weil das voll ist und den neuen Arbeitsplan mitnehmen. Freitag gibt es Zeugnisse und gestern fragte die Lehrerin, ob Mini sich das persönlich aus der Schule holen will. Ihr wäre das lieber, sie würde Mini gern persönlich dazu sehen und etwas sagen. Ich finde das gut.

Mini selber? Der passt gar nichts. Wenn gar nichts passiert, ist es doof. Ist was geplant und der Plan steht, ist es auch doof. Am liebsten würde sie wohl den ganzen Tag im Bett liegen, aufs Handy starren und Chips und Kekse in sich reinschaufeln. Bloß keine Anforderungen erfüllen, aber ständig selbst irgendwelche Forderungen stellen. Arghhh … 😡

Mir platzt dabei fast der Kragen und ich könnte ausflippen. Dieses aufsässige, provokante Verhalten geht mir sowas von auf die Nerven.

Gedanklich habe ich schon die Astschere neben mich gelegt und ich werde sie mit Wonne benutzen, um das Kind zurecht zu stutzen. Aber nicht heute. Heute brauch ich noch den Tag, um mich selbst wieder runter zu fahren und den persönlichen Level zu verlassen.

Der Vermieter hat sich für heute auch noch angekündigt. Die Nebenkostenabrechnung ist fertig. Ich freu mich gerade so gar nicht. Es ist garantiert eine Nachzahlung fällig. Das würde nämlich total ins Bild passen. Na ja, ich lass mich überraschen.

Und jetzt verkriech ich mich nochmal. Vielleicht sieht die Welt danach ja freundlicher aus … ☕

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Sonntag 03/21

Tatsächlich auf dem Sofa versackt. Der Film war spannend, aber nicht so spannend, um mich wach zu halten … 😁

Okay, also den üblichen Turn abgespult und jetzt ein paar Minuten die Zeit überbrücken, bis ich nochmal eine Runde schlafen gehe.

Festgestellt, das es hier schon wieder geschneit hat. Na toll … 🙄 … Zwar nur ein paar Zentimeter, aber genug, um alles weiß zuzudecken.

Der Tag heute wird nicht schlecht. Erst der Besuch zum gemütlichen Reden und danach „Wachdienst“ an der Tankstelle. Für den Abend könnte ich mir was besseres vorstellen, aber was soll’s.

Es gibt schlimmeres, nebenher Geld zu verdienen.

Die kommende Woche wird ruhiger. Die ersten Betreuungseinheiten am Nachmittag laufen an, auf die ich schon gespannt bin. Ein Vorsorgetermin steht an und zwei Schichten an der Tankstelle.

Die letzte Woche fand ich jetzt nicht so anstrengend. Aber es geht ja nicht nur um mich. Auch Mini hat die Woche gut überstanden. Ich hoffe ja darauf, das durch die ausgebaute Betreuung und Beschäftigung, sie gesamt etwas ruhiger und ausgeglichener wird.

Gestern festgestellt, das ich jetzt im Januar weniger Zeit für meine Belange hatte, als gedacht. Mhh, das sollte ich im Auge behalten.

Aber nicht jetzt … 😁 … Jetzt mach ich mich nochmal lang und schau mal, ob ich noch ein paar Träume fangen kann.

Tagebuch

Samstag 03/21

Na toll. Ich habe es tatsächlich geschafft, gestern meine Leserbriefe auf der Tankstelle liegen zu lassen … 🙄 … Werde ich jetzt tatsächlich so alt und vergesslich, das ich mir noch zwei, drei Brillen anschaffen muss, damit zumindest eine immer griffbereit ist?

Nun gut, bis morgen werde ich es schon überleben. Da bin ich ja nochmal arbeiten und werde sie nach der Abrechnung gleich wegstecken und nicht liegen lassen … 🤦‍♀️

Und so schlecht sind meine Augen auch noch nicht. Aber beim lesen und schreiben, ist die Brille schon eine Erleichterung. (Ja, ich bin eitel. Und ja, ich finde, eine Brille steht mir nicht!)

Heute ist ein vorgezogener Sonntag. Da ich morgen Abend wieder in der Spätschicht Wache halte, zählt der Tag bestimmt nicht als „Ich-Mach-Heute-Nichts“ – Tag. Zudem habe ich morgen Nachmittag noch einem Besuch zugestimmt. Vor der Arbeit werde ich meine ehemalige Arbeitskollegin besuchen. Ist mal wieder Zeit für Kaffee und Kuchen. Und natürlich für den neuesten Klatsch und Tratsch … 😁

Der natürlich nur informativ. Es interessiert mich nicht wirklich, was wer wann über wen gesagt hat, aber es schadet auch nicht.

Gestern Abend schaute ich schon ziemlich neidisch auf die Kollegin auf der anderen Seite. Die darf nämlich um 21 Uhr schließen. Weil es sich dort nicht länger lohnt. Auf meiner Stammseite läuft es derzeit noch, sollten aber auch hier die Zahlen zurück gehen, wird hier auch wieder um 21 Uhr Schicht sein.

Ich habe es gestern gut beobachten können. Also auf meiner Seite. Von 16 bis 19 Uhr war richtig gut zu tun und ich war ausgelastet. Von 19 bis 21 Uhr war es nur noch mäßig, bis vereinzelt. Das zeigte mir auch die Geschwindigkeit, mit der ich durch die Abendroutine fegte.

Normalerweise brauch ich tatsächlich die 2 Stunden, um die abendlichen Pflichten zu erfüllen, um in der letzten Stunde nur noch den Kleinkram zu haben (Zeitung, Kasse und Zigaretten).

Gestern war ich um kurz nach acht durch und musste mir ein paar Dinge suchen, um die Zeit zu überbrücken.

Unter anderem fragte ich mich, ob man, also die Gesellschaft, solch lange Öffnungszeiten überhaupt braucht … 🤔

Braucht man Tankstellen, außer an ausgesuchten Stellen, die 24 – Stunden offen haben?

Müssen Einkaufsläden auch am Wochenende bis 21 oder 22 Uhr geöffnet sein?

Ich kann mich noch daran erinnern, das Geschäfte in der Woche um 18, 19 Uhr und am Samstag um 13 Uhr schlossen. Und ich hatte nicht das Gefühl, das irgendetwas fehlte. Im Gegenteil, es schien ruhiger zu sein, entspannter.

Darüber habe ich nachgedacht. Würde mir was fehlen, wenn die Geschäfte wieder früher schließen würden? Egal ob Lebensmittel, Textiel oder Möbelhaus.

Nö. Mir würde nichts fehlen. Es wäre eine Frage der Organisation und der Umstellung, das plötzlich nicht mehr alles ständig verfügbar ist.

Wie sieht das bei Euch aus? Würdet ihr damit Probleme haben, wenn sich die Öffnungszeiten verkürzen?

Ich hol mir noch einen Kaffee … ☕

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Freitag 03/21

Ich stelle wieder einmal fest, das ich nicht mit Geduld gesegnet bin. Ich bin sowas von genervt, das es morgens noch immer so dunkel ist und bleibt. Es nutzt auch nicht, sich selbst zur Ordnung zu rufen und sich zu sagen, alles gut, es ist ja erst Januar.

Na, und? Ist mir doch egal. Ich will aber … und schon habe ich das Bild von dem trotzigen Kind vor Augen, das kräftig mit dem Fuß aufstampft.

Ich kenn das schon. Ich hole tief Luft, rolle mit den Augen und halte mich am Kaffee fest.

Dieses Gefühl, das sich in Form von Unzufriedenheit seinen Weg bahnt, tritt meist nach einer Phase extremer Endorphin – Ausschüttung auf. Quasi der Absturz nach einem Höhenflug.

Und ich hasse diesen Zustand. Er macht mich nicht nur unzufrieden, sondern auch ärgerlich.

Meist bin ich ärgerlich auf mich selbst. Wenn ich doch weiß, was mich erwartet, warum lass ich es immer wieder zu. Warum bringe ich mich immer wieder in diese Situation?

Die Antwort ist wenig schmeichelhaft und typisch für den Gemütszustand. Weil ich nämlich doof bin. Völlig bescheuert. Naiv zu denken, das es dieses Mal anders sein könnte. Süchtig nach dem Hochgefühl.

Was nutzt mir das Wissen darum, wenn der Wille fehlt, es zu unterbinden?

Was ist das Hochgefühl wert, wenn man hinterher einen enormen (emotionalen) Kater hat?

Gar nichts, schimpft es in mir. Ich sollte die Finger davon lassen. Es tut mir nicht gut. Nummer löschen, Koffer packen und unbekannt verziehen, rät mir mein „Inneres“. Das hier ist Selbstmord auf Raten, immer und immer wieder.

Ich will das nicht mehr. Der Kater wird schnell behoben sein, darin habe ich inzwischen Übung. Macht es aber nicht einfacher.

Die Konsequenz? Verzicht. So wie Abhängige auf ihre Droge verzichten.

Ob mir das gelingt? Ich habe berechtigte Zweifel daran, zu oft versucht und noch öfter daran gescheitert.

Allerdings … irgendwann reicht es einem doch. Dieser endlos erscheinende Kreislauf, der sich weder im Ablauf, noch im Schema verändert.

Hat auch was von Routine. Und das, wo man Routine nicht wirklich toll findet …

Ich muss aufpassen. Ich werde gehässig und ätzend. Nicht gegen mich.

Genau so müßig, wie über die Motivation meinerseits nachzudenken, ist es, das „Warun“ auf der anderen Seite ergründen zu wollen.

Wenn ich richtig böse bin, ist eine Erklärung, weil kein anderer so doof und willig auf das Spiel einsteigt. Es also an Möglichkeiten mangeld. Ist aber auch nicht schmeichelhaft. Im Gegenteil, das hinterlässt einen sehr giftigen und bitteren Nachgeschmack.

Und macht mich richtig böse. Weil dies auch heftig am Ego kratzt und das läßt sich nur schwer wieder zügeln.

Bäh … wie gut, das ich gleich Mini wecken muss und damit keine Zeit habe, mich weiter damit zu beschäftigen. Zeit, Sand auf das Feuer zu streuen. Selbst Wut und Zorn sind in diesem Fall Verschwendung.

Noch ein Kaffee und dann scheuch ich alles da drinnen wieder in die „Ist mir egal“ – Zone.

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Maskenbild …

Da hier nochmal die Frage nach meiner Maske aufkam. Da ist sie … 😁

Ja, diese Maske trage ich auf Arbeit … 😁

Und etwas ironisch … In meiner Reha entstand dieses Bild. In der Quarantäne wegen Influenza … 🙄 … Und noch mit langem Haar. Im Januar 2019 …

Ich gab dem Foto die Unterschrift „das ich einen Trend setze und der Zeit voraus bin“ … Welch Ironie … 🙄🤦‍♀️