Tagebuch

Sonntag 08/21

Ich bin ausgeruht und entspannt. Der Kaffee ist fertig und duftet. Und es ist hell draußen. Ein Sonnenaufgang nach meinem Geschmack.

Ich überlege, ob ich die Sonnenaufgänge nicht fotografieren sollte … 🤔

Zum Teil erlebt man hier ja wahnsinnige Farblombinationen … 😊

Mal sehen. Ist nur eine von den vielen Ideen, was ich mal machen und ausprobieren wollte.

Gestern Abend bekam ich noch einen Anruf aus der Klinik. Mini wurde 2x im Laufe des Tages fixiert und der Tag war insgesamt sehr unruhig und anstrengend mit ihr.

Es hat mich schon getroffen. Klar, das es passieren könnte, hatte ich auf dem Plan. Aber ich hatte halt gehofft, sie, Mini würde es ohne größeren Einbruch schaffen.

Ich denke, gestern kam dann alles bei ihr zusammen. Die beiden Besichtigungen, der Druck, das erst oder schon Dienstag eine Entscheidung fallen wird. Und, ja so lächerlich es sich auch anhören mag, es ist Vollmond.

Mini reagiert bei Vollmond immer etwas über. Ist gereizter, angespannter und springt schneller mal aus der Hose.

Mal sehen, wie es heute läuft. Ich hatte ihr gestern gesagt, das wir dann erst am Nachmittag telefonieren, was Mini ganz okay fand. Zur Not kann sie mich ja auch vorher anrufen lassen.

Heute Abend habe ich mal wieder eine „Totschicht“ an der Tankstelle. Heute nehme ich mein Buch mit, das neue aus dem Päckchen … 😉

Wenn ich schon Zeit habe und den Ladenhüter spiele, dann kann ich sie auch sinnvoll nutzen. Wäre auch nicht das erste Mal. Die anderen Kollegen und Kolleginnen lesen dann Zeitung oder die Zeitschriften, aber bei diesen ganzen Frauenzeitungen bin ich raus … 🤦‍♀️

Den Tag heute lasse ich einfach laufen. Es ist Sonntag … ☕

Tagebuch

Zusammengefasst

Reagiert mein Körper stärker und besser, autonom, auf die Streßreduzierung. Heute mal wieder ein Bad genossen, ohne zeitliche Begrenzung und ohne dem Gefühl, das ich nicht atmen kann.

Das fand ich schon erstaunlich. Während Seele und Geist noch Samba und Tango tanzen, nehmen also die Streßhormone schon ab.

Erklärt auch, warum ich die Tage tatsächlich besser Luft bekomme und der Einsatz der Sprays rückläufig ist.

Damit führt Körper mit einem Punkt Vorsprung.

Mini hat sich für die Gruppe in Viersen entschieden und kann sich vorstellen, dort zu wohnen. Okay. Also wird der Dienstag ein harter Tag werden. Für sie, mich und die Klinik.

Wenn die Gruppe sie nicht nimmt, wird sie in ein Loch fallen und wir fangen das Suchspiel wieder von vorn an.

Sollte sie eine Zusage bekommen, falle ich in ein Loch. Das ich mir nicht anmerken lassen werde. In einem Monat wäre sie dann fort.

Das macht sehr viel mit mir.

Es ist ein Unterschied, ob ich mal für ein paar Tage oder Wochen für mich bin. Allein bin. Oder ob ich wieder dauerhaft für mich allein bin.

Das macht auch finanziell einen Unterschied. Das erwähnte ich schon. Nein, das wäre kein Grund für mich, sie hier bei mir zu behalten. Davon bin ich frei und kann trotzdem zum Besten von Mini entscheiden.

Dennoch … Wenn es um die Summe geht, die Miete, Nebenkosten und Strom deckt, schluckt man schon erstmal.

Und dann macht man das, was ich auch schon die letzten Tage machte. Man nimmt Zettel und Stift, rechnet etwas hin und her, überlegt, schreibt einen Haufen Möglichkeiten auf und wirft irgendwann etwas an die Wand!

Die Fülle an Möglichkeiten, an möglichen „Wenn – Dann“ – Kombinationen sorgt für enormen Druck und Unsicherheiten, weil sich alles nicht „richtig“ anfühlt. Weil sich alles wie ein Kompromiss anfühlt. Weil ich keine der bisherigen Möglichkeiten wirklich will.

Ich will nicht wieder ganz allein sein. Mit jemanden zusammen zu leben und die alltäglichen Dinge zu teilen, hat mir gefallen. Ja, das Leben mit Mini war schon „Over the Top“. Dennoch, in geringer Ausprägung würde ich es vollkommen okay finden.

Ich überlegte auch, mir einzureden, das ein Wechsel von Mini, ja auch ein Neuanfang für mich sein könnte. Und wenn, dann sollte auch alles neu sein. Also neue Wohnung und neue Umgebung.

Aber … Ich mag die Wohnung hier, auch wenn sie für mich allein dekadent groß ist. Und ja, es ist mir klar, das ich auch aus sentimentalen Gründen an der Wohnung hänge.

Natürlich könnte ich auch mehr arbeiten. Meine Chefin würde vor Freude bestimmt aus der Hose springen.

Allerdings artet sowas gern schnell aus und täglich wollte ich schon mal gar nicht mehr arbeiten.

Jammern auf hohen Niveau? Ja, bestimmt. Es gibt garantiert schlimmeres als das, was da als Berg vor mir auftaucht.

Das oben genannte ist allerdings auch nur die Spitze. Da gibt es noch ein paar mehr Sachen, die für Samba und Tango im Kopf sorgen.

Immerhin ist es mir gelungen, die Panik und deren Schwestern bis Dienstag in Urlaub zu schicken, indem ich sie ignoriere.

Ungelegte Eier verursachen Magenprobleme und Kopfsausen. Zudem halten sie die Streßhormone hoch, die sich gerade abbauen.

Ich brauch jetzt etwas Schlaf … 😴

Tagebuch

Samstag 08/21

Aua … Das ist das erste, was ich dachte, als ich gerade die Augen aufmachte.

Ein Kaffee und eine Ibu später geht es einigermaßen. Davon abgesehen, das der Spiegel sich schreiend abgewendet hat und ich mich durch den Wolf gedreht fühle … 😁

So, ich mach es kurz und schmerzlos. Die Besichtigung der Gruppe war gut, Mini hat sich Mühe gegeben, aber …

Es ist nicht ihre … 🤷‍♀️

Nun könnte man sagen, die Fahrt war völlig umsonst und unnötig.

Nö. War sie nicht. Mini hatte Gelegenheit sich eine andere Einrichtung, mit anderem Konzept anzuschauen und das war es wert. Es hätte ja auch der Fall sein können, das ihr diese auch gefällt.

Die Fahrt? War schon ein (Gewalt)Akt. Ich fahr ja gerne Auto, aber selbst ich hatte gestern die Schnauze gestrichen voll. Und dabei hatten wir wirklich Glück. Kein Stau, keine Verzögerungen, komplett freie Fahrt … 😉

Dafür die üblichen „Helden“. Kleine Genitalien – Kompensierer mittels PS – Starker Wagen, „OhneBlinckenUndGucken“ – Rauszieher (gestern bevorzugt LKW – Fahrer) und meine persönlichen Lieblinge … In der Baustelle links fahren und nicht am Laster vorbeifahren, weil sie Angst haben … 😡

Zur Besichtigung selbst gibt es nicht viel zu sagen. Ein Hof mit Eseln, Gänsen und Isländern. Ein Projekt mit dem Bio – Bauern vor Ort, sowohl was Nachhaltigkeit und Essen angeht (die Gruppe bezieht ihr Obst, Gemüse, Wurst, Käse etc. dort vom Hof) verbunden mit der Mitarbeit auf dem dortigen Hof und Hilfe bei der Aufzucht und Pflege der Tiere. Das fand Mini zwar gut, aber der Rest sagte ihr halt nicht zu.

Auf dem Rückweg noch ein Halt bei der Familie. Während der Ex Mini mitnahm und etwas zu essen holte, holte ich die Minimi aus dem Bett und überraschte sie damit … 😁

Das ungläubige Staunen war Gold wert … 😁 … Das sie mir gleich die Arme hinhielt und sich an mich drückte … Awww … 😍

Das Gespräch schien gut gewesen zu sein, denn Mini war ruhig und zufrieden, als sie wieder ankamen.

Ihre Schwester verpasste ihr dann noch auf Wunsch einen Haarschnitt (einen Undercut extrem 🙄🤦‍♀️) und ich sagte dem Ex, das ich ihm das hoch anrechne, das er es versucht, ihr nah zu sein.

Zwischendrin hatte ich auch mit der Klinik telefoniert, damit man dort beruhigt ist und auch weiß, das alles okay sei.

Um kurz nach vier waren wir auf dem Rückweg. Um 20 Uhr waren wir kurz vor Frankfurt und ich meldete mich auf der Station, um zu sagen, das es 22 Uhr wird, bis wir da sind.

War perfekt, Mini betrat tatsächlich um 22 Uhr die Klinik. Müde, aber ruhig. Auch beruhigt, das ihre Ablehnung völlig okay sei.

Etwas über eine Stunde später fiel ich aus dem Auto und in die Wohnung.

Der verlängerte Rücken? 😂😂😂 … abgenutzt. Abgewetzt. Fühlte sich an, als würde er nicht zu mir gehören.

Das blöde ist nur, das ich heute tatsächlich nochmal los muss … 🙄 … Ich muss mir noch ein Rezept aus der Notfallambulanz holen (wenn man seine eigenen Sachen nicht im Blick hat!) und eine Kleinigkeit einkaufen muss ich auch noch, damit ich mir auch was zu essen kochen kann … 🤦‍♀️

Zu beidem habe ich keine Lust. Ich wünsch mir Personal. Oder einen guten Geist.

Da ich beides nicht habe, muss ich wohl in den sauren Apfel beißen. Aber erst später.

Ich kriech nochmal unter meine Decke …

Tagebuch

Freitag 08/21

Eins weiß ich. So eine Tour wie heute, mache ich nie wieder!

Um halb sechs los und gerade erst zu Hause rein.

Um die 1500 km gefahren.

Mein Hintern? 🤔

Hab ich einen? 🤯

Ich ess jetzt noch was und dann bin ich weg … im Bett versunken.

Alles andere erzähl ich morgen. Oder übermorgen …