Tagebuch

Donnerstag 08/21

Ich schwanke. Zwischen Panik und Freude. Zwischen diversen Zuständen, von denen keiner nach meinem Geschmack ist. Zu viel Bewegung. Zu viel Unsicherheiten.

Ich spüre, wie ich den Halt verliere und ins Rutschen gerate. Nicht toll. Panik, Angst, Verzweiflung …

Dabei sollte ich fallen ja inzwischen gewöhnt sein. So oft auf der Fresse gelandet, da sollte es doch Gewohnheit sein, oder?

Nö. Statt dessen Panik und Ängste. Alles ist wie zugeschnürt. Ich komme nicht gegen an. Je mehr ich mich damit beruhigen, das ich mich um ungelegte Eier sorge, um so heftiger tritt es an mich heran.

Super, zur Abwechslung mal noch der Kampf gegen Windmühlen, bevor es den Boden küssen geht. Jepp … Ich hab das Zeug zum Anti – Helden.

In einem stillen Moment wünschte ich, es würde einer kommen und sagen „Ab in die Ecke und lass mich mal machen!“. Ich wäre so dankbar, mal all den Kram in andere Hände zu legen und mal gar nichts zu machen.

Tja, und dann fällt mir ein, das es solch einen Menschen in meinem Leben nicht gibt.

Ich sags ja, die Figur des Anti – Helden nimmt Gestalt an.

Was mache ich also? Das, was ich am besten kann.

Ich brauche niemanden

Ich kann mich allein um alles kümmern, weil ich das bisher auch immer allein machen musste.

Sich auf andere zu verlassen, heißt verlassen zu sein.

Immer wieder, wie das „Ave Maria“ zum Rosenkranz bete ich es mir vor. Irgendwann werde ich es wieder glauben.

Dann werde ich mir die Tränen und den Rotz aus dem Gesicht wischen, die „Inneren“ wieder zur Ruhe bringen und der Welt da draußen wieder das zeigen, was sie sehen wollen.

Hat bisher immer geklappt. Wird auch diesmal klappen.

Und diese Sehnsucht, sich einfach mal bei und hinter jemanden zu „verstecken“?

Och, ich brauch mir nur die Leute angucken und zynisch daran denken, das solche „Beziehungen“ nicht funktionieren. Nicht bei Typen wie mir. Dafür sind wir einfach zu „wired“, zu „bekloppt“, einfach zu kaputt.

Und ganz ehrlich? Ich könnte solch ewige Glückseligkeit gar nicht ertragen.

Also geh ich lieber unter und schau mir an, was Panik und Angst noch anstellen werden.

Hole schon mal Pflaster und Verbände. Der Aufprall könnte hart werden.

Für einen Moment denke ich an einen Fallschirm.

Ich laufe zu lange zu nah am Abgrund. Da könnte … Ach, Quatsch. Kein Fallschirm.

Wenn es schon abwärts abgeht, dann richtig. Jeder Schlag, jeder Aufprall muss Schmerzen bereiten. Erst wenn man zerschlagen und zerschunden am Boden liegt, weiß man, man ist angekommen.

Ich brauch Musik, ich höre mich zu laut selbst denken.

„Allein,allein“ … Das ist jetzt gut.

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Tagebuch

Mittwoch 08/21

Heute nur kurz und knapp, weil ich total fertig bin. Heute habe ich nicht mehr Rücken, dafür Hintern … 😂😂😂

Also, nach insgesamt 880 km (Ja, tatsächlich summierte sich das ganz schön!), Fahrtbeginn um halb sechs hier zu Hause, einem Stau wegen zweier Unfälle (Der Hauptunfall betraf 4 LKW, die sich zusammen geschoben haben und weiter hinten ist dann ein PKW in einen anderen gekracht 🤦‍♀️), waren wir trotzdem pünktlich um 11 Uhr in der Gruppe in Viersen.

Um halb eins waren wir bereit für den Rückweg. Mini setzte ich um 16 Uhr in der Klinik ab und um kurz nach 17 Uhr stellte ich die Flocke mit fast leeren Tank ab. Inzwischen habe ich mit Heißhunger und in einer rasenden Geschwindigkeit eine Pizza verdrückt und trinke den 3. Kaffee.

Jetzt aber zu den wichtigen Elementen des heutigen Tages … 😊

Die Besichtigung und das Gespräch waren allererste Sahne. Mini war ehrlich und offen und hat nicht übertrieben, nichts beschönigt und klar formulieren können, was sie sich von der Wohngruppe wünscht.

Sie hat frei erzählt, was sich schon verbessert hat, was sie gut kann, was noch nicht so gut klappt und wobei sie sich Unterstützung wünscht.

Die Gruppenleitung und die 1. Betreuung der Gruppe waren sehr einfühlsam, behutsam und checkten Mini sehr genau ab.

Während Mini sich die Räumlichkeiten anschaute, sprach ich kurz mit der Leitung allein. Ich fand es sehr gut, das sie ganz offen sagte, das die Berichte von Mini natürlich eine Katastrophe seien (Ja, das sind sie, schließlich zeichnen sie ein Bild von einer Akutsitustion und nicht vom Alltag.). Sie sei aber sehr froh, das Mini sich heute persönlich hier gezeigt und präsentiert hat.

In der Gruppe leben nur Mädchen. Mit Mini wären es dann 8. Die anderen sind schon etwas älter und Mini die jüngste mit ihren knapp 15.

Ziel und Aufgabe der Gruppe ist es, die Mädchen zu stabilisieren und ins Erwachsenen – Leben zu begleiten. Fertigkeiten zu entwickeln und vor allem Perspektiven für das Leben danach.

Wir haben vereinbart, das Mini Dienstag in der Gruppe anruft, um zu erfragen, ob die Gruppe sie nehmen würde. Dienstag ist nämlich Team und da würde eben dies besprochen werden.

Der Platz wäre zum 01. April frei.

Und ja … Ich bin mega stolz auf meine „Kleine“ … 😍❤

Sie hat das heute sehr ruhig und souverän gemeistert. Hat nichts beschönigt und frei erzählt. War konzentriert bei der Sache und dem Gespräch … 😊

Das sagte ihr auch die Gruppenleitung und ich sagte es ihr auch, das ich ganz dolle stolz auf sie sei und sie alles perfekt gemacht hat 😊

Und ja, ich denke, es könnte in der Gruppe funktionieren. Mit Einsatz von Mini könnte sie dort tatsächlich noch weiter nach vorn kommen.

Also, durchatmen und abwarten.

Freitag ist schließlich auch noch eine Besichtigung.

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Dienstag 08/21

Heute hat meine Große Geburtstag. 20 wird sie. Die zweite Null in ihrem Leben … 😊

Wenn Sie nachher aufsteht, wird sie schon den ersten Gruß auf dem Handy haben, per WhatsApp.

Später wird die Karte im Kasten sein, mit einem besonderen Gutschein.

Da sie ja nun demnächst ausziehen wird, hat die Mama ihr einen Gutschein spendiert für etwas für ihre neue Wohnung. Sei es ein Staubsauger, Töpfe oder was auch immer 😊

Und noch etwas später wird es den berühmt – berüchtigten Anruf geben …

Den, bei dem ich ihre Taufkerze anzünde, einen kleinen Kuchen mit Kerze aufstelle und ihr ein Ständchen singe … 😂😂😂🤦‍♀️

Das ist auch eine Tradition. Früher, als wir noch eine „heile“ Familie waren, standen wir mit dem Kuchen und den Kerzen vorm Bett und sangen das Kind wach.

Als ich dann ja hunderte Kilometer weit weg wohnte, war das nicht mehr so einfach und so ließ ich mir was einfallen. Und so wurde oben genanntes Vorgehen geboren.

Natürlich ist es der Großen auch immer etwas peinlich … 😁 … Andererseits freut sie sich auch immer, wenn ich anrufe und singe.

Als sie 18 wurde, hatte ich ihr gesagt, das ich leider nicht kommen kann. Da war sie schon traurig, aber es war okay. Sie ging davon aus, das ich ja zumindest anrufen würde.

😂😂😂 … Statt dessen stand ich den Morgen in ihrem Zimmer, mit einer Benjamin – Blümchen – Torte und sang das Kind aus dem Bett! (Die Torte war bei jedem Kind zum Geburtstag der Wunsch schlechthin! Alle drei wollten immer eine Benjamin – Torte 🤷‍♀️)

Das war eine gelungene Überraschung … 😊

Ich bin stolz auf mein großes Mädchen. Und bevor ich sentimental werde, lass ich jetzt die Finger von den Tasten … 😉

Happy Bithday, my little Girl ❤

Tagebuch

Ein Überraschungspäckchen …

Wie versprochen, hier teile ich jetzt mal meine Freude mit Euch … 😁

Meine liebe A., „Derfeindinmir“, du bist die Wucht … 🤩 … Ganz vielen lieben Dank für das Feuerwerk an guten Gefühlen. Ich bin noch immer total geflasht und dankbar … 😊

Das brachte mir also der Postbote, heute morgen gegen 10 Uhr …
Nachdem ich es ausgepackt hatte, staunte ich echt über die Mühe, die man sich gemacht hatte … 😊

Die beiliegende Karte …
Sehr schön ausgesucht und die Sticker finde ich auch Klasse …
So viele schöne Sachen … 😍
Und sogar an meine Leidenschaft wurde gedacht … Awww … Danke 😘

Nochmal, vielen lieben Dank 😘 … Ich habe mich wirklich dolle gefreut … 😊

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Montag 08/21

Wow … Ich bin etwas geplättet. Hinweg gebügelt, quasi. Die Ereignisse nehmen Fahrt auf und ich denk nur so … Heiliges Blechle … 🤯

Zuallererst … Ich habe heute Morgen ein Päckchen bekommen … 🤩 … Awww … Das war Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen … ❤

Was ich da bekommen habe und von wem, das zeige ich Euch in einem Extra – Beitrag. Weil ich meine Freude gern mit Euch teilen würde … 😊

Nachdem ich alles ausgepackt und bestaunt hatte, räumte ich noch etwas rum, hing am Telefon und fuhr dann einkaufen.

Wieder zu Hause, noch Wäsche aufgehängt und Essen auf den Herd gestellt. Schon da wollte ich den Eintrag fertig machen. Aber … Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt … 🙄

Ein Anruf der Sachbearbeiterin vom Jugendamt in der alten Heimat. Erst die Frage, wie es mir geht und wie der Besuch bei Mini gewesen sei und dann … „Fr. H., ich habe noch eine Rückmeldung aus einer Wohngruppe, die Mini gern kennen lernen möchten und zu sich einladen.“ … 😳😁

Wow, dachte ich. Was geht denn jetzt plötzlich? Kurz drüber gesprochen und mir die Nummer geben lassen, um dort einen Termin abzusprechen.

Bin ich ja schon flott unterwegs, toppte mich die Mitarbeiterin der Einrichtung aber um längen. Jetzt Freitag können wir uns die Gruppe ansehen. In der alten Heimat. In der Nähe von Lüneburg … 😁

Essen lief nebenher, weil ich noch ein Gespräch mit der Sozialarbeiterin und der Ärztin führte, ob das mit den beiden Terminen vertretbar sei und wie die Vorbereitungen seitens der Klinik in Bezug auf die Termine laufen.

Mini wird nochmal in einem Gespräch auf die Situation vorbereitet und ist nach der Besichtigung eh wieder in der Klinik.

Das war Mini sehr wichtig und es ist okay.

Und sonst? Bin ich einmal durch die Wohnung getobt, was mir der Rücken gerade nicht verzeiht und nach Schmerzmittel schreit. Die Papiere geordnet und abgeheftet, letzte Überweisungen sind raus, wichtige Telefonate geführt und gleich geh ich mal baden. Mal gucken, ob das den Rücken beruhigt … 🙄

Ach ja … wer mag darf natürlich die Daumen drücken … 😉