Tagebuch

Überschlagende Ereignisse …

Die hatte ich heute. Wenn schon, denn schon … So schien heute die Devise.

Um kurz vor elf saß ich also brav beim Arzt und wartete. Mein Handy bimmelte und da es Minis Therapeutin war, ging ich auch ran.

Es war nur ein kurzes Gespräch, zum einen war die Therapeutin auf dem Sprung und zum anderen wurde ich auch schon aufgerufen.

Die Therapeutin rief auch nur deswegen an, im mich zu bitten, mich beim zuständigen Amtsgericht zu melden, um den bestehenden Beschluss für Mini zu verlängern. Aha … Wir hatten uns beide mit dem Datum vertan.

Die Klinik hatte schon mit dem Richter telefoniert und dieser hatte schon signalisiert, das es ihm reicht, wenn ich mich telefonisch melde und die Verlängerung beantrage. Gleiches gelte auch für den Vater.

Ich tauschte also meinen Platz und ließ einen anderen vor, um noch schnell den Anruf bei Gericht und beim Ex zu tätigen, damit die Sache noch vom Tisch kommt. Ist mir auch gut gelungen.

Allerdings wunderte es mich schon, das der Beschluss nun doch noch verlängert werden sollte.

Andererseits, nach den Vorkommnissen der letzten Tage und Minis Weigerung nach Hause zu gehen, ist es die logische Folge.

Nun gut, morgen will mich die Therapeutin anrufen und auch etwas mehr Zeit mitbringen, damit wir in Ruhe reden können

Als nächstes war ich die, die ins Sprechzimmer durfte. Ich mach es kurz.

Die Impfung soll verlegt werden. Die Lunge ist zwar frei und hört sich gut an, die Bronchien sind bis auf ein kleines „Summen“ auch frei und offen, aber der Infekt ist erst gut eine Woche her.

Nun gut, Begeisterung sah etwas anders aus. Auch beim Doc, der übrigens von der Impfstrategie und dem Fortschritt so gar nichts hält, der mir auch sagte, ab Mai dürfte auch hier geimpft werden. Wenn ich also bis dahin noch keinen neuen Termin habe, soll ich mich in der Praxis melden.

Zu Hause habe ich mich ans Telefon gehängt, mit der Impfnummer und einem Kaffee, wegen Wartezeit und so.

Aber positiv überrascht hatte ich sofort jemand am Telefon, der mein Anliegen bearbeitete (Warum möchten Sie stornieren? Oh, wegen einem Infekt. Das ist besser zu verschieben, ja.). Nach 5 Minuten war der Termin storniert und ich erneut auf der Liste zur Terminvergabe.

Also auf ein neues. Der nächste Termin ist dann definitiv meiner!

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25 Kommentare zu „Überschlagende Ereignisse …

    1. Unterbringung in einer geschlossenen, gesicherten Einrichtung, mit Erlaubnis der freiheitsentziehenden Maßnahmen wie Isolierung, Fixierung zum Schutz des Unterzubringenden und des Umfeldes.
      Das wird und muss vom Gericht genehmigt werden, weil es sonst Freiheitsberaubung und Nötigung wäre. Von Körperverletzung ganz zu schweigen.
      Die Klinik schreibt, warum es nötig ist und die Eltern sagen, ja, das muss leider so sein.

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      1. Das ist Standard und gehört zum Prozedere. Alles zur Sicherheit.
        Nach dem, was alles vorgefallen ist, allzu verständlich. Es gibt wahrlich dunkle Geschichten aus der Psychiatrie.

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      2. Wie ist so etwas denn geregelt, solche Beschlüsse sind immer zeitlich befristet und werden dann neu bewertet? In welchen Zeitabständen geschieht dies, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen? Habe keine Ahnung von dem Thema.

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      3. In der Regel gilt der Beschluss für 6 Wochen. Das kann von der Klinik auch voll genutzt werden oder aber jederzeit aufgehoben werden. Das wird dem Gericht bei Entlassung mitgeteilt und diese heben den Beschluss auf.
        Muss der bestehende verlängert werden, gelten wieder 6 Wochen. Dazu gibt die Klinik eine aktuelle Stellungnahme ab und natürlich müssen die Eltern dem auch zustimmen und dies vor Gericht bezeugen.
        Auch hier gilt, die 6 Wochen können, müssen aber nicht ausgereizt werden.
        Zudem bekommt der Minderjährige einen Verfahrensbeistand, der den Prozess beobachtet und auch Gespräche mit der Klinik, dem Klienten und den Angehörigen führt.
        Bei jeder Antragstellung und auch Verlängerung kommt der zuständige Richter in die Klinik und führt ein Gespräch mit dem Minderjährigen und mit den Ärzten.
        Das ist das Prozedere.

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      4. Was geschieht, wenn der Beschluss aufgehoben wird, sei es durch eine gute medikamentöse Einstellung oder durch schauspielerisches Talent? Ich weiß nicht, in wieweit man Mini mit ihrem Krankheitsbild dies zutrauen darf. So, wie das bislang bei mir ankam, scheint sie weniger berechnend, sondern in der Hauptsache Impuls-gesteuert. Gibt es noch die Perspektive in der Wohngruppe?

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      5. Wenn der Beschluss aufgehoben ist, ist sie ja entlassen. Also alle schützenden Maßnahmen wären ohne triftigen Grund verboten.
        Natürlich weiß Mini sehr genau welche Karten sie spielen muss, um entweder entlassen zu werden oder halt um zu bleiben. Dazu war sie schon oft genug in der Klinik.
        Wenn man sie gut kennt, was natürlich in der Klinik nicht wirklich gegeben ist, kann man es schon unterscheiden, ob sie wirklich stabil ist oder sie es forciert.
        Das Probewohnen wird statt finden. Mini möchte ja unbedingt in die Wohngruppe. Sie möchte nur nicht nach Hause. Hier fühlt sie sich „beengt“.

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      6. Das sehen momentan alle so. Es ist schwierig für uns beide.
        Mini macht sich große Vorwürfe, das sie mich „kaputt“ macht und sie hat große Ängste, das sie mich verliert. Das setzt ihr gerade dolle zu.
        Ich möchte eigentlich nur, das auch Mini ihren Platz findet und sich weiter entwickeln kann. Hier geht das zur Zeit eben nicht mehr.

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