Tagebuch

Krankenhaus Teil 11

Wach. Richtig wach. Nicht nur so dösig wach und gleich wieder einschlafend. Nö. Wach.

Okay. Kann ich jetzt auch mit leben. Vor allem weil ich mir vorn am Automaten einen Kaffee holen kann … 😁

Leider hat heute eine Schwester Nachtdienst, zu der „Oberschwester Hildegard“ als Bezeichnung ganz gut passt. Ist übrigens die erste hier, die sich durch Unfreudlichkeit auszeichnet … 🙄

Die kam eben wie ein Wachhund aus dem Zimmer geschossen und fragte mich, was ich will und warum ich da vorne sei. Ich sagte ihr, ich will mir nur einen Kaffee holen und ernte dafür einen mehr als vernichtenden Blick. Dazu werde ich die ganze Zeit beobachtet und die Schwester kehrt erst zurück, als ich um die Ecke gebogen bin … 😳

Was, zum Henker, dachte die, was ich da mache? Club – Party mit den anderen der Station? (Die alle schon jenseits der 60 sind, wohlgemerkt!)

Oder das ich mir noch einen zweiten Kaffee hole?

Ach, egal jetzt. Viel spannender ist ja die Frage, was mich nicht schlafen ließ, was mich geweckt hat.

Es ist eine Idee, ein Gedanke, der im Kopf seine Bahn zieht und so langsam aber sicher konkrete Formen annimmt.

Ein zweiter Blog mit einem anderen Themenfeld. Vielleicht … 🤔 … Noch bin ich mir nicht sicher. Auf jeden Fall wird es Veränderungen geben. Nicht nur hier.

Mhh, mit Kaffee und Schokolade darüber nachdenken … 😁 … Das hat schon was. Ob sich alle Ideen, Gedanken verwerten lassen? Mhh, das glaube ich nicht. Aber ich hab eine hübsche Sammlung beisammen … 😁

Jetzt, Stunden später, habe ich noch einen Kaffee hier stehen. Warte aufs Frühstück und überlege, ob ich vorher noch duschen gehe oder das erst später erledige. Die Entscheidung fällt auf später. Es liegt schließlich nichts weiter an, außer der Physio und die kommt meist erst kurz vor Mittag.

Mein Hausarzt wird sich freuen. Die Liste der Empfehlungen und der Dinge, die noch zu erledigen sind, ist zwar überschaubar, aber knackig.

Da wäre zum einen die Ernährungsberatung. Die steht mir zu und zwar zu Hause … 😁

Da bin ich echt gespannt drauf. Wirklich, wie ein Flitzebogen … 😁 … Was darf ich essen, was wirklich viel an Kalorien bringt und wie erreiche ich das. Und, für mich ganz wichtig, wie viel Zusatzkost muss ich täglich noch zu mir nehmen, um zu garantieren, das ich das Ziel auch erreiche. Denn, das ist klar, ohne Zusatzkost schaffe ich das nicht.

Und ja, „böse“ Kalorien fallen bei mir nicht ins „Gewicht“ … 😂😂😂 … Was für ein Wortspiel!

Was ich sagen wollte. Also Kuchen, Süßkram, Chips und JunkFood jeglicher Art sind mir nicht verboten, im Gegenteil, davon darf ich auch essen, aber halt nicht ausschließlich.

Gewichtstechnisch ist das erste Ziel die 40 kg. Da will und muss ich wieder hin. Dafür esse ich jetzt nach Fahrplan und achte drauf, nicht eine Mahlzeit zu vergessen oder zu versäumen.

Dank der Physio habe ich mich inzwischen schon etwas eingelesen. Grundlagen von Grundumsatz und Leistungsumsatz. Sehr trockene Materie … 🙄

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Tagebuch

Krankenhaus Teil 10

Aufstieg … 😂😂😂

Jawohl, ich bin aufgestiegen … 😁 … Vom Rollstuhl zum Rollator … 😎

Hätte ich mir auch nicht träumen lassen, das ich mal als Ü50 mit so einem Gefährt unterwegs sein werde … 😳

Aber … ☝ … Immerhin kann ich so eine Strecke laufen und da nehm ich das Ding gern in Kauf … 😅

Die Große lachte deswegen. Hörte gar nicht mehr auf und sagte, da fehlt dann nur noch das Ferrari – Abzeichen … 😠

Erst war ich etwas angefressen. Dann lachte ich auch. Aber nicht wegen dem Abzeichen, sondern wegen der Vorstellung, wie ich das Ding im Supermarkt anderen in die Hacken schiebe und voll die böse Alte raushängen lasse … 😂😂😂

Und ja, ich nehme es mit Humor. Auch wenn es eigentlich nicht lustig ist, weil es deutlich zeigt, wie ernst die Lage letztlich doch war und auch noch ist, weil ich noch nicht über den Berg bin.

Mir ist das sehr bewusst und ich merke es täglich, aber ich habe nicht vor a. klein beizugeben und b. mir den Humor davon rauben zu lassen.

Leute, die hier länger mitlesen wissen es inzwischen, das ich mit Ironie, Sarkasmus und einer gewaltigen Portion Zynismus solchen Dingen begegne, um ihnen Herr zu werden.

Wirklich toll finde ich es nun nicht, auf solch ein Hilfsmittel angewiesen zu sein. Das würde wohl keiner. Aber ich weiß es auch zu schätzen, das es diese Dinger gibt und ich damit meine Reichweite vergrößern und meine Kraft und Kondition aufbauen kann.

Und ich übe fleißig damit! Ich will schließlich noch einen Streckenrekord aufstellen … 😁

Heute hatte ich Besuch hier und dieser hat mich mit reichlich Süßkram bedacht … 😍 … Awww … Auch Mini – Kuchen war dabei und Duplos … 🥰

Und ein paar andere Leckereien. Mhh … Ich freu mich drauf und habe schon genascht … 😁

Heute wurde der Sauerstoff zu Hause geliefert. Ich denke, morgen, spätestens Samstag darf ich erstmal nach Hause. Ich lass mich überraschen, was die Ärztin dazu sagt.

Die Nachbarin und Familie ist bis heute völlig symtomfrei. Das ist auch ein Grund zum feiern.

Auf der Station kennt man mich inzwischen auch und es ist schon witzig, wenn die Schwestern stehen bleiben und ein bißchen Spaß mit einem machen oder einfach nur fragen, seit wann man denn umgestiegen ist.

Das „Wow, weiter so!“, nimmt man gern mit und weiß, das es ernst gemeint ist und nicht nur dahin gesagt.

Was übrigens auf die gesamte Belegschaft dieser Station zutrifft. Sie sind stets freundlich und zuvorkommend, auch wenn es mal hektisch und stressig ist. Muss ja auch mal gesagt werden!

So und jetzt nehm ich mein Buch und komm zum gemütlichen Teil. Lesen bis ich müde werde … 😁

Tagebuch

Krankenhaus Teil 9

Etwas über eine Woche bin ich nun schon im Krankenhaus. Es kommt mir nicht so vor. Ich habe die Zeit nicht so erlebt, mir kommt es so vor, als sei ich erst zwei, drei Tage hier.

Es ist eh sehr seltsam. Seit ich hier bin, schaue ich kein Fernsehen. Könnte ich, wenn ich mich anmelden würde. Habe ich aber keine Lust zu. Und es fehlt mir auch nicht. Weder die Nachrichten, noch Fußball, noch meine Serien, die ich sonst allabendlich schaue.

Seit 2 Tagen komme ich auch endlich zum Lesen. Vorher ging das nicht. Keine Ruhe … 🤔 … Wenn es das denn war. Ich genieße es wieder. Das Buch zwischen den Händen, das Papier, das raschelt.

Wenn meine Planung aufgeht, könnte ich am Wochenende nach Hause. Das wäre gut, weil doch die Große mit Familie kommt. Und am Dienstag ist die Quarantäne der Nachbarin vorbei.

Aber das ist nur mein stilles Vorhaben … 😊

Heute habe ich fleißig meine Übungen gemacht, Kraft und Ausdauer für die Beine. Morgen werde ich mich dran machen und loslaufen. Der Flur ist schön lang und bietet damit die ideale Übungsfläche.

Soll ja keiner sagen, ich bringe mich nicht ein … 😂😂😂

Ach ja, eine Ernährungsberatung soll ich beantragen. Für mich, zu Hause. Vor Ort, live, erfahren, was ich unbedingt brauche und vor allem in welchen Mengen. Und … ☝ … Wie man diese Mengen erreicht, damit ich auch wieder zunehme. (Gewichtstechnisch liege ich momentan bei 35 kg)

Das Gespräch gestern war okay. Der Fachmann sieht handlungsbedarf. Er fand es klasse, das ich so offen und ehrlich war. Mutig, war der Begriff, den er benutzte. Ich sagte ihm, das ich verzweifelt bin und nicht weiter zuschauen will, wie alles gegen die Wand fährt.

Ich kann noch verschnaufen und Luft holen. Mich darauf vorbereiten, das es bald anders aussehen wird und ich mich in anderer Form als gedacht, um mich kümmern werde.

Wer hätte das gedacht …

Tagebuch

Krankenhaus Teil 8

Der Körper muss sich erstmal selber tragen, erst dann können wir mit Gewichten was erreichen … So die Physio, die mich seit letzte Woche täglich besucht und quält.

Obwohl, ich mag die Quälerei. Es hilft mir, wieder auf die Beine zu kommen und so arbeite ich fleißig mit und mache meine Hausaufgaben akribisch und bis zur letzten Aufgabe genau.

Gestern waren die Beine dran und heute merke ich schon, das die Beine schwer sind. Nicht direkt Muskelkater, eben halt schwer, wie zu oft benutzt … 😂😂😂

Stelle fest, das ich unbedingt Klamotten brauch. Ich habe keinen Pulli hier, keine lange Hose und noch nicht mal eine Jacke … 🙄🙈

Voll uncool. Gerade jetzt, wo die Temperaturen im Normalbereich ankommen, ist mir nur in Shirt und Radler zu kühl.

Und ich habe wieder Gelüste … Marmorkuchen, Zitronenkuchen … 😱

Was soll ich dazu noch sagen? 😳

Tagebuch

Krankenhaus Teil 7

Montag morgen. Viertel vor neun. Das Frühstück ist gegessen und der zweite Kaffee steht hier vor mir.

Ich überlege was ich jetzt mache. Den Außenplatz aufsuchen? Oder ein paar Schritte laufen?

Erstmal den Kaffee trinken. Die Hummeln im Hintern werden langsam mehr und treiben mich an. Kein Wunder, heute ist ja auch noch ein Gespräch mit einem „Fachmann“. Dem möchte ich natürlich nicht erzählen, das ich nach wie vor etwas gehemmt bin im Antrieb. Eigentlich möchte ich mich auch gar nicht mit ihm unterhalten.

Ich möchte nicht, das man so genau auf mich schaut. Ich möchte nicht, das man meine Narben zu genau betrachtet. Geschichten hinterfragt. Muster deutet. Alles schön versteckt, alles gut verpackt. Das geht keinen was an.

Die Nachbarin überrascht mit der Nachricht, das sie und ihre Familie in Quarantäne sind. Es gibt einen Corona – Fall in der Familie.

Mal sehen, was ich daraus nun mache 🤔