Tagebuch

Donnerstag 39/21

Die Termine gestern waren angenehm und auch erfolgreich.

Als erstes war der Typ vom Außendienst der Firma hier und tauschte die Geräte aus. Das ging recht flott und war jetzt nichts, wo ich unbedingt beteiligt war.

Nach gut 45 Minuten war das Prozedere abgeschlossen. Die meiste Zeit ging für den organisatorischen Kram drauf.

Pünktlich um 11 Uhr war die Dame vom Pflegestützpunkt hier.

Wie zu erwarten war, sagte sie mir, ich solle mit der Höherstufung drei Monate warten … 🙄🤦‍♀️

Allerdings ließ sie mir einen Zettel hier, der verschiedene Dienstleister listet, die Haushaltshilfe, bzw. Alltagshilfe anbieten. Die werde ich heute mal abtelefonieren. Es ist zwar nicht viel, was mir zusteht, aber das wenige werde ich mitnehmen.

Den Hausnotruf kann ich nun auch installieren, da die Krankenkasse über die Hälfte dazu bezahlt.

Von daher war der Termin okay.

Der restliche Tag war mehr von Pausen geprägt. Ich hatte Muskelkater im Brustkorb … 🙄 … Sowas bekommt man, wenn man es mit den Atemübungen etwas übertreibt … 😅

Am späten Nachmittag fuhr der Nachbar einkaufen und brachte mir auch ein paar Sachen mit. Das war es dann aber auch … 😁

Heute geht es mit dem Muskelkater schon viel besser und so werde ich natürlich meinen Haushalt versorgen und meine Übungen machen.

Später kommt dann noch Besuch, sicherlich mit Taschentüchern … 😅

Und sonst so? … 🤔 … So wie es aussieht, gibt es einen Termin für Mini zur Vorstellung in der Einrichtung. Das sagt zumindest Mini. Von der Therapeutin habe ich allerdings noch kein Bescheid … 🤔

Ach, und Bescheid bekommen, das die Leistungen für Mini zum Oktober eingestellt werden. Hatte ich nach dem Gespräch am Dienstag schon mit gerechnet. Ich muss jetzt mal sehen, wie ich das gedreht bekomme … 🤔

Tagebuch

Mittwoch 39/21

Heute habe ich zwei Haustermine. Als erstes wird wohl der Vertreter der Firma hier erscheinen, von denen ich das Gerät und die Maske habe.

Ihr erinnert Euch? Die Kostenzusage der Krankenkasse flatterte mir ins Haus und ein Tag später erfolgte der Anruf der Firma, das das Gerät ausgetauscht wird. … ??? …

Das Gerät, das ich momentan habe, gehört nicht zum Pool der Krankenkasse und wird nun gegen eins ausgetauscht, das eben aus diesem ist. Gleiches Gerät, gleiches Modell und gleiche Funktion.

🙄 … 🤦‍♀️ ..

Was für ein Aufwand und vor allem verwaltungstechnischer Art. Was das soll, ist mir schleierhaft und will ich auch gar nicht verstehen … 🙄

Der nächste Termin ist dann gegen elf Uhr. Da kommt die nette Dame vom Pflegestützpunkt, um sich zum einen das Gutachten anzusehen und zum anderen mit mir zu besprechen, was ich nun alles bekomme und wie ich in die nächste Stufe komme.

Mehr liegt heute auch nicht an. Der Rest des Tages füllt sich mit dem bißchen Haushalt, Essen und den Übungen. Ach ja, und das inhalieren nicht vergessen.

Mein Leben wäre, von den Begleitumständen abgesehen, ziemlich langweilig und eintönig.

Zudem auch nervig, weil eben alles sehr viel länger dauert, als zuvor und genau das der Punkt ist, der mich in den Wahnsinn oder in die Verzweiflung treibt.

Am Wochenende werde ich Junior und seiner Freundin ein Ultimatum stellen. Nicht weil ich verärgert bin, nein, aber ich benötige diese eine Antwort, um auch für mich zu planen und dementsprechend zu planen.

Junior wird damit sicher kein Problem haben. An der Reaktion seiner Freundin werde ich sehen, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege und ob meine Einschätzung stimmt. Wenn ja … Tja … Dann ist der Fall ganz schnell erledigt.

Was genau ich damit meine, werde ich ausführlich bearbeiten, wenn die Reaktion erfolgt ist … 😉

Und sonst so? Für morgen hat sich Besuch angekündigt. Ich schrieb nur, das ich mich freue (wirklich!) und Taschentücher mitgebracht werden müssen … 🤦‍♀️ … Ich bin derzeit sehr nah am Wasser gebaut. Ich geb das zwar nicht gern zu, ist aber so.

Heute Abend werde ich wieder mit dem Besten „reden“, also via WhatsApp schreiben. Mir etwas Luft machen meckern, zetern und lästern. Ja, das macht man nicht. Aber manchmal muss das einfach mal sein!

Tja, damit wäre also mein Tag ausgefüllt. Und ihr so? … 🤔

Tagebuch

Netzfund

An die Frau, die unsichtbar bleibt

Du hast mir von dem Mann erzählt, von dem, den du so sehr liebst. Von dem Mann, der dich brennen und deine Seele tanzen lässt. Wenn du von ihm redest, strahlen deine Augen und dein Herz kann man leuchten sehen. Er hat dich vor vielen Jahren schon verzaubert und dieser Zauber hält an. Und doch bist du allein. Allein in den Nächten, an den Wochenenden und auch an den Feiertagen… immer dann, wenn er zuhause ist. Denn sein Zuhause ist nicht bei dir, sondern bei einer anderen Frau.

In all den Jahren hast du so oft gehofft und gewartet, dass er an diesem Abend nicht geht sondern bleibt, endgültig. Doch er geht immer wieder und er kommt auch immer wieder. Du hast dich tausend Mal selber dafür geohrfeigt, für dein Hoffen, dein Warten und dein Sehnen. Ja, genauso oft wolltest du diese Geschichte vergessen und beenden. Du hast andere Männer kennengelernt, sie getroffen, aber sei ehrlich… eine reelle Chance hatten sie von Anfang an nicht. Wie denn auch? Du kannst nichts in deinem Herzen wegradieren und einfach neu überschreiben. Das funktioniert nicht.

Wie oft hast du in all den Jahren wach gelegen und vom Bett aus in die dunkle Nacht geweint? Wieviele Male hat dich die Sehnsucht nachts zerrissen und die Liebe am Tag dann wieder geflickt? Wie oft hat deine Hand ihn vergebens morgens im Bett gesucht, wollte ihn nur für einen Moment berühren? Und sag mir, wie oft wünschst du dir, dass er dir endlich diese Tarnkappe, welche du trägst, abnimmt, damit das Versteckspiel aufhört? Du möchtest nicht mehr unsichtbar sein, sondern gesehen werden… mit ihm gesehen werden, an all den Orten, die du immer noch alleine betrittst.

Lass mich raten, was andere Menschen sagen, denen du von diesem Mann erzählst. Sie sagen, du bist verrückt, du sollst den Typen vergessen und es gäbe doch genügend andere Männer. Er sei ein Feigling, nicht ehrlich, er täte dir doch nur weh und du hättest etwas Besseres verdient. Aber wie oft hast du dir gedacht, sie mögen einfach nur still sein und ihn doch mal mit deinen Augen sehen, so wie du seine Nähe empfinden und ihn so stark fühlen wie du? Sie wissen nicht, wieviel Spaß ihr zusammen habt, wieviel ihr lachen könnt, was ihr für tolle Gespräche führt und (ich vermute) welch großartigen Sex ihr genießt.

Weißt du meine Liebe, ich sage dir wie ich das sehe. Du bist eine wundervolle, starke und mutige Frau. Du kannst lieben, ohne etwas zu erwarten, ohne Bedingungen zu stellen und ohne diesen Mann für dein Leben zu brauchen, denn das bekommst du super allein auf die Reihe. Du machst dein Leben nicht von ihm abhängig. Das können nicht alle Frauen. Ich bin mir auch sicher, dass dieser Mann deine Unabhängigkeit, deine Liebe, die ihn wie eine Wolke in jedem Augenblick, egal wo er ist, umhüllt, die ihn beschützt und hält sowie deine Nähe, die ihn wärmt, unheimlich schätzt. Ja, ich behaupte einfach, dass er dich genauso liebt, egal was andere sagen. Aber vielleicht ist er nicht so stark wie du, vielleicht hat er, anders als du, Angst vor Veränderung, immer noch Angst vor einer Liebe, die er so nicht kennt und der er noch nicht vertrauen kann. Ich weiß es nicht.

Du verlangst niemals eine Entscheidung von ihm. Aber du wünscht dir so sehr, dass er die richtige trifft, dass er zu dir steht, genauso bedingungslos wie du zu ihm… dass die Tarnkappe verschwindet und du endlich sichtbar wirst. Du wünscht dir, dass ihr jederzeit und überall euer Lachen teilen könnt, dass er deine Hand hält, dann, wenn du endlich nicht mehr allein am Meer spazieren gehen musst. Du möchtest seine Arme spüren, die dich halten, wenn du Halt brauchst und sein Schweigen, wenn du nur sein Herz ganz nah an deinem fühlen willst. Du wünscht dir, bei ihm zu sein, wenn er vor Glück tanzt, aber auch, wenn das Leben ihn zu Boden reißt… dann besonders.

Ja, all das wünsche ich dir auch. Aber bis dahin sei bitte nicht wütend auf dich selber. Du liebst einfach nur, daran gibt es nichts schlechtes. Vielleicht hört das nie auf, vielleicht doch irgendwann, wer weiß das schon?

Nun fragst du dich, warum ich fühlen kann, was du fühlst, weshalb ich dir diese Geschichte nicht ausrede und warum ich deine Liebe einzigartig finde und sie so gut verstehe.

Tja, weil ich so oft abends vom Bett aus in die Nacht weine, weil meine Sehnsucht mich tausendmal schon zerrissen hat, weil meine Hand jeden Morgen neben mir ins Leere greift und…

… weil ich ein ähnliches Modell deiner Tarnkappe trage.

Aus meinem Buch „Das Leben schreibt sich selbst“
https://www.firestormheartbeat.de/buecher/

Tagebuch

Kann der Tag noch besser werden?

Als wenn man nicht schon genug damit zu tun hat, mit der Enttäuschung fertig zu werden, das die zugesagte Hilfe und Gesellschaft nun doch nicht kommt … Nein, da erfährt man dann auch ein paar Hintergrundinformationen … 🙄

Als erstes sagte nun die Freundin vom Junior, sie hätte sich schon etwas unter Druck gesetzt gefühlt, zu mir zu kommen und mir zu helfen. Ach? Von wem denn? Sie druckste erst rum und meinte dann, vom Junior und auch von der Großen. Schlecht habe sie sich gefühlt, wenn sie mir abgesagt hätte, weil sie doch weiß, das es mir nicht so gut ginge.

Ich sagte ihr nur, das sie für die Zukunft daraus lernen soll. Lieber gleich absagen, als so eine Show abzuliefern. Damit macht man sich keine Freunde. Nirgendwo …

Tja, und dann kam sie damit raus, das der Ex und dessen neue Freundin, auf sie und Junior eingeredet hätten. Es sei ja noch so viel in der alten und der neuen Wohnung zu tun und ob sie es fair finde, ihn und den Junior damit allein zu lassen. (Noch vor ein paar Wochen sollte sie sofort aus der alten Wohnung verschwinden und es hieß, in die neue dürfe sie nicht mitkommen! Jetzt hat der Ex sie schon gefragt, ob sie nicht doch in die Wohnung mit einziehen möchte!)

Weiter soll er gesagt haben, sie solle sich gut überlegen, ob die zu mir kommt. Es wäre nicht ihr Job, mich zu pflegen oder zu helfen. Wenn ich nicht klarkäme, sollte ich einen höheren Pflegegrad beantragen.

Sowas ähnliches hat er auch schon dem Junior gesagt. Er soll mir nicht zu viel helfen, wenn er in den Herbstferien hier ist.

Da ist mir die Spucke weggeblieben und ich war sogar fassungslos. Da wird gerade so getan, als hätte ich darum gebeten, das man mir den Arsch abwischt! (Sorry wegen der Wortwahl! Aber so trifft es nun mal den Punkt!)

Natürlich war für mich da das Gespräch erstmal beendet. Weil ich sauer, ärgerlich und wütend war. Mein erster Impuls war der, den Ex anzurufen und ihn zu fragen, ob er eigentlich noch ganz sauber tickt!

Hab ich nicht gemacht. Wäre nur sinnlos eskaliert und ausbaden hätten es der Junior und seine Freundin müssen.

Reichlich angefressen und ja, das hat mir auch auf die Psyche gehauen, bekam ich einen Anruf vom Jugendamt hier vor Ort. Wegen Mini und deren Unterhaltsvorschuß. Um es abzukürzen, es könnte sein, das dieser eingestellt wird, weil Mini ja in der Klinik ist. Super! … 👍 … Noch mehr solche Neuigkeiten?

Zu dem ganzen anderen Scheiß, jetzt auch noch finanzielle Löcher? Na das ist doch ganz toll!

Und ja, ich habe mich sogar kurz gefragt, warum ich das beschissene Koma eigentlich überlebt habe.

Was macht das für einen Sinn, wenn man danach nur mit Mist und noch mehr Mist überhäuft wird?

Da scheint jemand eine sehr interessante Ansicht von Humor zu haben.

Was den Ex angeht … So langsam habe ich das Gefühl, er wäre auch froh gewesen, wenn ich den Löffel abgegeben hätte. Hat er mir ja schonmal gewünscht und ins Gesicht gesagt. „Ich wünschte, du wärst gegen den Baum gefahren. Dann wären wir wenigstens von deiner Anwesenheit befreit!“ … Ja, das hat er gesagt. Kurz vor seinem Auszug 2013.

Es muss unglaublich frustrierend für ihn sein, das ich noch immer am Leben bin …

Und … Das zumindest war heute positiv, die aufkeimende Wut, Zorn und Ärger, halfen mir dabei den Vorsatz zu fassen, das ich ihn überleben werde. Und … Das ist mir persönlich sogar noch wichtiger, wieder so fit zu werden, das ich ihm mit Wucht in den Arsch treten kann!

Das zumindest steht. Der Rest? Keine Ahnung. Für heute reicht es mir und ich verziehe mich jetzt auf das Sofa und mach meine Mittagspause.

Ach ja, ich werde noch etwas ändern. War ich bei Frust und Ärger immer appettitlos, so werde ich mir jetzt das „Frustessen“ angewöhnen. Und … ☝ … bei jedem Bissen oder Blockade, doch nichts zu essen, denke ich an den Arschtritt.

Heute Vormittag hat es zumindest geholfen, den Snack zu mir zu nehmen ohne lang dran rumzukauen.

Und bei jedem Bissen dachte ich: „Totgesagte leben länger!“ …

Tagebuch

Dienstag 39/21

Die Nacht war Mist. Ich habe schlecht geschlafen, fühle mich irgendwo dazwischen und am schlimmsten daran, ich könnte immerzu heulen.

Super! Das beauch ich ja auch unbedingt … 🙄🤦‍♀️

Na gut, Schwamm drüber. Ist halt so. Zeigt mir nur wieder einmal, das sich gar nichts verändert. Egal, wie sehr ich mich veränder.

Verlass dich auf andere und du bist verlassen … Genau so sieht es aus und so ist es auch.

Für mich festgestellt, das ich nicht mehr will und auch nicht mehr kann. Es in Zukunft also vollkommen egal ist, was passiert. Hauptsache „den anderen“ gefällt es.

Bin ich deprimiert? … 🤔

Nö, nicht wirklich. Ich verdaue nur gerade den erneuten Schlag zwischen die Hörner und begutachte die blauen Flecke von den Steinen, die mich zum stolpern brachten.

Konsequenzen? Aber sicher wird es die geben. Zumindest solche, die meine Person betreffen. Mit dem Rest werde ich mich nicht belasten.

Und sonst so? Der Husten ist besser geworden. Die Bronchien zicken weniger und das Sekret ist locker. Das zumindest ist ja mal positiv. Nächste Woche hoffe ich auf die Impfung. Wird ja langsam Zeit … 🙄

Bitte keine Durchhalteparolen, wie, es wird auch wieder besser, oder ähnliches. Dafür habe ich zur Zeit keine Nerven, danke.