Tagebuch

Ostern 2022 … Lebenszeichen

So, da bin ich wieder. Etwas derangiert, etwas zerfleddert und körperlich, sowie mental beim Nullpunkt angekommen.

Aber sonst geht’s mir ganz gut … 😁

Spaß zur Seite. Was ist passiert und wo bin ich gewesen?

Passiert ist nur das, das es mich nach dem Besuch vom Besten ganz schön runtergezogen hatte. Obwohl „eingefroren“ trifft es besser, denn während die Welt sich drehte und die Uhr tickte, nahm meine Teilnahme ab, fror ein. Jeder, der mit Depressionen zu tun hatte, kann diesen Zustand im Ansatz verstehen.

Das war okay. Ich hatte schon damit gerechnet und mich auch darauf eingestellt. Ich hatte mich dazu entschieden, diesen Zustand zu durchleben.

Habe ich eine Woche lang. Rumgehangen, antriebslos in den Tag gestarrt.

Warum ich das gemacht habe? … 🤔 … Tja, das war so ein Schlußpunkt der gesetzt werden musste. Der Punkt, mit gewissen Sachen abzuschließen und die Weichen neu zu stellen.

Die letzte Woche habe ich dann damit zugebracht, mich langsam wieder auf die Beine zu stellen und wieder am Leben teilzunehmen.

Als erstes hatte ich ein Gespräch mit meiner Großen. Am Ende des Gespräch war ich sehr erleichtert. Die Große hat keine Bedenken mit mir zusammen zu wohnen, im Gegenteil.

Sie hat inzwischen auch mit der Verwaltung Kontakt aufgenommen, wegen einer größeren Wohnung oder aber 2 Wohnungen in der gleichen Einheit. Da heißt es jetzt erstmal abwarten, was sie uns anbieten können.

Da ja nun feststeht, das ich in absehbarer Zeit doch nochmal umziehe, musste ich das erstmal sacken lassen.

Noch versuch ich, mich darüber etwas zu freuen. Aber das gelingt mir noch nicht. Aber ich habe ja auch noch Zeit, das gute darin zu finden.

Noch einen schönen Abend für Euch … 🍀

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Tagebuch

01. April 2022

Der Beste ist auf dem Heimweg. Ich bin etwas traurig, das er schon wieder fort ist. Gleichzeitig bin ich sehr dankbar, das er hier war und ich mich 5 Tage lang um nichts kümmern musste, außer um mich selbst.

Wir hatten einigen Spaß. Alte Geschichten, die immer wieder für Lacher sorgen. Gutes Essen, das in Gesellschaft tatsächlich besser schmeckt. Serien, die wir gemeinsam durchgesehen haben.

Es hat mir verdammt gut getan, das jemand hier war. Ich habe mich entspannen können, bekam besser Luft und konnte sehr viel besser abhusten.

Die geführten Gespräche waren wichtig, teilweise schmerzhaft, aber notwendig. Und, was mir wichtig war und ist, waren sie hilfreich für die Zukunft.

Das vor mir liegende Wochenende lass ich den Besuch noch sacken und mach mir eine Liste der Dinge, die dann jetzt anstehen.

Und jetzt mach ich das, was ich auch schon die Tage gemacht habe. Ich leg mich aufs Sofa …

Tagebuch

26. März 2022

Rückfall …

Darunter kann ich die letzten Tage verbuchen. Körperlich und mental auf der falschen Schiene unterwegs. Die Ängste bauen sich wieder auf und hemmen den Alltag. Begünstigt durch die ständigen Gedankenkreisen und … oh Wunder! Dem ständigen Alleinsein.

Die letzten zwei Tage waren furchtbar. Selbst das wenige, was ich zu tun habe, konnte ich kaum erledigen, da mir ständig die Luft fehlte. Das wiederum führte zu weiteren Druck, da ich ja einige Sachen unbedingt machen muss, wie das Katzenklo, z.B.

Also kämpft man sich da durch, braucht Ewigkeiten wegen der ständigen Pausen und liegt hinterher völlig erledigt auf dem Sofa. Und man fragt sich, warum das jetzt auch noch wieder sein muss. Das Leben ist auch so schon kacke genug, da braucht man keine weiteren Verschlechterungen.

Ich bin froh, das Montag mein Bester kommt. Er bleibt zwar nur bis Freitag, aber immerhin 5 Tage Gesellschaft und etwas ruhiger treten, weil er da ist und sich kümmern kann.

Vielleicht hat er ja eine zündende Idee für mich und die Zukunft … 🤔

Ich habe nämlich keine, jedenfalls keine, die für mich akzeptabel wäre. Ich fühl mich gerade ziemlich hilflos und komme damit in einen Zustand, mit dem ich so gar nicht zurechtkomme.

Mein Bester weiß Bescheid, das ich gerade am letzten Faden hänge. Auch ein Grund, das er kommt. Er sagte schon, das er mich schon wieder hinbiegt und wenn er dazu Gewalt braucht (Zur Not verhau ich dir den Hintern! So der O – Ton 😂😂😂).

Auf die Woche freu ich mich wirklich. Ich habe schon das Essen geplant, was nicht schwierig ist, weil wir den gleichen Geschmack und Vorlieben haben … 😁 … Es wird definitiv einmal heftig Fastfood geben und das an unserem Filme – Abend … 😉

Die Woche nehme ich mir, um mir auch über ein paar Sachen klar zu werden und wie es für mich weitergehen wird.

Der Timer wird auf Null gesetzt und ich fange wieder neu an. Ist okay. Darin habe ich ja inzwischen Übung. Essen, Trinken, Schlafen und Bewegung. Alle Basics wieder richten, damit der Rest auch wieder funktioniert.

Und ja, der verdrehte Schlafrhythmus ist auch kein wirklich gutes Zeichen. Im Gegenteil. Ein sehr deutliches Warnsignal.

So, ich hol mir jetzt mal einen Cappuccino und versuch danach, doch noch zu schlafen.

Tagebuch

19. März 2022

So, den Samstag irgendwie vertrödelt und letztlich vergammelt. Ja, kann man mal machen, wird hier aber zu einem Dauerzustand … 🙄 … Und das nervt gerade.

Drängt sich also das Thema „Beschäftigung“ und „Herausforderung“ auf. Na toll … 😳

Mal sehen, was mir dazu so einfällt … 🤔

Heute war und bin ich wirklich stolz auf mich gewesen. Bisher ist es mir ja schwer gefallen morgens in die Gänge zu kommen. Ich musste ja nicht unbedingt am Vormittag meinen Haushalt erledigt haben, nö. Ich habe ja viel Zeit.

Etwas, was sich auf Dauer negativ auf mich ausgewirkt hat, weil es mir doch immer schwerer viel, überhaupt etwas zu machen und statt etwas zu tun, anfing nachzudenken … 🙄🤦‍♀️

Gestern und heute habe ich mein neu geplantes Zeitfenster genutzt und mich dazu genötigt und gezwungen, in Bewegung zu kommen … 😁 … Hat gut geklappt und es tat mir ja auch gut. Schließlich löst die Bewegung auch das Sekret, das sich dann besser abhusten läßt.

Zur Mittagszeit war ich mit den Aufgaben durch, machte mein Essen warm und konnte mich dann beruhigt und zufrieden aufs Sofa legen und die Pause genießen.

Ohne einen gewissen Druck läuft hier gar nichts … 😂😂😂 … Echt eine Fehlfunktion von mir … 😅

Zudem habe ich in der Klinik gelernt, das zuviel Nachdenken zur Hemmung führt und Ängste verstärkt und aufbaut. Etwas, was ich gar nicht mehr will. Schon gar nicht in den Zustand zurück, über alles nachdenken zu müssen und trotzdem nicht in Schwung zu kommen … 😳

Weniger denken, machen. Genau nach diesem Motto sollte ich das handhaben. Gut. Ich mach mich mal wieder auf den Weg … 😉

Die Tage hatte auch meine langjährige Brieffreundin Geburtstag. Die, die vor bald 2 Jahren überraschend ihren Mann verloren hatte. Das war wirklich ein ganz schlimmes Ereignis, da er zu Beginn der Corona – Sache im Krankenhaus lag und nicht besucht werden durfte.

Wir beide schreiben uns nach alter Schule tatsächlich Briefe und Karten … 😊 … Ja, andere Medien nutzen wir auch. Meist um ein Lebenszeichen zu senden und zu sagen, das es einem gut geht.

Seit über 30 Jahren schreiben wir uns schon. (Ich war 11, als ich ihr den ersten Brief schickte!). Und ja, wir habe uns auch besucht und gesehen … 😊

Während ich also vor zwei Jahren sehr oft und viel mit ihr geschrieben habe, um sie aufzubauen und zu zeigen, das sie alles schreiben kann und darf, tauschten wir nun die Rollen.

Sie war sehr besorgt und es erschütterte sie, was ich so alles durchgemacht habe.

Dieses Jahr sind wir beide etwas entspannter unterwegs. Sie kann mit ihrer Trauer und den Gefühlen der Wut und des Zorns umgehen und es bahnt sich eine neue Beziehung an … 😊

Das würde mich wirklich freuen … 😊 … Meine Daumen sind fest gedrückt, das es gut geht und die beiden ihren Weg gehen.

Ihre Briefe waren letztes Jahr immer ein Highlight und ich bin dankbar, sie in meinem Leben zu haben. Und das schon für diese irre lange Zeit … 🥳

Dann habe ich heute festgestellt, das mein grauer Kater ein wirklich dämliches Talent hat … 🙄🤦‍♀️

Mehrfach habe ich schon beobachtet, das er über mein Atemgerät steigt, wenn er zur Lehne hochsteigt oder eben wieder runter geht. Und zielsicher tappt er auf den Startknopf und setzt das Gerät in Gang. Da aber keiner an der Maske hängt, piept kurz darauf der Alarm los … 🙄 …

Das hat schon Nerv – Potential. Zumal es auch schon vorkam, das ich an der Maske hing und er sie abstellte … 😬

Inzwischen deck ich das Gerät mit einer Decke ab, um diesem Problem Herr zu werden, denn umstellen hat gar nichts genutzt. Zielsicher schaffte er es auch anders, das Gerät anzuschalten … 🤦‍♀️

Darf man auch nicht zu laut erzählen … 😂😂😂 … Ich muss mein Beatmungsgerät vor der Katze verstecken, weil sie es an – oder abschaltet … 😅

Ich geh jetzt mal in die Küche und hol mir mein Abendessen. Genießt den Abend … 🍀

Tagebuch

18. März 2022

Ach, guck mal Schon wieder klopft das Wochenende an die Tür … 🤭

Heute geht’s wieder mit der Laune und vor allem mit der inneren Ruhe. Das war die letzten zwei Tage nämlich gar nicht ruhig und vor allem nicht entspannt.

Ihr erinnert Euch? Begutachtung vom MDK? … Jahaa … Mittwoch war das Gutachten da. Und was soll ich dazu sagen?

Um es kurz zu machen … Der Einspruch ist heute schon in der Post gewesen und ich nehme es auch nicht mehr persönlich.

Eine Erhöhung der Pflegestufe wurde mir nämlich abgelehnt, weil ich ja nur an 2 von 7 Tagen Hilfe benötigen würde … 😳 … Häh?

Ich bin ja glatt vom Sofa gefallen, als ich das gelesen habe. Zum einen, habe ich das so gar nicht gesagt und zum anderen versteh ich nicht, was da missverständlich dran war.

Ich hatte nämlich gesagt, das ich an 7 von 7 Tagen Hilfe benötige und auch, wenn ich mal ein „guten“ Tag hätte und etwas mehr leisten kann, ich dennoch weiter auf Hilfe angewiesen bin, da der Zustand sich jederzeit ändern kann.

Wie gesagt, das Ding hat mir den restlichen Mittwoch vollkommen verhagelt. So sehr, das ich abends eine Panikattacke bekam und damit auch der Abend im Eimer war.

Seit langer Zeit mal wieder und in seiner heftigsten Form. Herzrasen, Beklemmungen und all der andere Mist.

Zeigte mir aber auch sehr deutlich, wie sehr mir sowas zusetzt und was es dann letztlich auslöst.

Gestern war ein schöner Tag. Ich bekam Besuch, der mich erneut bekochte … 🥰 … Nur schade, das mir der vorherige Tag noch in den Knochen hing, das hatte mein Besuch nicht verdient. Auch wenn ich versuchte, es ihn nicht merken zu lassen.

Mein Besuch erledigt zum großen Teil meinen Einkauf. Das ist etwas, was ich wirklich dankbar annehme. Das mir allerdings auch Dinge besorgt werden, die nicht auf dem Zettel standen, von denen man aber weiß, das ich sie mag, ist manchmal etwas unangenehm.

Natürlich weiß ich das zu schätzen, aber es macht mir auch Druck und unter Druck mag und kann ich nicht essen … 🤔

Aber vielleicht sollte ich mich einfach entspannen und es genießen, so verwöhnt zu werden … 😊 … Ist schließlich etwas, was ich nicht wirklich kenne …

Heute geht es mir wieder gut. Die Nachwehen der Panikattacke sind überwunden und auch der Druck auf den Bronchien ist fast weg. Dennoch habe ich es heute nicht übertrieben und mich noch etwas geschont.

Wie gesagt, ich nehme den Umstand der Ablehnung nicht mehr persönlich und komme innerlich zur Ruhe.

Obwohl ich nicht verheimlichen kann, das ich mich Mittwoch fragte, ob mich das Leben, das Universum oder wer auch immer, so sehr verabscheut, das ständig solcher Mist passieren muss.

Ja, wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich auch darüber lachen. Ist mir aber nicht nach. Zumindest nicht heute.

Und ja, ich habe ganz bewußt den Teil mit dem MDK kurz gehalten, um mich nicht weiter aufzuregen, bzw. wieder aufzuregen. Nö … Das brauch ich heute nicht.

Und jetzt gibt es noch einen Cappuccino und etwas Ruhe auf dem Sofa … ☕