Tagebuch

20. Februar 2022

Zur gewohnten Zeit wach geworden. Auch nicht schlecht. Medis sind genommen und verursachen einen leichten Nachgeschmack … 🥴 …

Der erste Cappuccino ist in Arbeit und die Kater warten auf ihr Frühstück. Inzwischen haben sogar die Sturrköpfe gelernt, das sie etwas warten müssen, wenn ich morgens wach werde.

Gestern bekam ich eine überraschende WhatsApp von der Nachbarin oben. Es könnte lauter werden, weil sie Geburtstag feiern. Okay, schrieb ich, viel Spaß.

Kurz danach klopfte es …

Bestechungskuchen …

… und das Geburtstagskind brachte mir einen Kuchenteller … 😁

Und ja, den habe ich auch weggeputzt und sehr genossen … 😊

In der Post war der Fragebogen des MDK. Der ist auch schon wieder ausgefüllt und eingetütet. Passte ganz gut, schließlich habe ich mich gestern auch um die restlichen Papiere gekümmert, sortiert und abgeheftet.

Auch hinter dieser Angelegenheit konnte ich dann einen Haken machen … 😊

Am Abend rief mich die Große an. Wie sich rausstellte, war die Frage zum andicken der Soße wohl nur ein Vorwand.

Sie ist unglücklich in der Beziehung und schilderte ein paar Verhaltensweisen, die selbst ich für sehr bedenklich halte.

Ich sagte ihr, sie solle, wenn es ihr zu viel wird, die Tasche packen und herkommen. Hier hat sie Ruhe und hier macht Schwiegersohn in Spe auch keinen Aufstand.

Das würde ihr und auch der Minimi gut tun, wenn die Spannung weg wäre und Ruhe einkehrt.

Mal sehen, was sie daraus macht.

Und sonst? Es ist Wochenende und deswegen ist alles ruhig. Ich übe mich ganz bewußt im entschleunigen. Ich suche die Entspannung. Es zeigt sich wieder, wie sehr ich den Druck gewöhnt bin, da ich total ver – und angespannt bin.

Alte Muster, Gewohnheiten aufzulösen ist ein echt harter Weg. Dennoch bin ich schon zufrieden, das es mir gelingt, schneller als zuvor, diese zu erkennen und auszusteigen.

Auch heute werde ich nur darauf achten. Langsam und bewußt meine Arbeiten machen.

Auf die Gedanken achten. Ich muss nicht … Aber ich kann dieses und jenes tun. Dem inneren Kritiker den Mittelfinger zeigen und ihn in die Ecke stellen.

Den inneren Dämon die Stirn bieten und ihm vergeben. Er weiß es nicht besser und will letztlich nur das Beste. Aus seiner Sicht. Das ist aber nicht das Beste für mich.

Loslassen … Das ist erstaunlich leichter geworden. Es gibt nun mal Dinge, die kann ich nicht beeinflussen, egal was ich mache. Warum also täglich, stundenlang darüber nachdenken? Das ändert gar nichts.

Die Mitte, die Balance, wiederfinden. Sich daran erinnern, das man selbst das Zentrum ist, das Maß aller Dinge und danach erst alles andere kommt. Mein Wert hochhalten und stärken. Das Ich wichtig bin und nicht die anderen. Das meine Gefühle richtig sind und auch da sein dürfen. Egal welche.

Ich darf wütend sein. Zornig. Ich darf dies auch zum Ausdruck bringen. Damit achte ich mich selbst.

Die Übungen meiner Psychologin in der Klinik waren wirklich gut, wie man merkt. Sie haben sich sehr eingeprägt.

Und jetzt ist es Zeit für Cappuccino Nr. 2 … ☕

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Tagebuch

19. Februar 2022

Ahhh … Wochenende … 😁 … Auch hier im Haus heißt das, alles etwas ruhiger anzugehen und auch, etwas länger zu schlafen. Ohne Wecker.

Die Sonne scheint und ich bin irritiert. Sonne beim aufstehen war die letzte Zeit Mangelware. Entweder war es noch dunkel oder verhängen. Oder neblig. Alles nicht so meins.

So genieße ich jetzt mit Sonnenschein den ersten Cappuccino.

Gestern war anstelle meines Helferleins eine Vertretung hier, die den Einkauf erledigte und noch ein paar Kleinigkeiten richtete.

Dabei sprachen wir auch über die Pflegestufe und die Vertretung sagte auch, das sie es nicht versteht, warum ich nur Grad 1 bekommen hätte. Tja, was soll ich dazu sagen? … 🙄

Dann erzählte sie mir, das meiner anderen Kundin, jetzt nach dem Tod des Mannes, alle Leistungen abgesprochen hätte, weil sie ja jetzt wieder alles machen könne. Dabei ist die Frau über 70, gehbehindert und fast blind … 🤦‍♀️ … 😠

Sowas macht mich richtig wütend. Wie kann es sein, das bei offensichtlicher Hilfebedürftigkeit alles aberkannt wird? Da stellt sich auch die Frage, ob die Leute die Berichte und/oder Stellungnahmen überhaupt lesen oder sich nur auf das verlassen, was sie hören.

Ich bin ja mal gespannt, was mich erwartet. Ich gehe ja demnächst auch in die nächste Runde mit dem MDK.

Ganz ehrlich? Ich finde es beschämend und demütigend, so um Hilfe betteln zu müssen. Um Hilfe, die offensichtlich notwendig ist.

Wie mag es da erst anderen Menschen gehen? Älteren Menschen, deren Generation gar nicht erst gelernt hat, um Hilfe zu bitten. Es nicht eingestehen können und denen es peinlich ist. Aus Scham sagen, das sie alles allein können.

Schade, das auf solche Details nicht geachtet wird. Klar, wenn ich Gespräche am Telefon führe und nur auf Grund dessen, die Entscheidung treffe, ob Hilfe von Nöten ist, kann es zu solchen Fehlentscheidungen kommen. Dennoch … Als Gutachter sehe ich doch auch das Alter. Aber das würde Mitdenken und Empathie voraussetzen.

Ein furchtbares Thema. Eines, das Seiten füllt und selbst in den Selbsthilfegruppen immer zu regen Diskussionen führt.

Auch da gibt es Fälle, die noch gut gestellt sind und doch Pflegestufe 2 oder sogar 3 und 4 bekommen haben, während andere, die 24/7 auf Sauerstoff angewiesen sind, kaum noch 5 Schritte laufen können, entweder gar nichts oder mit Pflegestufe 1 abgespeist werden.

In diesen Foren wird es dann auch schnell sehr emotional. Klar, da fühlen sich die, die abgewiesen worden, schnell benachteiligt und können die Entscheidung nicht verstehen. Und die, die gut eingestuft wurden, fühlen sich angegriffen und natürlich nicht verstanden.

Ich halte mich aus solchen Diskussionen raus, lese aber mit. Es erstaunt mich, welche Unterschiede sichtbar werden. In einigen Bundesländern bekommt man einfacher eine Einstufung, als in anderen. In einigen muss man stark und kämpferisch sein, weil Einstufungen gehütet werden, wie Schätze. Das ist schon krass.

Denn eigentlich sollte das System ja einheitlich gelten. Die Einstufung erfolgt über ein Punktesystem. Wie also kann das sein?

Mich würde ja brennend interessieren, ob die, mit einer hohen Einstufung, in einem anderen Bundesland auch diese erhalten würden … 🤔

So, genug von dem Thema. Es ist Samstag und die Sonne scheint. Und ich bin bei Cappuccino 2 angekommen.

Und sonst so? Nächste Woche hat meine Große Geburtstag. 21 wird das Kind. Auch schon. Da wird mir ganz wehmütig ums Herz und ich könnte glatt melancholisch werden … 😌

Aber nur fast … 😅 … Ein kleines Geschenk und die Karte sind schon unterwegs. Natürlich weiß sie davon nichts. Wäre ja sonst auch keine Überraschung.

Und … 😂😂😂 … Sie bekommt sogar eine Torte. Eine Benjamin Blümchen Torte … 😂😂😂

Die besorgt ihr Bruder und wenn er sie überreicht, werde ich dank Face – Time auch dabei sein und das obligatorische Lied singen … 😁

Wenn ich schon nicht live da sein kann, muss man sich halt etwas einfallen lassen. Und da bin ich ziemlich kreativ … 😁

Und sonst noch? Puh … Nichts aufregendes. Ich schaue mich weiter durch die vielen Serien und Filme. Sind schon einige gute dabei. Nur die wenigsten gehen gar nicht.

Ich übe mich wieder am regelmäßigen Lesen. Das fiel mir die letzte Zeit sehr schwer. Der Kopf war zu voll. Dachte ich zumindest. Stimmt aber nicht, wie ich jetzt feststellte.

So fern ich das Buch vor der Nase habe, kann ich mich gut konzentrieren und sogar entspannen. Was mich abhielt, war die innere Unruhe und Anspannung, wegen der ganzen belastenden Themen. Also gibt es seit gestern feste Lesezeiten. Klingt blöd, ja, das gebe ich zu, hat auch was von zwanghaft, aber es hilft mir. Ich trickse mich dabei selbst aus. Etwas, was man auch nur kann, wenn man sich gut kennt.

Ihr erinnert Euch an den Kalender? Genau für solche Sachen ist der gedacht. Natürlich auch für tagesaktuelle Termine, aber überwiegend für solche Dinge, die mich entweder motivieren, entspannen oder auch nur daran erinnern, das ich essen und trinken muss.

Natürlich schummel ich auch manchmal. Aber das ist okay, ich weiß es ja … 😂😂😂

Auch bei der Tagesstruktur hilft der Kalender und verschafft mir einen Überblick darüber, was gut war oder was auch mal zu viel gewesen ist.

Und mein innerer Monk freut sich immer, wenn ich jeden Tagespunkt abhaken kann … 😅

Jetzt reicht es aber auch. Holt Euch noch einen Kaffee und genießt den Tag … 🍀

Tagebuch

06. Februar 2022

So, mit etwas Einsatz und Disziplin habe ich all die anstehenden Dinge erledigt. Mails beantwortet und Anfragen verschickt, Anträge ausgefüllt und eingetütet und auch die Überweisungen erledigt.

Ein dicker Haken hinter diesen Posten. Diesem lästigen Posten. Nein, wirklich besser habe ich mich danach nicht gefühlt. Was wohl daran liegt, das die meiste „Arbeit“ in den unangenehmen Sektor fällt.

Aber gut. Erledigt ist erledigt … 👌

So langsam komme ich auch wieder in Form. Diese dämliche Muskelgeschichte kotzt mich total an. Eigentlich bräuchte ich Physiotherapie, aber … 🙄 … Na ja, was soll ich sagen. Danke, Corona vielleicht … 🤦‍♀️

Im übrigen Corona, bzw. Omikron. Mein Ex wurde positiv getestet, trotz Impfung. Damit verschiebt sich der Besuch der Kids erstmal. Sicherheit geht vor.

Die letzten Tage habe ich damit zugebracht, mich zu distanzieren und auf mein „Hauptproblem“ einzugehen.

Kontrolle … Darum dreht sich bei mir alles. Und es ist erstaunlich, wie gut dieses Muster greift. Ich hatte wieder versucht alles zu kontrollieren, was dazu führte, das ich mir selbst die Luft nahm und auch den Appetit.

Dies loslassen von dem, was ich eh nicht kontrollieren kann, fällt mir noch sehr schwer. Vor allem dann, wenn es auch emotional verknüpft ist. Wie die Sache mit Mini und deren weiteren Weg.

Ich weiß, das sie nicht zu mir zurück kann. Zum Vater geht überhaupt nicht. Des weiteren kann ich keine Wohngruppe oder andere passende Einrichtung für sie besorgen, organisieren oder herzaubern.

Also sind die Gedanken daran pure Verschwendung und Energiefresser. Streß, der mir nicht gut tut. Und eine Sache, die sich meiner Kontrolle komplett entzieht.

Emotional ist das die Hölle. Ich liebe mein Kind und es bricht mir immer wieder das Herz, wenn ich mit ihr telefoniere und höre, wie schlecht es ihr geht.

Ich kämpfe dann mit Schuldgefühlen, Wut, Trauer und auch das ist etwas, was nicht wirklich gut ist.

Die letzten Tage habe ich damit zugebracht, mich davon zu angemessen zu distanzieren.

Zu meinen eigenen Erstaunen klappte das ganz gut. Aus der Klinik hatte ich ja auch diverse Übungen mitbekommen. Eine davon ist die, das ich mir bewußt sage, das ich sauer, wütend und auch traurig sein darf.

Dennoch sollen diese Gefühle nicht mein Leben bestimmen. Das hat gut geholfen.

Mit dem Abbau der Spannung, sank auch meine Körperspannung. Es war spürbar, wie leichter die Atmung wurde.

Natürlich macht es mich noch immer wahnsinnig, wenn ich die Kontrolle verliere. Seit dem Koma ist dies auch noch mit Angst und Hilflosigkeit besetzt. Sich ausgeliefert fühlen. Völlig fremdbestimmt zu sein.

Ein sehr heikles Thema. Da verbinden sich Traumata aus der Kindheit mit einem sehr traumatischen Erlebnis aus der neueren Zeit. Und dann trifft dies Ereignis auch noch genau den Kern die Ängste aus der Kindheit und bestätigen diese quasi.

Wenn ich was mache, mache ich es richtig und bis zum Anschlag … 🙄🤦‍♀️

Immerhin geht es mir wieder besser und das feier ich als Fortschritt.

Essenstechnisch komme ich inzwischen klar. 3 Mahlzeiten, 2x Fresubin am Tag und ich snacke zwischendurch. Auch wenn es mir schwer fällt, ich halte mich daran. Nur mit genug Energie kann ich meine „Aufgaben“ erledigen und fühle mich auch besser.

Immerhin schaffe ich inzwischen eine ganze Pizza … 😁 … Ja, das ist schon Fortschritt.

So, ich werde jetzt meine Serien weiter durchschauen und den trüben Tag damit gut rum bekommen … 😉

Tagebuch

23. Januar 2022

Yeah … Sonntag … 😁

Während mein Essen im Ofen seiner Vollendung entgegen brutzelt, nutze ich die Zeit hier.

Das war auch in den Taschen … Wie man sieht, kennt der Einkäufer mich … 😊🥰
Auch dieses Stück Käsekuchen fand den Weg zu mir … Aktuell gibt es nur noch Krümel davon … 😉

Und da der Einkäufer auch gern mal ein wenig übertreib …

Salami, Schinken und Fleischwurst … Alles sehr lecker …😋

Interessant ist auch, das ich jetzt wieder eine „Kühlschrank – Eskorte“ habe. Sofern der Kühlschrank aufgeht, sitzt der Graue sofort neben mir und schaut mit großen Augen zu, was ich mache … 😂😂😂

Ist etwas von den Leckereien dabei, folgt er mir wie ein Schatten und beobachtet sehr genau, wie ich es mir schmecken lasse.

Nach der Fleischwurst ist der Graue total verrückt. Dafür macht er sogar Männchen … 😁 … Also nicht, das ich das ausnutzen würde oder so … 😅 … Aber lustig ist es trotzdem … 😂😂😂

Gerade für solche Sachen liebe ich meinen Einkäufer … 😍 … Er bringt mir immer mal wieder etwas schönes mit, einfach so.

Heute überschattet eine traurige Nachricht den Tag. Ein Trauerfall im Freundeskreis berührt mich stark. Unfassbar und noch nicht wirklich zu begreifen.

Und sonst? Alles ruhig hier. Ist ja auch Sonntag … 😁

Die kommende Woche wird wegweisend werden und ich bin gespannt, was dabei herauskommen wird.

Genießt den restlichen Sonntag … 🍀

Tagebuch

22. Januar 2022

Samstag. Und wieder ein grauer Tag … 🙄

Dieses Mal gibt es zwar keinen Nebel, dafür ist der Himmel grau in grau. Bäh – Wetter vom feinsten. Zumindest für mich.

Es gibt nicht viel zu erzählen. Irgendwie wiederholt es sich ja doch ständig und mir fehlen zum Teil auch die Worte.

Interessant war für mich allerdings die Feststellung, das sich der Streß mit Mini sofort auf die Psyche drückte und es mir zeitnah auch körperlich schlechter ging.

Donnerstag war so das „Highlight“. Ich bekam den ganzen Tag schlecht Luft und musste auch für die kurzen Strecken den mobilen Sauerstoff nehmen. Das hat mich sehr geärgert und die Lage nicht besser gemacht … 🙄🤦‍♀️

Allerdings bin ich ja lernfähig … 😁☝ …

Also nahm ich mir Zeit, um meine Atemübungen zu machen und nutzte meine Maske sehr oft. Ich entspannte mich und sagte mir auch immer wieder, das es okay sei. Solche Tage kämen immer wieder mal.

Gestern war es dann schon um einiges besser und trotzdem gönnte ich mir noch Schonung. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig.

Heute sieht es auch schon wieder anders aus. Meinen paar Aufgaben werde ich gut nachkommen … 😁

Nervig ist allerdings, das ich so manchen Tag echt lange brauche, um aus dem Quark zu kommen … 🙄 … Aber auch daran arbeite ich. Ich versuch halt täglich etwas früher den Hintern von der Couch zu bekommen und nicht erst gegen Mittag oder noch später … 😅

Aber jetzt gibt es erstmal noch einen Cappuccino … ☕