Tagebuch

Gedanken zur Zeit Nr.28

Oder der etwas andere (Jahres)RĂŒckblick … đŸ€”

Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester, diese Zeit, die irgendwie immer dazwischen ist. Die einen erholen sich, andere sind schon wieder eifrig beschĂ€ftigt. Wieder andere pflegen Traditionen, wie der, der RaunĂ€chte. Und einige wenige schauen die Darts – WM.

Eigentlich bringe ich mein Jahr immer Ende November, erste Dezemberwoche zum Abschluss. Dieses Jahr lĂ€uft es halt anders. Wie so manch anderes auch … đŸ€”

Okay, was also bleibt von 2021? … 🧐

Viel ist dieses Jahr so gar nicht so gelaufen, wie gedacht oder geplant. Es gab viele RĂŒckschlĂ€ge. Gesundheitlich? Da habe ich definitiv die Talfahrt angetreten und bin sogar dem Tod von der Schippe gesprungen … 😳

Aber trotz all dieser blöden Sachen, die mir widerfahren sind, öffneten sie mir gerade die Augen. Mit Macht und Wucht aufs wesentliche gestoßen worden.

Einen langen Krieg mit mir selbst beendet und mir Hilfe gesucht.

Einige neue Menschen kennen gelernt und erstaunliches ĂŒber mich selbst erfahren.

Viel Liebe und Freundschaft erfahren.

So im RĂŒckblick … Wow … Es wundert mich schon ein wenig, das ich noch hier sitze und das mein Körper das relativ „gut“ ĂŒberstanden hat. Was mich nicht mehr wundert ist der Umstand, das ich es zwar rational „begriffen“ habe, aber emotional noch lange nicht angekommen bin.

Ich habe mich in dieser Zeit wenig um die Welt draußen gekĂŒmmert. Wozu auch? Da es auch keinen interessierte, was mit mir passierte, hatte ich auch keine Lust auf die Welt da draußen … Ernste Anzeichen meiner Depression, die ich da noch immer nicht wahrhaben wollte.

Aber ernsthaft … Was hatte die Welt auch schon zu bieten in 2021? … đŸ€” … Mal ĂŒberlegen … Ach,ja, Corona. Dann Delta und jetzt ist es Omnikrom. Aber immer noch Corona …

Es wird ĂŒber die Impfung gestritten und anscheinend „spaltet“ es die Gesellschaft. Echt jetzt?! … đŸ€Šâ€â™€ïž … Ich halte mich raus aus der Diskussion, ich bin jetzt zweifach geimpft und werde mich auch boostern. Und ich werde auch den herkömmlichen Impfstoff, sofern er zugelassen ist, in mich reinjagen lassen. Ja, ich bin ein Pharmaopfer, weil ich mich und andere schĂŒtze und schwere VerlĂ€ufe verhindern will.

Auch in diesem Jahr legte also Corona das Leben und die Welt lahm und brachte alles aus dem Takt.

Ich bin mĂŒde von dem Thema. Ehrlich gesagt verfolge ich das Geschehen so gar nicht mehr. Wozu auch? Mit Logik oder gesunden Menschenverstand ist den Leuten nicht beizukommen.

Was gab’s noch? … đŸ€” … Ach ja, die Wahlen … 🙄 … Das war ja auch so ein Spektakel. Die Wahl zwischen Pest, Cholera und einer Lachnummer … đŸ€Šâ€â™€ïž

Möchte ich dazu ernsthaft etwas sagen? Ähm … Nö … 😁 … Da soll jeder selbst drĂŒber nachdenken.

WÀhrend ich das also hier schreibe, denke ich mir, das die Welt mir tatsÀchlich 2021 nicht viel geboten hat, mit dem es sich gelohnt hÀtte, sich zu beschÀftigen.

Mein Leben und sein Umkreis? Tja, das stand teilweise still … FĂŒr Mini hat sich noch immer kein Platz gefunden. DafĂŒr hat sich die Lage verschĂ€rft, weil sie definitiv nicht mehr zu mir zurĂŒck kann. Diese Situation ist sehr belastend, fĂŒr alle, nicht nur fĂŒr die Familie.

Die Große ist ausgezogen und wohnt nun mit der Minimi allein. Das klappt soweit ganz gut. Manchmal knirscht es, manchmal klappert es, aber meistens lĂ€uft es.

Ich bin stolz auf sie. Im Großen und Ganzen macht sie ihre Sache sehr gut.

Der Junior wiederholt die 10. Klasse und hat einigen Mist gebaut. Dieses Fehlverhalten brachte ihn auch vor Gericht. Er hat sein Fehlverhalten eingerĂ€umt und leistet nun seine Auflagen ab. Das macht er ohne großes Theater und er hat sogar Spaß daran. Darauf bin ich schon stolz.

Das Koma, das ich ĂŒberlebte, hat nicht nur mich erschreckt, bzw. aufgerĂŒttelt. Nein, es hat auch was mit den Menschen gemacht, die mir nah stehen.

Es hat mich sehr betroffen gemacht zu sehen, wie sehr die Kids darunter gelitten haben, das ich hÀtte sterben können.

Und auch meinem besonderen Herzensmenschen ist das sehr unter die Haut gegangen. Wahrscheinlich mehr, als er es sich hÀtte vorstellen können.

Bei mir löste dies Erlebnis verschiedene Sachen aus. Staunen und Dankbarkeit. Aber auch Ängste, Wut, Trauer und Verzweiflung.

Dies alles, gepaart mit der körperlichen Hilflosigkeit haben mir psychisch ganz schön zugesetzt und der Depression ganz weit die TĂŒr geöffnet.

Bevor ich jetzt in die Klinik gegangen bin, haßte ich meinen Körper. Ich hatte schon immer ein gespaltenes VerhĂ€ltnis zu ihm, aber ich habe ihn noch nie so abgelehnt wie zu dieser Zeit.

Ich war verzweifelt, weil ich fast nichts mehr allein konnte und mir stĂ€ndig die Luft wegblieb. Auf Hilfe angewiesen zu sein, war so demĂŒtigent. Ich fĂŒhlte mich nutzlos, wertlos und hilflos. Klein, weil ich es nicht schaffte.

Und dann diese Ängste. Ich dachte wirklich, das es das doch nicht sein kann. Ich wußte ganz genau, was da passiert und das es so schlimm wie in meinen Gedanken nicht sein kann. Also rational war mir durchaus klar, das ich mich gerade selbst ins Aus schieße. Den Ängsten und den Symptomen war das aber egal …

Es war ein schleichender Prozess. Erst fĂŒhlte ich mich nur unwohl, wenn ich rausging, um MĂŒll zu entsorgen oder ein Termin anstand. Dann wurde es mit dem laufen anstrengend und mir blieb die Luft weg, also blieb ich zu Hause, anstatt mit zum einkaufen zu fahren.

Wenn ich tatsĂ€chlich mal raus musste, schnĂŒrrte es mir schon vorher die Luft ab. Weil die Gedanken im Kopf Kapriolen schlugen. Ich sah mich hinken und nach Luft pfeifend zum Auto torkeln, beobachtet von all den Leuten, dem Fahrer eingeschlossen. Was, wenn mir tatsĂ€chlich die Luft wegbliebe?

Und ehe ich mich versah, bekam ich regelmĂ€ĂŸig Panikattacken, wenn ich wußte, das ich die Wohnung verlassen muss. Der Puls stieg, 140 war nichts, die HĂ€nde feucht, der Mund trocken und die Bronchien wurden eng …

Der absolute Tiefpunkt war erreicht, als ich heulend vor der Dusche saß. Drei Stunden hatte ich versucht, in die Kabine zu kommen, um mich zu duschen … Und ich heulte, weil ich es nicht konnte, weil meine Gedanken mir suggerierten, das und was alles schlimmes passieren kann …

Baden? … 😳 … Schön wĂ€re es gewesen, aber die Angst, nicht mehr aus der Wanne zu kommen, war ziemlich riesig.

Ich merke gerade, das sich der Beitrag verselbstĂ€nding hat … đŸ€” … Okay, dann ist das jetzt so … 😳

Also, dank Medikamente und der Therapie, kann ich es wieder. Immer noch mit Widerstand und weit weg von „Normal“, aber immerhin „vertraue“ ich mir und meinem Körper wieder.

Immerhin kann ich sagen, das ich das Jahr ohne Groll beende. Um Hilfe zu bitten und sie auch anzunehmen, schmeckt mir zwar noch immer nicht, ist aber notwendig.

Ich staune ĂŒber meinen Körper und komme nicht dran vorbei, stolz auf ihn zu sein. Er hat das Koma ĂŒberstanden und ist verdammt zĂ€h. Ich seh ihn als LiebhaberstĂŒck, das momentan etwas ramponiert und zerfleddert ist, aber immer noch voller Potential steckt.

Ich bin aus dem Loch gekrabbelt und sitze nun pfeifend auf dem Rand, lasse die Beine baumeln. Das schwarze Tier ist noch immer da, aber wieder kleiner. Und demnĂ€chst geht er wieder in seinen KĂ€fig …

Ob das Koma einen „Sinn“ hatte? Ich weiß es nicht. Vielleicht hatte es das, aber ich sehe ihn noch nicht. War es eine Lektion? Ein PrĂŒfstein? Oder einfach nur etwas, was passiert ist?

Auch wenn ich phasenweise dachte, es wĂ€re besser gewesen, es nicht zu ĂŒberleben, bin ich doch froh noch hier zu sein.

Das Leben ist zwar noch immer kein Ponyhof oder Rosengarten, aber … Es ist da und es gibt gute GrĂŒnde zu leben, zu genießen, zu fĂŒhlen.

Hier mache ich mal einen Cut … Schönen Abend noch … 🍀

5 Kommentare zu „Gedanken zur Zeit Nr.28

  1. Im Leben gibt es unheimlich viele Ponyhöfe, dort wird hart gearbeitet und viel gestritten, und RosengĂ€rten, die ebenso wunderschön wie dornig sind. –
    Man darf, gerade wenn man krank war oder ist, stolz auf seinen Körper und den mindestens ebenso zĂ€hen Geist sein. Die einen beide immer begleiten, man wĂ€re ja sonst nicht, und die es einem jedes Mal wieder ermöglichen, sich aufzurappeln, und wenn schon nicht gleich aufzustehen, einen doch wieder aus dem Loch herauskriechen lassen! Immer weiter…!

    GefÀllt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s